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Sanacorp ist denHerausforderungen gewachsne

23.11.1998  00:00 Uhr

-Wirtschaft & Handel

Govi-Verlag

VERTRETERVERSAMMLUNG

Sanacorp ist den
Herausforderungen gewachsne

Sollten drei Schlagwörter ausreichen, um die Vertreterversammlung der Sanacorp eG in München zu beschreiben, dann fällt die Wahl leicht. Harmonie, Erfolg, Sorge - so unterschiedlich die Begriffe auch sein mögen, so prägend erscheinen sie als zusammenfassendes Fazit der Vertreterversammlung, die die genossenschaftliche Pharmazeutische Großhandlung im Münchner Hilton veranstaltete.

Harmonie und Erfolg können bei der Sanacorp in einem Atemzug genannt werden. Die guten Geschäftszahlen der vergangenen Jahre, und dies trotz der vom Vorsitzenden des Vorstandes, Dr. Jürgen Brink, genannten schwierigen Rahmenbedingungen, lassen keinen Zweifel an der Kompetenz der Führungsriege des Konzerns aufkommen.

Trotz einer Erkältung also für den Vorstandsvorsitzenden kein Grund verschnupft zu sein: Die wichtigste Tochter im Sanacorp-Genossenschaftsverbund, die noch junge Sanacorp AG, macht den Genossenschaftlern Freude. Auch wenn die Zuzahlungserhöhung in 1997 den Umsatzzuwachs in der gesamten Branche, auch bei Sanacorp, ausbremste. Der Sanacorp-Genossenschaftskonzern erwirtschaftete 1997/98 knapp 3,6 Milliarden DM Umsatz, und ist damit einer der Big Player der Branche.

Auf der Aktivseite bilanziert die Genossenschaft 236,9 Millionen DM; das Gros ist Anlagevermögen, immerhin rund 160 Millionen DM mißt die Beteiligung an der Sanacorp Pharmahandel AG. Bilanziert wurden auch die Optionen auf den Kauf von Anzag-Aktien bis Ende August 1999. Macht Sanacorp eG die Option geltend, gehören ihr 25 Prozent plus drei Aktien der Anzag. Sicherheit gibt die Eigenkapitalquote von knapp 90 Prozent. Ein Symbol für die Standfestigkeit und Unabhängigkeit des Konzerns.

Wie schnell auch ein milliardenschweres Unternehmen wie die Sanacorp-Gruppe reagieren und entscheiden kann, zeigen die Reaktionen auf den zeitweiligen und "natürlichen" Mitgliederrückgang. Der Überalterung mit neuen Mitgliedern vorbeugen - gesagt, getan: In kürzester Zeit steigerte man den Mitgliederbestand merklich, holte die Rückgänge auf, und hat sich nun mittelfristig ehrgeizige Ziele gesetzt. Bis zum 30. Juni 1999 will man 6500 Genossenschaftsmitglieder, ein Jahr später 6750 zählen.

Auch wenn die Adiuvo Gesellschaft für Marketing und Vertrieb von Hilfsmitteln für Pflegebedürftige mbH noch konsolidiert wurde: Das Geschäftsfeld hat Sanacorp aufgrund mangelnder Rentabilität und fehlender Umsatzzuwächse aufgegeben, wenngleich die Leistungen durch Kooperationsverträge für die Sanacorpkunden noch nutzbar bleiben.

Brink erläuterte, man habe den leichten Umsatzrückgang der Sanacorp AG in Kauf genommen, um die Ertragssituation zu festigen. Schließlich konnte der Jahresüberschuß um knapp 0,8 auf 6,9 Millionen DM gesteigert werden. Wichtiges Merkmal für die weitere Entwicklung des Konzerns ist die Prozeßkostenverbesserung, das Benchmarking. Das Kostenniveau beträgt in einigen Bereichen nur noch rund 85 Prozent der Ausgangsmarke. Produktivität und Qualität wurden verbessert, der Servicegedanke werde umgesetzt, so Brink.

Die erheblichen Investitionen in die Gründung und den weiteren Ausbau der Geschäftsstellen zeigen Erfolge. Dies gilt auch für das Leanstorekonzept, mit dem das Management im Beratungsegment nicht nur den Service ausbauen, sondern die Apotheker gleichsam an das Unternehmen anbinden will.

Einzige Sorge des Unternehmens ist die aktuelle Politik. Wohin der Weg führe sei nicht vorhersehbar. Brink: "Die Positivliste hängt wie ein Damoklesschwert weiterhin über unserem Markt."

Mit ihrem einstimmigen Votum entlasteten die Vertreter Vorstand und Aufsichtsrat und stimmten auch der vorgeschlagenen Mittelverwendung zu. Mit einer Rendite des Geschäftsguthabens von jährlich 12 Prozent konnten die Mitglieder zufrieden sein.

Apotheker Jürgen Funke, der den Aufsichtsrat bereits seit einem Jahr geleitet hatte, wurde nun von der Versammlung zum Vorsitzenden des Aufsichtsrates gewählt. Bereits am 9. Dezember trifft man sich in München wieder: dann tagt die Generalversammlung der Sanacorp AG.

PZ-Artikel von Thomas Bellartz, München
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