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Digitaler Impfnachweis

»Melden Sie sich im DAV-Apothekenportal an«

Ab 14. Juni dürfen Apotheken den digitalen Impfnachweis für die Coronavirus-Schutzimpfung ausstellen. »Machen Sie möglichst alle mit und melden Sie sich rasch im DAV-Apothekenportal an«, warb der Kammerpräsident Thomas Benkert in der Delegiertenversammlung am heutigen Mittwoch.
Brigitte M. Gensthaler
09.06.2021  14:30 Uhr

Die aktuelle Regelung gelte nur für die digitale Dokumentation der Coronavirus-Impfung und nicht generell für jegliche Schutzimpfung, erklärte Benkert in der Delegiertenversammlung der Bayerischen Landesapothekerkammer (BLAK). Sie habe zwar extremen Widerstand in der Ärzteschaft hervorgerufen, aber sie passe gut zu den pharmazeutischen Dienstleistungen und das Wohl des Kunden und Patienten müsse im Mittelpunkt stehen. »Wir nehmen den Ärzten nichts weg.«

Auch wenn es noch keine Durchführungsbestimmungen gibt und Details der Umsetzung unklar sind, gab Dr. Hans-Peter Hubmann wichtige Informationen zu den digitalen Corona-Impfzertifikaten. »Apotheker sind wieder mal führend und bei den digitalen Anwendungen ganz vorne mit dabei«, sagte der Vorsitzende des Bayerischen Apothekerverbands (BAV) stolz. Um den Service der Zertifikatsausstellung anbieten zu können, müssen sich die Apotheken unbedingt im DAV-Verbändeportal registrieren und dabei unter anderem ihre Telematik-ID angeben. Das Verbändeportal ist an den zentralen Server des vom Bundesministerium für Gesundheit beauftragten Dienstleisters IBM angebunden. Offizieller Zertifikatsaussteller ist das Robert-Koch-Institut (RKI). Das Apothekenportal sei eines der Front-Ends, die aufs Back-End des RKI zugreifen können, erklärte Hubmann.

Auf dem Portal www.mein-apothekenmanager.de können die Bürger bundesweit Apotheken in ihrer Nähe finden, die die digitalen Impfnachweise ausstellen. Zudem könnten sie hier alle besonderen Leistungen finden, die die jeweilige Apotheke im Portal eingetragen hat. Hubmann sieht hier einen großen Vorteil gegenüber anderen Anbietern, denn die Bürger sollten in dieser App möglichst alle Apotheken in Deutschland bei der Apothekensuche finden.

Procedere der Zertifikatserstellung in den Apotheken

Wie läuft das Procedere mit den Zertifikaten in der Apotheke ab? Man müsse sich den Impfpass oder die ausgedruckten Zertifikate über erfolgte Corona-Impfungen vorlegen lassen und die Identität des Kunden überprüfen und übermittle die Daten ans RKI, das die technische Generierung des digitalen Impfnachweises vornimmt und einen QR-Code an die Apotheke direkt schickt. Dort kann der Geimpfte den Code scannen und so das Zertifikat im Smartphone speichern. Dieses Zertifikat könne die Apotheke auch ausdrucken und dem Kunden mitgeben.

Detektivische Fähigkeiten brauchen die Apotheker dafür nicht. Die in der Apotheke vorgelegten Dokumente müssten plausibel sein. »Plumpe Fälschungen sind natürlich abzulehnen, aber gegen gewollte Kriminalität sind Sie nicht sicher«, sagte Hubmann auf Nachfrage und betonte gleichzeitig: »Nicht die Chancen vernachlässigen aus Angst vor dem Risiko.«

Der BAV-Vorsitzende sieht enorme Vorteile in der neuen Dienstleistung. Apotheker bekämen 18 Euro brutto pro Erzeugung und könnten zudem neue Kunden für die Apotheke gewinnen. Details zur Abrechnung würden noch geklärt. Besonders wichtig ist ihm die politische Botschaft: »Wir Apotheker wollen hier eine schnelle Lösung bieten. Unsere Botschaft heißt: Mit uns Apothekern geht es digital voran.« 

Politisches Kapital will Benkert, der auch Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK) ist, aus den Leistungen der Apotheker während der Pandemie schlagen. Er begrüße die »Beinfreiheit«, die Apotheker in vielen Bereichen bekommen haben und die bis März 2022 verlängert wurden. Es sei ein großes Anliegen für die Berufsvertreter, bei der Politik für die Verstetigung positiver Regelungen zu werben. Bei der neuen Bundesregierung werde man dies »extrem adressieren«, sicherte er zu. 

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