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Alphahydroxysäuren gesundheitlich bedenklich

23.11.1998  00:00 Uhr

-Pharmazie

Govi-Verlag

Alphahydroxysäuren
gesundheitlich bedenklich

Kosmetika mit einer hohen Konzentration an Alphahydroxysäuren (AHA) sind gesundheitlich bedenklich, meldet das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz (BgVV). Die Haut reagiere auf Zubereitungen mit hohem AHA-Anteil mit Ausschlag und Juckreiz. Sie röte sich, schwelle an und könne Blasen bilden. Die Einwirkung von Sonnenlicht verstärke die Reaktion.

Vor allem Zitrusfrüchte, Weintrauben und Äpfel enthalten geringe Mengen der Naturstoffe. Die Fruchtsäuren werden verschiedenen kosmetischen Mittel zum Straffen der Haut wie Cremes, Lotionen und Lösungen, zugesetzt. Hersteller verarbeiten meist Glykolsäure, Milchsäure, Apfelsäure, Zitronensäure und Weinsäure. Ihr Einsatz in Kosmetika sei allerdings bisher nicht speziell geregelt, so das BgVV.

AHAs steigern Festigkeit sowie Elastizität der Haut und glätten bis hin zum Peeling. Die Effekte sind jedoch stark konzentrations- und pH-abhängig. Dabei gilt: Je saurer und höher konzentriert, desto stärker die Wirkung, aber auch die Nebenwirkungen der Säuren.

Mehrere Mitgliedsstaaten der EU hätten eine Regulierung der AHA-Konzentration in der EU-Kosmetik-Richtlinie mit maximalen Einsatzkonzentrationen und obligatorischen Warnhinweisen für Verbraucher gefordert. Aus Untersuchungen ließe sich jedoch ableiten, daß für Glykolsäure eine maximale Konzentration von 4 Prozent als sicher angesehen werden kann, wenn der pH-Wert über 3,8 liegt, so das Bundesinstitut. Bei Milchsäuren lägen die Werte bei 2,5 Prozent und pH 5. Der europäische Herstellerverband Colipa schlage jedoch Konzentrationen von bis zu 10 oder 12 Prozent und einen pH-Wert von mindestens 3,5 vor. Ob diese Mengen an Glykol- und Milchsäure sowie die Verwendung der übrigen Fruchtsäuren gesundheitlich unbedenklich seien, konnte bisher noch nicht ausreichend nachgewiesen werden.

Das BgVV empfiehlt Verbrauchern deshalb, beim Kauf die Konzentrationsangaben und den pH-Wert zu kontrollieren, die Haut direkt nach dem Eincremen vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen und die AHA-haltigen Kosmetika nicht in der Nähe der Augen oder Schleimhäute aufzutragen..

Artikel von der PZ-Redaktion Top

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