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Innovative Lösungen

Mitarbeiterakquise während der Corona-Krise

Viele Apotheken vor Ort bieten insbesondere während der Pandemie die Auslieferung der bestellten Medikamente per Botendienst an. Die Beratung findet jedoch meistens im Vorfeld in der Apotheke statt. Um die Wartezeit in der Offizin zu verkürzen und auch, um das Ansteckungsrisiko für die Mitarbeiter und Kunden zu minimieren, könnten pharmazeutische Mitarbeiter (Apotheker, PTA) für die telefonische Kundenberatung im Homeoffice eingesetzt werden. Auch weitere organisatorische Aufgaben könnten dorthin ausgelagert werden. Dieser Benefit spricht Bewerber an, die nicht in der Nähe der Apotheke wohnen und auch diejenigen, die beispielsweise aufgrund der familiären Verpflichtungen ihre Arbeitszeiten nicht erweitern können. Die Einrichtung eines Homeoffice-Arbeitsplatzes ist zwar technisch aufwändig und mit datenschutzrechtlichen Auflagen verbunden, dennoch stößt diese Form des flexiblen Arbeitens generell auf ein großes Interesse der Bewerber. In den Apotheken ist es aber bisher noch ein unerkanntes Potenzial.

Auch das Thema Kinderbetreuung stellt viele berufstätige Eltern nicht nur während der aktuellen Situation vor eine große Herausforderung. Für Arbeitsuchende ist es überdies häufig auch ein Grund, sich auf ausgeschriebene Stellen nicht zu bewerben. Zwar kann es für Apotheken aufwändig sein, Kinderbetreuungsplätze in Eigenregie bereitzustellen, doch es gibt diverse Möglichkeiten, Mitarbeitern und Bewerbern bei der Organisation der Kinderbetreuung zu helfen. Möglich ist etwa, eine Kinderbetreuung durch die Vermittlung von Tagesmüttern oder -vätern, aber auch durch die bereits erwähnten Homeoffice-Lösungen aktiv zu unterstützen. Arbeitgeber profitieren dadurch von einem flexiblen Mitarbeitereinsatz unabhängig von den Öffnungszeiten der Kindertagesstätten und Schulen.

Personaltausch, Kooperation mit Kollegen, studentische Initiativen und Arbeitnehmerüberlassung sind ebenfalls gute Alternativen, um kurzfristig Verstärkung fürs Team zu bekommen. Inwiefern personelle Kapazitäten in anderen Teams verfügbar sind und ob sich diese Formen als eine generelle Lösung eignen, ist sicher individuell zu prüfen. Analog dazu können Apotheken jedoch auch von einer interdisziplinären Zusammenarbeit profitieren, denn nicht alle Tätigkeiten, die in der Apotheke zu erledigen sind, zählen zu pharmazeutischen Tätigkeiten.

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