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Experte warnt vor neuer Grippe-Pandemie

02.11.1998
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Experte warnt vor neuer Grippe-Pandemie

Vor der Gefahr einer neuen weltweiten Grippe-Epidemie hat der Leiter des Berliner Robert Koch-Instituts, Reinhard Kurth, gewarnt. In bestimmten Abständen entwickle sich immer wieder ein neues, bislang unbekanntes Grippe-Virus, sagte der Virologe am 18. Oktober in Berlin. Gegen dieses sei dann noch kein Impfstoff entwickelt worden. International sei man sich daher darüber einig, daß in absehbarer Zeit mit einer neuen Pandemie - also einer weltweiten Epidemie - zu rechnen ist. In Deutschland würden aus diesem Grund derzeit bereits alle Seuchenpläne überprüft. Kurth erinnerte daran, daß bei der Pandemie im Winter 1918/19 zwanzig Millionen Menschen an einem Influenza-Virus starben.

Der "größte Killer" der Gegenwart bleibt nach Kurths Worten das HI-Virus. Aids habe 1998 unter allen Seuchen die meisten Todesopfer gefordert, gefolgt von Malaria und der auch wieder in Deutschland auftretenden Tuberkulose. Sorge bereite auch die zunehmende Verbreitung der Hepatitis, speziell des vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragenen Virus-Types B.

Hauptursachen für eine weitere Verbreitung von Seuchen und das auch in Europa zu registrierende Wiederauftauchen längst besiegt geglaubter Erkrankungen sind Kurth zufolge die wachsende Verelendung großer Teile der Weltbevölkerung, aber auch der zunehmende Reiseverkehr und die Durchlässigkeit der Grenzen.

dpa-Meldung

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