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Typ-II-Diabetiker normnah einstellen

26.10.1998
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Typ-II-Diabetiker normnah einstellen

"Der Altersdiabetes ist eine sehr ernste Erkrankung, die keine leichten oder schweren Stadien kennt. Zielwerte der Blutglukoseregulation und des Fettstoffwechsels sind heute unzweifelhaft die Normalität, das heißt ein HbA1C um 6 Prozent." So umriß Dr. Hans-Joachim Lüddecke, Oberarzt am Diabeteszentrum des Krankenhauses München-Bogenhausen, die Therapieziele bei einem von Hoechst Marion Roussel unterstützten Grünwalder Gespräch im September in München.

Auch die neue Definition, die von der WHO und der Amerikanischen Diabetes Gesellschaft vorgeschlagen wurde, ermöglicht eine frühere Diagnose und Therapie. Danach zeigt ein Plasmaglukose-Wert von 126 mg/dl nüchtern den Diabetes an. Dies entspreche auch den Ergebnissen einer neuen amerikanischen Untersuchung, wonach Spätkomplikationen abrupt und dramatisch ansteigen, wenn der Nüchternblutzucker von 109 auf 120 mg/dl ansteigt, erklärte der Diabetologe und Angiologe. Das Zeitfenster für orale Antidiabetika werde angesichts der strengen Zielwertorientierung jetzt enger. In führenden Kliniken sei die intensivierte Insulintherapie auch beim Typ-II-Diabetes inzwischen Standard, da sie der konventionellen Behandlung überlegen sei. Wenn es von der Motivation und den Fähigkeiten des Patienten her möglich sei, spricht nach Meinung Lüddekes nichts dagegen, die Stufe der oralen Antidiabetika ganz zu überspringen und sofort mit einer intensivierten Insulintherapie zu beginnen.

PZ-Artikel von Brigitte M. Gensthaler, München

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