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Genzentrum gegründet

05.10.1998  00:00 Uhr

-Medizin

Govi-Verlag

Genzentrum gegründet

Wissenschaftler und Ärzte der Hamburger Uni-Klinik Eppendorf haben gemeinsam mit dem Pharmaunternehmen Strathmann ein Zentrum für somatische Gentherapie gegründet. CellTec Biotechnologie will ein Schutzgen entwickeln, mit dem Stammzellen resistent gegen Zytostatika werden. Nach Angaben des Unternehmens wurden die Laboratorien mit einem Kapital von über 10 Millionen DM ausgestattet.

Eine Chemotherapie führt bei vielen fortgeschrittenen Krebserkrankungen deshalb nicht zum Erfolg, weil Zytostatika nicht hoch genug dosiert werden können, da sie ansonsten nicht nur Krebszellen, sondern auch Stammzellen im Knochenmark zerstören. Dann droht das Immunsystem zusammenzubrechen. Mit Viren wollen die CellTec-Wissenschaftler Erbinformation in die Stammzellen schleusen. Diese soll dort die Bildung von Proteinen induzieren, die Chemotherapeutika sofort wieder aus der Zelle schleusen. Das Immunsystem würde dann von der Chemotherapie nicht mehr beeinträchtigt werden, heißt es in einer Pressemeldung.

Ähnlich hoffnungsvolle Perspektiven biete die somatische Gentherapie bei Leukämie. Eine klassische Komplikation bei der Knochenmarktransplantation ist die sogenannte Spender-gegen-Wirt-Krankheit (»graft-versus-host-disease«). Dabei greifen T-Lymphozyten des Spenders das Gewebe des Empfängers an. Um dieses Risiko auszuschließen, wollen die Wissenschaftler T-Lymphozyten des Spenders genetisch manipulieren und so ein »Selbstmord-Gen« erhalten. Sollte sich eine »Spender-gegen-Wirt-Krankheit« entwickeln, können die genetisch manipulierten Zellen durch Aktivierung des Selbstmord-Gens gezielt ausgeschaltet werden.

Artikel von der PZ-Redaktion

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