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Nasenspülung zu Prophylaxe und Therapie

22.09.1997
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-Medizin

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Nasenspülung zu Prophylaxe und Therapie

Die Nasenspülung mit isotoner Salzlösung ist eine einfache und zum Teil sehr wirksame Methode zur Vorbeugung von Erkältungskrankheiten. Das ist das Ergebnis einer Pilotstudie, die anläßlich eines Pressegesprächs in Frankfurt vorgestellt wurde.

An der Studie der Medizinischen Hochschule Hannover hatten 115 freiwillige Bundeswehrrekruten teilgenommen. 39 von ihnen spülten sechs Wochen lang einmal täglich ihre Nase mit isotonischem Salzwasser, die übrigen 76 spülten nicht und dienten als Kontrollgruppe. In Tagebuchaufzeichnungen hielten die Probanden Krankheitssymptome und die Anzahl von Krankeitstagen fest. Die Auswertung ergab einen deutlichen Effekt zugunsten der Nasenspülgruppe, in der erheblich weniger Krankheitstage verzeichnet wurden als in der Kontrollgruppe. Die deutlichsten (bis 5,8fachen) Unterschiede fanden sich in den letzten drei Untersuchungswochen.

Die Spülung der Nase mit Salzwasser ist eine in der Selbstmedikation schon seit langem praktizierte Methode zur Reinigung des Nasenschleimhäute. Wissenschaftliche Untersuchungen zur Bestätigung ihrer präventiven Wirkungen gegenüber Erkältungskrankheiten fehlten jedoch bislang. Mit Nasenduschen wie Rhinomer 1, 2, 3 kann die Reinigung und Befeuchtung der Nasenhöhlen, beispielsweise mit sterilem, isotonisierten Meerwasser oder Kochsalzlösung, vom Patienten selbst durchgeführt werden; je nach Indikation kann zwischen drei verschiedenen Sprühstärken gewählt werden. Durch den erhöhten Wasserdruck werden selbst bei verstopfter oder geschwollener Nase auch die tieferen Abschnitte erreicht. Meerwasser biete gegenüber herkömmlicher physiologischer Kochsalzwasserlösung einen hohen Gehalt an Mineralien und Spurenelementen, die positive Wirkungen auf die Nasenschleimhaut haben, erklärte Dr. Werner Englisch vom Medical Service der Novartis Consumer Health GmbH, München.

Neben der Prävention gibt es auch therapeutische Einsatzmöglichkeiten. Klinische Studien belegen beispielsweise eine signifikante Verbesserung der Symptome bei Rhinosinusitis und allergischer Rhinitis. Nach operativen Eingriffen an der Nase soll die regelmäßige Spülung mit Meerwasserlösung die Heilungsdauer verkürzen. Gute Ergebnisse seien auch bei der Behandlung der Rhinitis sicca erzielt worden, berichteten Dr. Rainer Keerl und Dr. Rainer Weber. Rhinitis sicca ist der Oberbegriff für einige chronische Reizzustände im Naseninneren mit zu trocken empfundener Nasenschleimhaut und bisher unklarer Ätiologie.

Die beiden HNO-Ärzte vom Städtischen Klinikum Fulda hatten in einer prospektiven Studie die Wirkung von steriler isotonischer Meerwasserlösung auf die Symptome und das Befinden von 12 Patienten mit Rhinitis sicca untersucht. Die meisten Einzelsymptome der Erkrankung besserten sich unter der Behandlung, das Symptom trockene Nasenschleimhaut sogar signifikant. Zwei Drittel der Patienten hatten das Gefühl, daß sich ihr Befinden gebessert hatte, über 90 Prozent von ihnen stuften die Behandlung als sehr gut verträglich ein. Als Hauptwirkmechanismen vermuten die beiden Mediziner die Hydrierung des Schleims und die Verbesserung der wäßrigen Phase des Nasensekrets

Beitrag von der PZ-RedaktionTop

 

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