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Vom Schreibtisch in die Bibliothek

20.12.1999  00:00 Uhr

-ComputerpraxisGovi-Verlag

LITERATUR-DATENBANK

Vom Schreibtisch in die Bibliothek

von Michael Mönnich, Karlsruhe

Wer sich den Weg in die Fachbibliothek ersparen möchte, kann Literatur auch online recherchieren und bestellen. Ein paar Tage später kommt der gewünschte Artikel per E-Mail auf dem eigenen PC an.

Im Internet steht eine große Anzahl von Literatur-Datenbanken zum Nachweis von Literatur zur Verfügung. Die Bestellung per Mausklick und die anschließende Lieferung per Post oder E-Mail wird gegen Entgelt angeboten. Die Literaturnachweissysteme im Internet können häufig kostenlos genutzt werden, hierzu zählen Zeitschrifteninhaltsdienste wie Jade (http://www.ub.uni-bielefeld.de/netahtml/jabl1.html) oder Fachdatenbanken wie Medline (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/PubMed/). Eine Liste einiger bibliographischer Datenbanken im Internet findet man bei der Universität Regensburg (http://www.bibliothek.uni-regensburg.de/internet/hehl/bibdat.htm).

Der weitaus größte Teil der wissenschaftlichen Fachliteratur liegt heute noch in gedruckter Form vor. Neben dem seit Jahrzehnten bewährten Fernleihsystem der Bibliotheken haben sich inzwischen eine Reihe von Dokumentlieferdiensten etabliert. Sie senden das gewünschte Material direkt an den Besteller, es muss nicht in einer Bibliothek abgeholt werden. Die Zusendung von Aufsätzen aus Zeitschriften oder Tagungsbänden ist in der Regel unkompliziert, da hier in der Lieferbibliothek Kopien angefertigt werden, die der Besteller behalten kann. Die meisten kommerziellen Lieferdienste beschränken sich auf diese Form der Literaturbeschaffung.

Lieferdienste

Die Lieferdienste bieten ihren Service zu unterschiedlichen Konditionen an. Weitgehend einheitlich ist der Bestellmodus über ein Formular im Internet, per E-Mail und Fax. Die Lieferung des bestellten Artikels erfolgt in einer garantierten Frist zumeist per E-Mail oder FTP, alternativ auch auf dem Postweg oder über FAX. Eillieferungen werden im allgemeinen gegen Aufpreis angeboten. Die Bezahlung erfolgt gegen Rechnung. Üblich ist eine Unterscheidung zwischen nichtkommerziellen und kommerziellen Nutzern.

Elektronische Dokumentlieferung

Für die elektronische Dokumentlieferung wird der gewünschte Artikels in der Bibliothek eingescannt und als TIFF-Datei über E-Mail oder FTP ausgeliefert. Im Vergleich zum Postversand ist der elektronische Weg schneller und preiswerter. Einige Direktlieferdienste bieten auch die Dateiformate PDF oder Postscript an. Vor allem beim E-Mail-Versand können bei der Datenübertragung aber auch Probleme auftreten, da die TIFF-Dateien mitunter mehrere Megabyte groß sein können. E-Mail ist eigentlich für den Versand von kleineren Textdateien vorgesehen, und die Zustellung sehr großer E-Mails scheitert häufig an den zwischengeschalteten Übertragungsrechnern. Es empfiehlt sich daher, elektronische Dokumente über FTP selbst abzuholen, auch wenn dies auf den ersten Blick umständlich erscheint.

Subito

Subito wurde 1997 als bundesweiter Direktlieferdienst eingeführt, an dem alle wichtigen deutschen Bibliotheken teilnehmen. Die Bestellung ist über WWW möglich (http://www.subito-doc.de). Die Normallieferung erfolgt innerhalb von drei Werktagen, die Eilbestellung dauert einen Werktag. Der Besteller muss selbst anhand der Zeitschriftendatenbank die Bibliothek ermitteln, welche die gewünschte Zeitschrift besitzt.

Für Privatpersonen, Schüler, Auszubildende, Studierende und Angehörige der Hochschulen kostet ein bis zu 20 Seiten langer Artikel je nach Lieferart zwischen 5 und 20 DM. Die Lieferbedingungen und Preise jeder Bibliothek kann der Besteller unter http://www.subito-doc.de/base/nutzw.htm abfragen.

Direktbestellung bei einer Fachbibliothek

In Deutschland teilen sich mehrere Bibliotheken die Aufgabe, Literatur zu bestimmten Gebieten möglichst vollständig zu sammeln. Diese werden als Sondersammelgebiete (SSG)- oder als Zentrale Fachbibliotheken bezeichnet; eine Liste findet man unter http://webis.sub.uni-hamburg.de. Für die Pharmazie besonders relevante Bibliotheken sind:

  • Pharmazie: Universitätsbibliothek Braunschweig
  • Medizin: Zentralbibliothek für Medizin Köln
  • Chemie, Technik, Naturwissenschaften: Technische Informationsbibliothek TIB Hannover
  • Biologie: Senckenbergische Bibliothek Frankfurt

Alle wichtigen Sondersammelgebietsbibliotheken und Zentralen Fachbibliotheken liefern Dokumente entweder über den Schnelllieferdienst der SSG-Bibliotheken (SSG-S) oder über hauseigene Lieferdienste, die Kosten legt die Bibliothek selbst fest.

Regionale Liefersysteme für Zeitschriftenartikel

Die Bibliotheken in mehreren Bundesländern bieten regionale Liefersysteme für Zeitschriftenartikel an. Dieser ebenfalls kostenpflichtige Dienst nennt sich in Nordrhein-Westfalen Jason und GBV-Direkt in den Bundesländern Niedersachen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Im Laufe des Jahres 2000 wird zudem noch ein Fernleihverbund Bayern - Baden-Württemberg hinzukommen. Zugangsvoraussetzung bei Jason ist der Erwerb von Transaktionsnummern, bei GBV-Direkt die Registrierung.

Aus dem Nebeneinander der verschiedenen Liefersysteme ergibt sich, dass ein Aufsatz bei verschiedenen Lieferdiensten zu jeweils unterschiedlichen Konditionen bestellt werden kann. Vor einer Bestellung sollte man daher unbedingt bei den Anbietern die aktuellen Lieferbedingungen abfragen. Top

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