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PTA-Praxisworkshop Schleswig-Holstein

Ohne gut fortgebildete PTA geht es nicht

Die Apothekerkammer Schleswig-Holstein misst der regelmäßigen Fortbildung und der generellen Unterstützung des PTA-Berufes große Bedeutung zu. Auf große Resonanz stießt der 14. PTA-Praxisworkshop unter dem Motto »Ihre Empfehlung ist gefragt«.
Christiane Berg
20.01.2020
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»Die Teilnehmerzahlen sind in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen«, freute sich die Leiterin der Akademie für pharmazeutische Fortbildung und Qualitätssicherung der Kammer, Jutta Clement, bei der Begrüßung der mehr als hundert Teilnehmer vergangenes Wochenende in Plön. »Für uns ist es ein großes Lob, dass Sie auch heute so zahlreich erschienen sind, zeigt es uns doch, das wir auf dem richtigen Weg sind.«  Der PTA-Praxisworkshop der Apothekerkammer Schleswig-Holstein mit jeweils vier Vorträgen und zwei parallel laufenden Workshops gilt in dieser Konzeption als bundesweit einmalig.

»Wir sind auf die PTA als rechte Hand des Apothekers angewiesen. Nur mit ihr kann die Institution Apotheke die existenziellen Herausforderungen, vor denen sie steht, bewältigen«, zitierte Clement aus den Grußworten des Kammerpräsidenten Kai Christiansen, der aus persönlichen Gründen verhindert war. »Sie werden geschätzt. Sie werden gebraucht. Es sind Ihre Teamfähigkeit, Ihre Motivation und Ihre fachliche Kompetenz, die im alltäglichen Zusammenspiel auch in der Apotheke zählen«, unterstrich Clement. Es stehe daher ganz oben auf der Agenda der Kammer, gerade für diese Berufsgruppe in der Apotheke auch weiterhin ein vielfältiges Angebot an fachspezifischen praxisorientierten Fortbildungsveranstaltungen bereit zu halten.

Motto des Workshops war in diesem Jahr »Ihre Empfehlung ist gefragt«. Die Veranstaltung bot nicht nur reines Fachwissen zur Stärkung der Beratung der PTA in der Selbstmedikation oder bei der Rezeptbelieferung, sondern auch die sogenannten »Soft Skills«, sprich: Kenntnisse zu überfachlichen Qualifikationen in Form persönlicher, sozialer und methodischer Kompetenzen standen im Fokus.

»Es kommt im gelingenden Umgang mit Mitmenschen und hier gerade auch mit schwierigen Patienten stets auf die positive Grundeinstellung an«, konstatierte in einem ersten Vortrag Dr. Hiltrud von der Gathen, Recklinghausen. »Training macht den Meister«, so die Pharmazeutin und AMTS-Managerin, die mit Verweis unter anderem auf die »Maslowsche Bedürfnispyramide« und die »Klientenzentrierte Gesprächsführung« nach Carl R. Rogers ausgewählte Methoden gemäß professioneller Kommunikationsmodelle schilderte.

Kommunikation ist eine Herausforderung

»Bestätige Dein Gegenüber. Beachte Feelings und Facts«: Es könne in schwierigen Gesprächs-Situationen helfen, sich bewusst zu machen, dass der Mensch zu 95 Prozent mit dem Gefühl und nur zu 5 Prozent mit dem Verstand reagiert. Ob Wut, Ärger, Enttäuschung oder Frustration: Gerade bei Reklamationen sei es stets angezeigt, dem Patienten vor Prüfung der Sachlage Verständnis entgegenzubringen.

Offene Körperhaltung, Blickkontakt, zustimmendes Nicken: Ergebnisorientierte Gespräche, so von der Gathen, machen es erforderlich, dem Gegenüber soziale Anerkennung zu zollen. So manche Kommunikation sei eine Herausforderung. Sich an bestimmte Gesprächsregeln zu halten kann helfen, im Konfliktfall die Wogen zu glätten oder diesem sogar vorzubeugen, sagte sie.

»Top im Job«: Weiter ging es in den Vorträgen am ersten Kongresstagen um »Tabuthemen, über die sonst keiner spricht« (Referent: Daniel Finke, Osnabrück), um die »Diagnose und Therapie des Schwindels« (Referentin: Claudia Peuke, Holle) sowie um ein »Wissens-Update Antibiotika« (Referentin: Dörte Schröder-Dumke, Wedel).

Der zweite Kongress-Tag war der Arbeit in parallelen Workshops gewidmet. Die Teilnehmer konnten unter Anleitung von Grit Spading, Eckernförde, ihre Kenntnisse zur »Information und Beratung des Patienten bei erklärungsbedürftigen Arzneiformen« oder mit Dr. Ralf Goebel, Berlin, ihr Wissen zum »Management spezifischer Interaktionen« vertiefen.

Fortbildungsleiterin Clement machte abschließend deutlich, dass die auf dem Arbeitsmarkt begehrte PTA in Folge ihres fachlichen Engagements auch im digitalen Zeitalter glänzende Zukunftsaussichten hat.

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