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Hormonhaltige Pessare jetzt im Handel

08.09.1997
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Govi-Verlag

Hormonhaltige Pessare jetzt im Handel

Seit 1. September ist in Deutschland ein Levonorgestrel-haltiges Intra-Uterin-System (IUS) auf dem Markt, das die Vorteile oraler Kontrazeptiva und kupferhaltiger Intra-Uterin-Pessare (IUP) verbinden soll.

Das neue System ist nach Herstellerangaben besonders für Frauen geeignet, die bereits Kinder geboren haben. Es wird wie ein IUP in die Gebärmutter eingeführt und soll bis zu fünf Jahre lang täglich 20 µg des Gestagens Levonorgestrel freigeben, wie der Hersteller Schering in einer Pressenotiz mitteilt. Die Regelblutung werde kürzer, leichter und weniger schmerzhaft, die kontrazeptive Zuverlässigkeit komme einer Sterilisation gleich, heißt es weiter. Nach Entfernen des IUS (Handelsname Mirena®) stelle sich die Fertilität rasch wieder ein.

Das bereits in verschiedenen europäischen Staaten eingeführte Intra-Uterin-System besteht aus einem T-förmigen Kunststoffträger, der 52 mg Levonorgestrel enthält. Die kontrazeptive Wirkung beruht auf drei Mechanismen, die durch die lokale Gestagenwirkung zustande kommen: lokale Suppression des Endometriums, Zähigkeitszunahme des Zervixsekrets sowie Hemmung der Spermienfortbewegung im Uterus und in den Eileitern.

Die Zuverlässigkeit des von der finnischen Firma Leiras entwickelten IUS wurde in mehr als 20 Ländern an mehr als 12.000 Frauenjahren (entsprechend 12.000 Frauen, die das System ein Jahr anwenden) untersucht. Weniger als 2 von 1.000 Frauen wurden schwanger.

Innerhalb der ersten drei Anwendungsmonate könne es zu einer verlängerten Menstruation und zu Zwischenblutungen kommen, räumt der Hersteller ein. Mit der Dauer der Anwendung nehmen Länge und Stärke der Monatsblutung jedoch deutlich ab. 20 Prozent der Anwenderinnen hätten nach einjährigem Gebrauch des IUS sogar blutungsfreie Zyklen, was auf die lokale Gestagenwirkung auf das Endometrium zurückgeht.

Prämenstruelles Syndrom und starke Menstruationsbeschwerden inklusive Eisenverlust werden nach Herstellerangaben positiv beeinflußt. Das Endometrium verharre in einer Ruhepause und sei der Gebärmutterschleimhaut einer stillenden Frau vergleichbar. Allerdings müßten die Anwenderinnen darüber aufgeklärt werden, daß das Ausbleiben der Menstruation unter dem IUS weder eine Schwangerschaft noch eine ovarielle Fehlfunktion bedeute.

Artikel von der PZ-Redaktion
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