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Frankreich

Paracetamol wird rationiert

In Frankreich wird der Verkauf von Paracetamol ab morgen eingeschränkt. Ob ein Patient maximal eine oder zwei Packungen erhält, ist abhängig davon, ob er Symptome aufweist oder nicht.
Sven Siebenand
17.03.2020
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Wie die Deutsche Presse-Agentur meldet, will die französische Gesundheitsbehörde ANSM die Verfügbarkeit von Paracetamol in den Apotheken garantieren. Deshalb soll ein Patient ohne Symptome wie Fieber oder Schmerzen nur noch eine Packung Paracetamol pro Besuch erhalten und zwei Packungen sofern Symptome bei ihm vorliegen. Anders als in Deutschland befinden sich in Paracetamol-500-mg-Präparaten in Frankreich nicht maximal 20 Einzeldosen, sondern nur 16. In den Paracetamol-1000-mg-Präparaten zur Einnahme sind maximal acht Einzeldosen enthalten. Zudem wird mitgeteilt, dass der Internet-Verkauf von Paracetamol, Ibuprofen und Acetylsaliylsäure (ASS) gestoppt wird.

Diese Maßnahme ist offenbar die Konsequenz aus dem Fragezeichen um die möglicherweise schädliche Wirkung von Ibuprofen und anderen NSAR bei Covid-19-Patienten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät seit heute bei Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus davon ab, ohne ärztlichen Rat Ibuprofen einzunehmen. Am vergangenen Wochenende hatte bereits Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran dazu geraten, bei Fieber Paracetamol zu nehmen und vor der Einnahme von Ibuprofen bei einer Covid-19-Erkrankung gewarnt. Der Politiker betonte heute, dass es in Frankreich keinen Mangel an Paracetamol gebe. Die Gesundheitsbehörde erinnere nur an die Regeln der ordnungsgemäßen Nutzung.

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