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Biotech-Leber soll krankes Organ entlasten

19.10.1998
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-Medizin

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Biotech-Leber soll krankes Organ entlasten

Auf biotechnologisch hergestellte Herzklappen und Lebersysteme setzen Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover. Professor Dr. Axel Haverich und sein Team wollen noch 1998 einen Antrag bei der Ethik-Kommission stellen, um das Verfahren am Menschen zu testen, meldet die dpa.

Beim Tissue Engineering stellen Mediziner »bioartifizielle« Organe her, die aus menschlichen Zellen und tierischen oder technischen Elementen bestehen. Mit dem Lebersystem, das jetzt in Hannover vorgestellt wurde, könne Menschen geholfen werden, deren Leber durch einen Autounfall, eine Krebserkrankung oder eine Pilzvergiftung nicht mehr funktionstüchtig ist. Dabei werde der Patient einige Tage an das Ersatzorgan angeschlossen, das die eigene Leber entgiftet. Bei dem System handele es sich um eine Schweineleber, von der nur die Trägerstrukturen entnommen werden, da der menschliche Organismus diese nicht abstößt. Das Organ arbeitet außerhalb des menschlichen Körpers. Ein ähnliches Verfahren werde in den USA bereits an Menschen getestet, sagte Haverich. Vollständige Organe biotechnologisch herzustellen sei jedoch noch Zukunftsmusik, so Birgitt Stein vom Universitätskrankenhaus Eppendorf in Hamburg. Ren-Ke Li aus Toronto stellte auf dem Workshop in Hannover ein Verfahren vor, das Herzinfarktpatienten Hilfe verspricht: Der Mediziner tauscht abgestorbene Zellen im Infarktbereich durch künstlich gezüchtete gesunde Zellen aus. Das bisher nur an Tieren erprobte Verfahren sei erfolgreich verlaufen.

dpa-Meldung

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