Pharmazeutische Zeitung online

Offensive

12.10.1998
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-Editorial

Govi-Verlag

Offensive

von Thomas Bellartz,
Chef vom Dienst

Rekordbesuch, Rekordausstellungsfläche, enormes Medieninteresse, Innovationen an beinahe jedem Stand - die Expopharm hat sich nicht nur als Europas größte pharmazeutische Fachmesse etabliert, sondern kann eine Initialwirkung für die Apothekenlandschaft haben.

Während parallel die Standespolitiker in Plenum und Arbeitskreisen des Deutschen Apothekertages die grundsätzliche politische Richtung diskutierten und fixierten, nutzten Industrie, Großhandel und Dienstleister die Münchner Messe, um ebenfalls richtungsweisend aktiv zu sein.

Natürlich ist dort nicht alles Gold was glänzt, nicht alles nutzbar, sinnbringend und erfolgversprechend. Das gilt in einer selbstkritischen Betrachtung sowohl für das Erreichte als auch für das Angestrebte. Aber nur hochgesteckte Ziele ermöglichen optimale Ergebnisse, machen fortwährende Bestandsaufnahmen unerläßlich, ermöglichen Erfahrung und Selbstkritik.

Die Kombination aus Apothekertag, Kongreß und Messe hat gezeigt, wie vielfältig die Interessen der Apothekerinnen und Apotheker sind. Die Mischung macht es. Eine Mischung aus Standespolitik als Transmitter zu den Entscheidern in Bonn und Brüssel, mit klaren Meinungen und Aussagen. Kombiniert damit die fundierte fachliche Kompetenz, die eine Veranstaltung wie der Expopharm-Kongress liefert. Und - gar nicht nebenbei - die Messe. Hier streckt der Markt seine Fühler aus, zeigt Präsenz. Hier werden Visionen und Innovationen Realität, können Apotheker und Angestellte diskutieren und entscheiden.

Frei nach dem Motto "Der Weg ist das Ziel" sollte nun verfahren werden. Man muß mutig und offensiv auftreten, Allianzen nicht fürchten, sondern eingehen. Der Apotheker braucht sich nicht zu verstecken. Er erbringt eine optimale, unersetzliche Leistung. Und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Das erfordert keinen Rückzug, sondern Offensive.

Die ABDA hat diese Offensive gestartet. Der Tag der Apotheke war ein guter Anfang, der Apothekertag hatte ebenfalls Signalwirkung. Die Apotheken sind in der Gesundheitspolitik gut positioniert. Aber natürlich gibt es nichts, was sich nicht noch verbessern, nicht ausbauen ließe.

Das Neben- und Miteinander von Standespolitik, Wissenschaft und Wirtschaft in München muß Maßstab sein für die Zukunftsentwicklung des Standes. Den Schulterschluß nicht üben, sondern vollziehen. Gemeinsam artikulieren, was für den Patienten gut, für die Gesundheitspolitik sinnvoll ist. Und gemeinsam Druck ausüben auf Politik und Gesetzgebung. Als Lobbyisten und kompetente und verläßliche Partner im Gemeinwesen. Top

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