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Impfstofflieferungen KW 21

Janssen-Impfstoff kommt in die Praxen

In der letzten Maiwoche kommt nun auch der Covid-19-Impfstoff von Johnson & Johnson, Janssen Vaccine®, in die Praxen. Für Astra-Zeneca und den Janssen-Impfstoff soll es zwar keine Bestellobergrenzen geben. Aufgrund der großen Nachfrage dürften die Liefermengen pro Praxis aber klein ausfallen.
Ev Tebroke
14.05.2021  15:00 Uhr

Immer mehr Bundesländer heben für die Covid-19-Impfungen in den Arztpraxen die Priorisierung für alle Impfstoffe auf. Nach Bayern und Baden-Württemberg haben sich nun auch Berlin und Sachsen dazu entschlossen, den Zugang zu den Impfungen freizugeben. Für die Impfstoffe von Astra-Zeneca und Johnson & Johnson hatte der Bund bereits die vorgeschriebene Impfreihenfolge gekippt. Zunehmend können Ärzte damit offiziell selbst entscheiden, wie sie die Impfstoffe einsetzen. Und theoretisch kann sich jeder, der will, impfen lassen. Praktisch sind aber nach wie vor nicht genügend Impfdosen im Markt, um die Nachfrage zu bedienen. Daher können die Ärzte auch für die nächste Bestellrunde für KW 21 nur eine begrenzte Menge an Impfdosen ordern.

Nach dem Ende der Priorisierung hat es einen Ansturm auf die Arztpraxen gegeben. Zunächst ging es dabei ausschließlich um Astra-Zeneca, da der Janssen-Impfstoff noch nicht lieferbar war. Um alle Praxen bedienen zu können, mussten die Kontigente für die Astra-Zeneca-Vakzine Vaxzevria® erheblich gekürzt werden, wie etwa auch der Chef des Apothekerverbands Nordrhein, Thomas Preis, berichtet. Der »Rheinischen Post« sagte er: »Der Impfstoff von Astra-Zeneca wird so stark nachgefragt, dass die bereitgestellten Mengen nicht mehr ausreichen.« Teilweise hätte der Großhandel die Bestellungen, die die Ärzte über die Apotheken eingereicht haben, um 80 Prozent reduzieren müssen, heißt es in der Ausgabe von Donnerstag. Auch für die letzte Maiwoche ist daher bei diesem Impfstoff mit einem nur kleinen Lieferkontingent zu rechnen, um zumindest jede Praxis beliefern zu können. Zwar soll es bis auf Weiteres keine Bestellobergrenzen für die Vakzine von Astra-Zeneca und Johnson & Johnson geben. Dies soll sicherstellen, dass die vorhandenen Impfstoffe auch alle abgerufen werden. Allerdings rechnet die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) damit, dass bei gleichbleibend hoher Nachfrage nach Astra-Zeneca pro Praxis deutlich weniger Impfstoff ankommt, als bestellt, und zwar nur ein bis zwei Vials pro Arzt.

Zwei bis drei Vials Janssen-Impfstoff pro Arzt

Neu ist, dass in der letzten Maiwoche nun erstmals auch die Vakzine von Johnson& Johnson (Janssen Vaccine®) in die Praxen kommt. Der Impfstoff war erst Ende April nach Deutschland gelangt, weil sich die Markteinführung in der EU verzögert hatte. Hintergrund waren Berichte über seltene Hirnvenen-Thrombosen in den USA.  Bei der Bestellung der Janssen-Vakzine geht die KBV von zwei bis drei Vials mit jeweils fünf Impfstoffdosen pro Arzt aus. Bei großer Nachfrage ist allerdings damit zu rechnen, dass die Liefermenge deutlich geringer ausfällt.

Für Comirnaty® von Biontech/Pfizer hat die KBV den Praxen für die Erstimpfung eine Bestellmenge von maximal 12 Dosen empfohlen, das entspricht zwei Vials; für die Menge an Impfstoff für die Zweitimpfungen, die die Ärzte auf einem gesonderten Rezept bestellen müssen, gibt es keine Obergrenze. Da die Zweitimpfungen allerdings vorrangig zu behandeln sind, kann es sein, dass nicht jeder Arzt mit Comirnaty für Erstimpfungen beliefert werden kann. Für die Zweitimpfungen sollen die Praxen möglichst nur die Anzahl der Dosen angeben, die sie in der Woche vom 12. bis 18. April verimpft haben (6 Wochen Abstand). Wichtig ist nach wie vor die Regelung, die Bestellungen für Erst- und Zweitimpfungen auf gesonderten Rezepten durchzuführen.

Insgesamt 2,7 Millionen Dosen 

Die Ärzte haben nun bis Dienstag, den 18. Mai 12 Uhr Zeit, ihre Bestellungen an die Apotheken abzugeben. Diese müssen wiederum die Bestellungen am Dienstag bis spätestens 15 Uhr an den Großhandel gemeldet haben. Da Montag, der 24. Mai, ein Feiertag ist, werden die Impfstoffe erst am Dienstag geliefert.

Für die Woche vom 25. bis zum 28. Mai will der Bund für die Arztpraxen 1,6 Millionen Impfdosen Comirnaty bereitstellen, etwa 540.000 Dosen Janssen Vaccine und etwa 600.000 Vaxzevria. Die Gesamtliefermenge entspricht mit insgesamt 2,7 Millionen Impfstoffdosen etwa der der Vorwoche.

In der ersten Juniwoche soll die Zahl der zur Verfügung stehenden Impfdosen deutlich steigen: Dann sollen wöchentlich insgesamt rund fünf Millionen Dosen in die Praxen gelangen, davon rund 3,3 Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffes.  »Wenn die vom BMG für Juni zugesagten Impfstoffmengen kommen, wird sich die Situation in den Praxen hoffentlich etwas entspannen«, so  KBV-Vizechef Stephan Hofmeister. Derzeit führen Hofmeister zufolge fast 68.000 Hausarzt- und Facharztpraxen Impfungen gegen Covid-19 durch.

Was das Impfzubehör betrifft, so soll dieses ab KW 21 wieder mit dem gewohnten Puffer von etwa 20 Prozent zur Verfügung gestellt werden. Zuletzt (KW 18 bis 20) hatte der Puffer lediglich bei 10 Prozent gelegen.

 

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