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Studie

Nur jedes fünfte Kind ist tatsächlich allergisch auf Antibiotika

Viele Eltern glauben, ihr Kind reagiere allergisch auf bestimmte Antibiotika – das stimmt aber oft nicht, fanden australische Forscher heraus. Die Folgen können gravierend sein. 
PZ/Aponet (zou)
03.01.2020
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Die vom australischen Murdoch Children's Research Institute durchgeführte Studie ergab, dass acht von zehn Kindern bestimmte Gruppen von Antibiotika unnötig meiden: Von 141 Kindern mit Verdacht auf eine Antibiotika-Allergie waren nur 18,1 Prozent wirklich allergisch. Nachdem die erste Reaktion stattgefunden hatte, vergingen durchschnittlich knapp zwei Jahre, bis die Allergie durch einen Test gesichert oder verworfen wurde, in einem Fall waren es sogar fast 15 Jahre, schreiben die Forscher in der Januarausgabe des Fachjournals »Pediatrics«.

Antibiotika gehören zu den am häufigsten verschriebenen Medikamenten für Kinder, und die in der Studie untersuchten Antibiotika machten fast die Hälfte der in australischen Kinderkrankenhäusern verschriebenen Medikamente aus. Studienleiterin Dr. Amanda Gwee erläutert: »Menschen mit Antibiotika-Allergien, denen alternative Antibiotika verabreicht werden, die nicht die Erstlinientherapie für ihre Infektion darstellen, bleiben länger im Krankenhaus und infizieren sich möglicherweise häufiger mit resistenten Bakterien.« Das Ausräumen vermeintlicher Antibiotika-Allergien kann das umgehen und verhindert außerdem, dass Resistenzen gegen Reserve-Antibiotika entstehen.

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