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Unter Umständen wirksam

Positive Neuigkeiten zu Remdesivir

Auch Remdesivir-Hersteller Gilead legte gestern neue Daten zu seinem Covid-19-Hoffnungsträger vor. Es sind die Zwischenergebnisse der offenen Phase-III-Studie SIMPLE. Zum SIMPLE-Programm gehört noch eine zweite Studie. Beide laufen in Ländern mit hoher Covid-19-Prävalenz und vergleichen eine fünftägige Remdesivir-Therapie mit einer zehntägigen, SIMPLE-1 bei schwer erkrankten Covid-19-Patienten und SIMPLE-2 bei moderat erkrankten. Von Experten war es bedauert worden, dass SIMPLE-1, bei der Gilead eine Teilnehmerzahl von 6000 Patienten anstrebt, keinen Placeboarm als Vergleich enthält.

In der jetzt abgeschlossenen ersten Phase von SIMPLE-1 wurden 397 Patienten gemäß dem Studienprotokoll im Verhältnis 1:1 auf die beiden Behandlungsarme aufgeteilt und enthielten entsprechend entweder über fünf oder über zehn Tage Remdesivir als intravenöse Infusion. Die Dosis betrug am ersten Tag 200 mg und an den Folgetagen je 100 mg. Auf die Verbesserung des klinischen Status wirkten sich beide Behandlungsregimes gleich aus: An Tag 14 erfüllten von den fünf Tage lang behandelten Patienten 65 Prozent die Kriterien einer klinischen Erholung, 60 Prozent waren aus der Klinik entlassen worden und 8 Prozent gestorben. Von den zehn Tage lang behandelten Patienten waren es 54 Prozent, 54 Prozent und 11 Prozent.

Eine längere Behandlungsdauer als fünf Tage bringt für die Patienten demnach keinen Vorteil. Die kürzere Behandlungsdauer ermögliche es, mehr Patienten mit der vorhandenen, begrenzten Menge an Remdesivir zu behandeln, so Dr. Merdad Parsey, Chief Medical Officer von Gilead, in der Mitteilung. Auch in dieser Studie zeigte sich eine bessere Wirkung bei Patienten, die innerhalb von zehn Tagen nach Einsetzen der Symptome behandelt wurden. Details hierzu werden in einer Veröffentlichung der Ergebnisse in einem wissenschaftlichen Fachjournal zu lesen sein, die Gilead in den kommenden Wochen plant.

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