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Perfect Body: Keine Entschädigungfür Apotheker

21.09.1998
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-Wirtschaft & Handel

Govi-Verlag

Perfect Body: Keine Entschädigung
für Apotheker

Eine dreiste Betrugskampagne in Apotheken, die sich im Sommer 1996 zugetragen hat und durch die 200 Betriebe geschädigt wurden, endete jetzt mit einer rechtskräftigen Verurteilung des Betrügers Egon Braun zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten.

Im Auftrag einiger Landesapothekerverbände war es einer Düsseldorfer Anwaltskanzlei gelungen, die Namen zahlreicher Betroffener zu sammeln sowie die Daten und Einzelheiten der Betrugsvorgänge zusammenzustellen. Davon hat sich das Amtsgericht Bergheim überzeugen lassen.

Was war geschehen? Im Juni 1996 erhielten zahllose Apotheken den Anruf einer unbekannten Kundin, die sich nach dem Reizstrommassagegerät Perfect Body erkundigte. Das Gerät war über die Firma Braun aus Pulheim bei Köln nur gegen Scheck oder Nachnahme zu beziehen. Darauf ließen sich Apotheken ein, doch die angebliche Kundin holte das Gerät in keinem einzigen Fall ab. Als die Anrufserie bekannt wurde, warnten die Landesapothekerverbände und der DAV vor weiteren Anrufen. Etlichen Apothekern gelang es so, rechtzeitig übergebene Schecks sperren zu lassen. 90 Apotheker wurden daraufhin von Anke Braun, der Inhaberin des Unternehmens, auf Kaufpreiszahlung verklagt.

Geschädigten, die sich nicht sofort gegen den Betrug gewehrt haben, ist mit dem Urteil leider nicht geholfen. Sie können die gezahlten Beträge nicht zurückverlangen, weil das Ehepaar Braun inzwischen vermögenslos ist. Für alle Apotheken sollte die Betrugsserie aber eine Lehre sein: Dubiose Warenbestellungen unbekannter Apothekenkunden sind unbedingt mißtrauisch zu behandeln.

Beitrag von der PZ-RedaktionTop

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