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Beratungsecke: Anregung bietet die Expopharm!

29.09.1997
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-Wirtschaft & Handel

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Beratungsecke: Anregung bietet
die Expopharm!

Den vom Gehe Pharmahandel organisierten Besuch einer Gruppe von rund 30 Apotheker/innen im Bundesgesundheitsministerium in Bonn nahm Ministerialrätin Dr. Christine Gaudich zum Anlaß, die Umsetzung der Vorschrift einer abgeschirmten Beratungsecke in der Offizin fristgerecht zum 1. Januar 1999 anzumahnen. Diese Vorschrift ist, wie schon mehrmals berichtet, in der Apothekenbetriebsordnung 1995 enthalten. "Wir rackern uns im Bundesministerium ab, den Beruf richtig darzustellen - und in der Praxis passiert nichts", so die Ministerialrätin bedauernd.

Doch die anwesenden Apotheker konnten durchaus dagegenhalten: Mindestens 20 Prozent von ihnen haben eine abgeschirmte Beratungsecke eingerichtet, um in ihrer Apotheke Blutdruckmessungen durchzuführen, Blutwerte zu analysieren oder Kompressionsstrümpfe anzumessen. Nicht einsichtig ist vielen Apothekern, weshalb das Nachtdienstzimmer beziehungsweise das Büro nicht für vertrauliche Beratungsgespräche herhalten können. Die Kollegin aus dem Bundesgesundheitsministerium lieferte hierzu den Grund. "Wie soll das in einer Einmann-Apotheke gehen? Es ist dann kein Pharmazeut in der Offizin." Dies sei schon aus Sicherheitsgründen ein Unding und den Patienten gar nicht zuzumuten. Zugleich nahm Gaudich die Sorge vor horrenden neuen Investitionen, etwa in eine mit Glaswänden abgetrennte Beratungskabine. Es reiche durchaus eine Sitzecke in der Offizin, etwa hinter einem Freiwahlregal. Voraussetzung seien Sicht- und Hörschutz. Unterhielten sich zwei Menschen direkt miteinander, sei dies zwei Meter weiter doch nicht mitzubekommen.

Sicherlich bietet der kommende Apothekertag beziehungsweise die Expopharm, die vom 16. bis 19. Oktober 1997 in Düsseldorf stattfindet, verschiedene interessante Anregungen für eine die Beratungsecke intergrierende Offizingestaltung. In vielen Apotheken werden sie bereits gut angenommen, wie eine Apothekerin beschrieb: Der Apothekenstammkunde betritt die Apotheke, winkt ihr zu und setzt sich abwartend in die Beratungsecke, um - wie üblich - Blutdruck messen zu lassen.

PZ-Artikel von Erdmuthe Arnold, BonnTop

 

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