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Defizite in der Malaria-Diagnostik

19.10.1998  00:00 Uhr

-Medizin

Govi-Verlag

Defizite in der Malaria-Diagnostik

Über Mängel in der Malaria-Diagnostik berichtet das Centrum für Reisemedizin in seinem Infodienst. In einem Ringversuch zur Qualitätssicherung von Laborbefunden hätten nur 46 Prozent der teilnehmenden Laboratorien in Blutproben den Malaria-Erreger Plasmodium falciparum erkannt. Ein Viertel entdeckte zwar den Parasiten, ordnete ihn jedoch einer anderen Art zu. 29 Prozent fanden überhaupt keine Parasiten im Blut.

Das Ergebnis sei nicht überraschend, interpretiert das CRM den Ringversuch. Aufgrund der relativ geringen Parasitendichte sei die Untersuchung recht schwierig. Zumindest müsse man den etwa 200 teilnehmenden Laboratorien Interesse an einer Qualitätssicherung bescheinigen. Die Mehrzahl der 592 Vertragslabors mit Kassenzulassung habe dies offenbar nicht. Dagegen gebe es keine Einwände, solange die Untersuchung nicht in deren Leistungskatalog angeboten würde. "Vielleicht ist die mikroskopische Parasitologie als nostalgisches Handwerk in einer Ecke des High-tech-Labors einfach verkümmert", mutmaßt das CRM. Eine Einrichtung mit vergleichbarer Fehlerquote im apparativen Bereich hätte aber keine Überlebenschance.

Artikel von der PZ-Redaktion

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