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Auftritt im Internet

13.10.1997  00:00 Uhr

-Wirtschaft & Handel

Govi-Verlag

Auftritt im Internet

Die deutschen Apotheken entdecken das Internet. Immer mehr präsentieren sie sich und ihre Leistungen auf eigenen Homepages im Netz der Netze. Konnte man vor Jahresfrist die Anzahl noch an den Fingern einer Hand abzählen, so finden sich mittlerweile über hundert verschiedene Angebote. Jede Woche sind drei bis vier Neueinsteiger zu vermerken, und die Tendenz ist stark ansteigend.

Dieser Artikel will den Unentschlossenen Mut machen und Hilfestellungen zum ersten Auftritt im Netz geben, denn innerhalb und außerhalb des Internets finden sich eine Vielzahl von Hilfsangeboten und Ressourcen, welche teilweise unentgeltlich nutzbar sind.

Die Präsentation der eigenen Apotheke als modernes und zeitgemäßes Unternehmen, die Werbung für besondere Warenangebote (keinesfalls aber für Arzneimittel!) und Dienstleistungen oder auch nur das Bestreben, die Claims für die eigene Apotheke im Zeitalter der Informationstechnologie abzustecken, dies alles sind mögliche Gründe für eine Präsentation der eigenen Apotheke im Internet.

Die Auswahl der Inhalte und ihre Präsentation im Internet sollte sorgfältig geplant werden. Anregungen zur Erarbeitung der eigenen Inhalte bietet das Internet selbst. Ein Besuch auf den vielen Informationsseiten von Kolleginnen und Kollegen im In- und Ausland verschafft einen guten Überblick. Sinnvoll und relativ einfach zu erstellen ist natürlich die Information über spezifische Warenangebote, etwa die eigene Kosmetikserie und besondere Dienstleistungen wie Laboruntersuchungen in der eigenen Apotheke. Die Vorstellung des Apothekenteams und selbstverständlich die Darstellung der besonderen Qualifikationen der einzelnen Mitarbeiter können die Stärken der Apotheke aufzeigen. Eine Anfahrtsskizze als Hilfe für nicht Ortskundige ist ebenfalls schnell hinterlegt.

Etwas aufwendiger ist die Veröffentlichung des Notdienstplanes, da hier regelmäßige redaktionelle Änderungen erforderlich werden. Gleiches gilt für Patienteninformationen, deren Werbeeffekt sich im Laufe der Zeit allerdings abnutzt. Solche Informationsangebote sind besonders geeignet, die Beratungskompetenz der eigenen Apotheke zu belegen. Das Prunkstück einer Internetpräsentation ist das Angebot aktueller Informationen, zum Beispiel zu den geänderten Zuzahlungen. Hier sind die redaktionellen Anforderungen am höchsten. Der Lohn dafür sind höhere Besucherzahlen und vor allem regelmäßig wiederkehrende Besucher.

Mittlerweile gibt es eine Reihe von Hilfestellungen, die von verschiedener Seite angeboten werden. Erfreulich dabei ist, daß auch die Apothekerverbände die Zeichen der Zeit erkannt haben. So bietet der Apothekerverband Nordrhein über die Apotheken-Akademie Nordrhein EDV-Seminare zur Nutzung des Internets und zur Erstellung einer Homepage an. Weitere Beratung und Dienstleistungen zum Thema Einstieg ins Internet bieten die EDV-Agentur Greinert, der Club Infopharm oder das von Apothekern ins Leben gerufene Projekt Apo.de.

Sinnvoll ist auch eine Zusammenarbeit von mehreren Apotheken. Beispiele sind die Arbeitsgemeinschaft Braunschweiger Apotheken (ABA) oder aber auch der Zusammenschluß vorwiegend Berliner Apotheken unter der Adresse
http://www.apo-net.de (nicht zu verwechseln mit dem ApoNet der ABDA). Sie organisieren gemeinsam Ihren Auftritt im Internet.

Der erste Schritt zur eigenen Homepage ist die Auswahl eines Providers, also eines Partners, der den Zugang zum Internet verschafft. Der Provider hinterlegt die Seiten auf seinem Server und macht sie damit für Besucher zugänglich. Provider sind beispielsweise die großen Onlinedienste wie T-Online, CompuServe und America Online (AOL). Neben diesen überregional agierenden Providern besteht die Möglichkeit, mit einem regional ausgerichteten Partner zusammenzuarbeiten. Dieser bietet in der Regel auch die Erstellung von Internetseiten an. Der Nachteil ist in vielen Fällen ein nur gering ausgeprägtes Gespür für die spezifischen Bedürfnisse einer Apotheke. Die Preise für das Erstellen und Hinterlegen der Internetseiten variieren stark und sind aufgrund unterschiedlichster Preisfindungs- und Abrechnungsmodalitäten nur schwierig miteinander vergleichbar.

Die Möglichkeit, ohne Kosten eigene Internetseiten zu hinterlegen, bietet sich beispielsweise bei "GeoCities im Internet". Die Seiten werden thematisch in verschiedene Bereiche geordnet, gleichzeitig kann man eine E-Mail-Adresse erhalten.

Angebote zur Hilfestellung bei der Realisierung des Internetauftritts gibt es auch von Apothekern und der Apotheke nahestehenden Unternehmen. Bereits erwähnt wurde der Club Infopharm der Dr. Ing. Stahl GmbH. Auch Apo.de bietet die Organisation an. Der besondere Vorteil liegt dabei in der Gestaltung der Internetadresse, unter der ein Besucher die jeweiligen Apothekenseiten findet.

Das Erstellen von Internetseiten ist relativ einfach. Sie benötigen keine Programmierkenntnisse. Zur Fertigung von Internetseiten stehen eine Vielzahl von Programmen bereit, die Sie gegen eine geringe Gebühr erwerben können (zum Beispiel WebEdit, HotMetal, HotDog, HomeSite). Weniger leistungsfähige, für erste Versuche aber jederzeit ausreichende Werkzeuge werden sogar kostenfrei zur Verfügung gestellt (CompuServe Homepage Wizard).

Der große Vorteil des World Wide Web besteht in der Möglichkeit, neben einer rein textorientierten Informationsvermittlung auch graphische Elemente einbinden zu können. Dazu gehört auf Apothekenseiten selbstverständlich das Logo der jeweiligen Apotheke. Daneben dienen Grafiken und Abbildungen auf Internetseiten als Eye-Catcher, der Benutzerführung, der Werbung, als Seitenhintergründe oder einfach nur zur Auflockerung. Mit animierten Bildern können Sie darüber hinaus Bewegung und Abwechslung auf den Seiten erzeugen.

Solche Abbildungen kann der Betreiber einer Homepage entweder selbst erstellen, erstellen lassen oder er kann auf Grafiken aus dem Internet zurückgreifen. Neben frei nutzbaren Sammlungen von fixen und animierten Grafiken allgemeiner Art gibt es auch Grafiken, Hintergrundbilder und animierte Bilder mit Symbolen, die in direktem Bezug zur Apotheke stehen. Auch diese können frei zur Gestaltung von Apothekenseiten eingesetzt werden.

Große Grafiken erhöhen jedoch die Ladezeit über das Internet. Zu viele Grafiken bewirken eine lange Wartezeit bis zum vollständigen Aufbau der Seite. Internetseiten sollten daher nicht mit Grafiken überladen sein und zur Not auch ohne sie verständlich sein.

Haben Sie das Internetangebot der Apotheke erstellt und im Internet veröffentlicht, müssen Sie als nächstes das Angebot bekannt machen und Besucher auf die eigenen Seiten führen. Das Informationsangebot ist immens, und die Wahrscheinlichkeit, daß potentielle Besucher auf die nun hinzugekommenen Seiten aufmerksam werden, ist zunächst gering. Die können Sie aber mit einfachen Mitteln ändern.

Der am meisten genutzte Einstieg in das Internet erfolgt durch die Nutzung sogenannter Suchmaschinen. Sie durchforsten das Internet und ermöglichen eine Suche nach Schlüsselwörtern der bereits registrierten Seiten. Damit die eigenen Apothekenseiten zum Suchergebnis gehören, ist die Prämisse einer Registrierung durch den jeweiligen Suchdienst. Das manuelle Anmelden des eigenen Internetangebotes ist bei der Vielzahl von Suchmaschinen zeitaufwendig, aber nicht notwendig. Hierfür gibt es Dienstleister, welche teilweise kostenlos die Registrierung bei den meisten deutschen und internationalen Suchmaschinen vornehmen. Je mehr Verweise anderer Informationsangebote auf die eigenen Seiten zeigen, desto größer ist auch die Anzahl der Besucher. Es gibt auch Seiten, auf denen solche Verweise nach bestimmten Kriterien gesammelt und veröffentlicht werden. Das mit über einhundert hinterlegten Hyperlinks umfangreichste Verzeichnis ist der ApoIndex bei apo.de. Nicht aufgenommen werden dort allerdings solche Informationen, die den Versand von Arzneimitteln oder Bringediensten für Medikamente bewerben.

Neben den spezialisierten Linksammlungen sind elektronische Branchenbücher eine weitere Option, um über das eigene Internetangebot zu informieren. Zusätzlich zu vielen regionalen Angeboten gibt es einige überregional ausgerichtete Dienstleister. Bislang ist der Eintrag mit keinen Kosten verbunden. Dennoch sollte man die Eintragkonditionen genau studieren. Gerade Apotheken sind in der Branchenwerbung häufig das Ziel zweifelhafter Angebote.

Im Internet werden von verschiedensten Seiten Notdienstübersichten angeboten. Meist sind es regional organisierte Informationsanbieter oder auch Tageszeitungen, die den jeweiligen Apothekennotdienstplan veröffentlichen. Daneben bietet der von Apothekern eingerichtete Service
ApoNoDie eine überregionale Zusammenstellung von Notdienstplänen an. Hier kann man gegen Gebühr auch einen individuellen Notdienstkalender für die eigenen Apothekenseiten erstellen lassen.

PZ-Artikel von Ulrich Kindling, Odenthal
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