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Tradition und Kompetenz sind zukunftsträchtig

31.08.1998
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Tradition und Kompetenz sind zukunftsträchtig

Apotheken, einst unumstritten Marktführer im Gesundheitssektor, müssen sich auf ihr früheres Berufsbild besinnen, um sich behaupten zu können. Zu diesem Ergebnis kommen Dr. Andreas Kaapke und Lars Heemann in einer Studie des Instituts für Handelsforschung der Universität Köln. Hauptproblem sei, daß die Vielfalt in der Angebotsverbreitung zunehme, etwa der Versand freiverkäuflicher Präparate via Internet und in Supermärkten.

Das Standesbild des Apothekers war in der Vergangenheit durch die Vernetzung zwischen heilkundlicher Kompetenz, handwerklicher Fertigkeit und kaufmännischem Geschick geprägt, so die Autoren. Heute hätten jedoch die modernen industriellen Herstellungsverfahren die handwerklichen Fähigkeiten des Apothekers weitgehend überflüssig gemacht. Zudem schreibe fast jede zweite Apotheke - betriebswirtschaftlich betrachtet - rote Zahlen. Zwei Faktoren seien dafür verantwortlich, die Kostendämpfungspolitik und die wachsende Konkurrenz von Drogerie- und Supermärkten.

Angesichts der Tatsache, daß rund drei Viertel der Apothekenumsätze auf - jetzt zurückgehenden - ärztlichen Verordnungen beruhen, komme es zunächst darauf an, den durch Arzneibudgetierung und steigende Zuzahlungen gespeisten Trend zur Selbstmedikation in die Apotheken zu lenken. Gefragt sei vor allem die Profilierung durch kompetente, freundliche Beratung und Kundenorientierung. Außerdem plädieren die Autoren dafür, neue Produkte und Dienstleistungen anzubieten. Je nach Standort sollte versucht werden, Nischen für bestimmte Zielgruppen zu besetzen, beispielsweise im Bereich "Gesundheit und Sport".

Die Ergebnisse einer Umfrage der Kölner Forscher bei Apothekenkunden und Passanten gibt Hinweise, worauf es ankommt:
  • Die Kunden erwarten in erster Linie Freundlichkeit und Kompetenz des Apothekers;
  • fast 85 Prozent der Bevölkerung haben eine Stammapotheke;
  • die Gruppe der bis 30jährigen bildet das größte Kundenpotential;
  • die Apotheke gilt noch als zentrale Einkaufsstätte für Gesundheitsprodukte, aber Kunden sehen inzwischen Drogerien, Drogeriemärkte und Reformhäuser als Alternativen.

Artikel von der PZ-Redaktion

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