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Verbreitung in Deutschland

Omikron ist nicht mehr zu stoppen

Vom Booster nicht zu viel erwarten

Diese Einschätzung teilt Ciesek und warnte in diesem Zusammenhang auch vor überhöhten Erwartungen an Booster-Impfungen. Auch eine Auffrischimpfung sei kein 100-prozentiger Schutz vor einer Infektion, sagte die Virologin. Sie verwies auf Fälle von bereits geboosterten Menschen, die sich selbst infiziert und auch andere Personen angesteckt hätten. »Im Moment habe ich das Gefühl, dass vermittelt wird: Lassen Sie sich boostern und die Welt ist wieder gut. Das ist nicht so.« Insbesondere bei Kontakt mit Risikogruppen sei Vorsicht geboten.

Professor Dr. Christoph Neumann-Haefelin, Leiter der Arbeitsgruppe Translationale Virusimmunologie am Universitätsklinikum Freiburg, erklärte, dass viele Fragen zu der neuen Variante noch offen seien, aber es keinen Spielraum zum Experimentieren und Hoffen auf möglicherweise geringere Pathogenität des Erregers gebe. »Die Intensivstationen sind voll, wir haben aktuell wieder fast 500 Todesfälle pro Tag«, sagte der Mediziner. Alle Experten betonten, dass jetzt rasches antizipatorisches Handeln vonseiten der Politik notwendig sei. Diese müsse Notfallpläne für verschiedene denkbare Szenarien entwickeln, statt auf das Prinzip Hoffnung zu setzen.

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