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Schwangere auf Toxoplasmoseuntersucht

30.11.1998  00:00 Uhr

-Medizin

Govi-Verlag

Schwangere auf Toxoplasmose untersucht

Eine nicht behandelte Erstinfektion mit dem Parasiten Toxoplasma gondii während der Schwangerschaft kann zur Fehlgeburt, Wasserkopf und zu schweren Schädigungen der Augen bis hin zur Erblindung führen. Bei begründetem Verdacht auf Toxoplasmose, können entsprechenden Untersuchungen auch weiterhin mit der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet werden, meldet das Robert-Koch-Institut (RKI). Bestehe dieser Verdacht nicht, kann die Schwangere eine solche Untersuchung von ihrem Arzt fordern, muß sie jedoch selbst bezahlen.

Der Arzt solle aber auch aus haftungsrechtlichen Gründen dem Wunsch entsprechen, sofern nicht durch vorangegangene Untersuchungen bereits eine Immunität der Mutter belegt ist, empfiehlt das RKI. Die Empfehlungen für labordiagnostische Untersuchungen seien durch das RKI jetzt aktualisiert und veröffentlicht worden.

Das Robert Koch-Institut fordere seit Jahren die Erweiterung der bestehenden Mutterschafts-Richtlinien dahingehend, daß nicht nur wie bisher ein Teil der Schwangeren, sondern alle werdenden Mütter auf Kosten der Krankenkassen auf Toxoplasmose untersucht werden. Die vorsorgliche Untersuchung aller Schwangeren sei erforderlich, weil beim gesunden erwachsenen Menschen die Infektion mit dem Toxoplasma-Parasiten in aller Regel symptomlos bleibt. Das Robert Koch-Institut schätzt, daß es im Jahr zu 1500 Schädigungen durch pränatale Toxoplasmainfektionen kommt. Toxoplasma gondii ist ein einzelliger Parasit, der von frisch infizierten Katzen ausgeschieden wird. Im Erdboden kann der Erreger als Oozyste überleben. Durch orale Aufnahme infizieren sich verschiedene Zwischenwirte. Dazu gehören auch Schlachttiere, insbesondere Schweine. Vom Menschen werden Toxoplasmen als Zyste vor allem durch den Verzehr rohen oder ungenügend gekochten beziehungsweise gebratenen Fleisches aufgenommen. Ein Infektionsrisiko besteht auch durch mangelhafte Küchenhygiene bei Zubereitung von Fleischspeisen. Um sich nicht mit Oozysten von Toxoplasmen zu infizieren, sollten Schwangere nach Gartenarbeiten oder anderen Tätigkeiten, bei denen sie mit Erde in Berührung gekommen sind, gründlich die Hände waschen. Auch beim Umgang mit Katzen sind die hygienischen Grundregeln zu beachten.

Meldung aus der PZ-Redaktion

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