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In der Schmiede: Aventis Pharma

07.12.1998  00:00 Uhr

-Wirtschaft & HandelGovi-Verlag

In der Schmiede: Aventis Pharma

Zu einem "Merger of equals" wollen sich Hoechst und Rhône-Poulenc in zwei Schritten zusammenschließen und darin die Life-Sciences Aktivitäten beider Unternehmen einbringen. Dazu soll die gemeinsame Tochter Aventis gegründet werden. Dies verkündeten die Vorstandsvorsitzenden von Hoechst und Rhône-Poulenc, Jürgen Dormann und Jean-René Fourtou am 1. Dezember in Straßburg.

Zum Vorstandsvorsitzenden soll Dormann und zum stellvertretenden Vorsitzenden Fourtou ernannt werden. Dem Vorstand gehören dann des weiteren Igor Landau und Horst Waesche an. In das geschäftsführenden Komitee werden außerdem Alain Godard, Richard J. Markham, Patrick Langlois, René Pénisson und Klaus-Jürgen Schmieder berufen. Die gemeinsame Gesellschaft soll nach französischem Recht mit Sitz in Straßburg gegründet werden. Vor einer endgültigen Fusion haben sich beide Partner verpflichtet, die verbliebenen Aktivitäten in der industriellen Chemie zu veräußern werden.

Besorgten Stimmen von Betriebsräten, Gewerkschaftern und Politikern hielt Dormann in einem Spiegel-Gespräch den bereits abgeschlossenen Standortsicherungsvertrag entgegen, der bis zum Jahr 2002 die Arbeitsplätze im Rhein-Main-Gebiet garantiert. Zugleich betonte er, sein Unternehmen sei jetzt da, "wo wir hinwollen". Nach der Integrationsphase könne Aventis aus eigener Kraft wachsen.

Unter Vorbehalt aller rechtlich erforderlichen Zustimmungen, insbesondere durch die Hauptversammlungen, die für Mai 1999 anberaumt sind, wollen die Partner die Transaktion Mitte nächsten Jahres abschließen. Mit einem pro forma Umsatz für 1997 von rund 20 Milliarden Dollar und etwa 95.000 Mitarbeitern wird das europäische Unternehmen Aventis weltweit führend im Life Sciences-Bereich, insbesondere in den Arbeitsgebieten Pharma und Landwirtschaft. Das Budget für Forschung und Entwicklung wird auf rund 3 Milliarden Dollar addiert. Das Synergiepotential von jährlich rund 1,2 Milliarden Dollar soll bereits in den nächsten drei Jahren erreicht werden, davon im Bereich Pharma 60 Prozent und in der Landwirtschaft und anderen Arbeitsgebieten 40 Prozent.

Die Pipeline der Aventis Pharma umfasse mehr als 60 Präparate, wie es in der gemeinsamen Erklärung weiter heißt. Außerdem sollen bereits in den nächsten vier Jahren eine Reihe neuer Präparate in den Indikationsgebieten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Infektionen, Krebs, Asthma/Allergien, Diabetes, Erkrankungen des Zentralen Nervensystems, Blutplasmaprodukte und Knochenerkrankungen auf den Markt kommen.

Wesentliches Ziel ist der Ausbau der Marktstellung in den USA, wo Aventis Pharma ein gemeinsames Vertriebsnetzwerk mit mehr als 3400 Mitarbeitern verfügen wird, das ausgebaut werden soll.

Artikel von der PZ-RedaktionTop

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