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Antihomotoxische Medizinin Studien erprobt

16.11.1998  00:00 Uhr

-Pharmazie

Govi-Verlag

Antihomotoxische Medizin
in Studien erprobt

Als Bindeglied zwischen Schulmedizin und Homöopathie versteht sich die antihomotoxische Medizin, die der Arzt Dr. Hans-Heinrich Reckeweg in der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts entwickelte. Die Medikamente können genauso effektiv wirken, wie konventionelle Allopathika. Das zeigen zwei Studien an Patienten mit Heuschnupfen und Schwindelsymptomen.

Bei leichtem bis mittelschwerem Heuschnupfen war die lokale Gabe von Luffa comp. Nasentropfen genauso effektiv und sicher wie die Therapie mit Dinatrium-Cromoglycinsäure. Das ergab eine doppelblinde, randomisierte Äquivalenzstudie an 146 Patienten mit allergischer saisonaler Rhinitis, die am 31. Oktober bei einem Pressegespräch der Firma in Baden-Baden vorgestellt wurde. Das homöopathische Mittel enthält eine Kombination von Luffa operculata, Galphimia glauca, Histaminium und Sulfur in jeweils drei Potenzstufen.

Die Therapiephase begann zwischen Ende Januar bis Ende Juni, um sowohl die Baumblüte als auch die Gräserblüte zu erfassen, und dauerte im Mittel 42 Tage. In beiden Gruppen applizierten die Patienten die Medikamente viermal täglich, erläuterte Dr. Lutz Gegenheimer. Die Wirksamkeit wurden anhand von Anwendungsbeobachtungen untersucht. Beide Medikationen reduzierten die Symptome rasch und nachhaltig. In der statistischen Auswertung waren die Präparate therapeutisch äquivalent. Ihre Wirksamkeit wurde von etwa achtzig Prozent der Ärzte und Patienten als sehr gut bis gut beurteilt. Potentielle lokale Reizerscheinungen waren selten und nur mild bis mäßig ausgeprägt.

Schwindelsymptome reduziert

119 Patienten mit akutem oder chronischem Schwindel wurden in die zweite, in Baden-Baden vorgestellte Studie, einbezogen. Sie erhielten über sechs Wochen jeweils dreimal täglich 15 Tropfen eines Standardmedikaments (Betahistin 20 mg/ml) oder des antihomotoxischen Präparats Vertigoheel. Andere Antivertiginosa waren nicht erlaubt. Der Therapieverlauf wurde mit Tagebuch, vertigo-spezifischem Fragebogen und einem Fragebogen zur allgemeinen Lebensqualität dokumentiert.

Beide Medikamente konnten die Hauptzielkriterien Häufigkeit, Dauer und Intensität der Schwindelattacken signifikant mildern und erwiesen sich darin als therapeutisch äquivalent. Auch die Lebensqualität verbesserte sich in beiden Behandlungsgruppen kontinuierlich, berichtete Dr. Rainer Gottwald. Die Wirksamkeit der Medikation wurde in beiden Gruppen in etwa siebzig Prozent der Fälle als sehr gut bis gut, die Verträglichkeit zu über neunzig Prozent als ausgezeichnet bis gut beurteilt.

Eingriff in den Zytokin-Stoffwechsel

Einen Ansatz zu möglichen Wirkmechanismen der antihomotoxischen Präparate lieferte Professor Dr. Hartmut Heine, Leiter des Instituts für Antihomotoxische Medizin und Grundregulationsforschung in Baden-Baden. Danach sollen die Medikamente in den Zytokin-Stoffwechsel eingreifen und eine immunologische Beistandsreaktion auslösen. Regulatorische Th3-Lymphozyten würden aktiviert, den stark entzündungshemmenden Transforming Growth Factor-beta und andere entzündungsmodulierende Zytokine wie Interleukin-10 freizusetzen. Th1- und Th2-Zellen würden nicht beeinflußt.

PZ-Artikel von Brigitte M. Gensthaler, München
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