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Stillen schützt Mutter und Kind

26.08.2002
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Weltstillwoche

Stillen schützt Mutter und Kind

PZ  Vom 1. bis 8. Oktober findet die Weltstillwoche statt. An der von der World Alliance for Breastfeeding Action (WABA) initiierten weltweiten Kampagne beteiligen sich mehr als 120 Länder. Unter dem Motto „Stillen: Gesunde Mütter und gesunde Babys“ soll die Kampagne die Vorzüge der Ernährung mit Muttermilch bekannt machen. Denn die gesundheitlichen Vorteile, die das Stillen für Mutter und Kind mitbringt, blieben zu oft noch unbeachtet, so die Initiatoren.

Stillen reduziert für die Mutter das Risiko, nach der Geburt zu viel Blut zu verlieren, an verschiedenen Infektionen, an Brust- oder Ovarialkrebs sowie an Eisenmangelanämie zu erkranken. Sogar die Mortalitätsrate soll erniedrigt sein. Auch das Kind hat laut Pressemitteilung der WABA erhebliche Vorteile: Stillen kann Krankheiten wie Durchfall und Infektionen der Atemwege, Ohren und Harnwege vorbeugen. Für beide ist das Stillen ein bedeutsamer Bestandteil des Lernprozesses. Es hilft der Mutter, in ihre neue Rolle hineinzuwachsen und trägt außerdem zum gesunden Wachstum und zur psychosozialen Entwicklung des Kindes bei.

Apotheker kommen mit stillenden Müttern meist dann in Kontakt, wenn bereits Probleme vorliegen – wenn die Frauen entweder auf Grund einer Pharmakotherapie abstillen müssen oder mit dem Stillen selbst Schwierigkeiten haben und Hilfsmittel wie Milchpumpen oder Brusthütchen besorgen. Oft werden Stillprobleme noch nach veraltetem Wissen behandelt, da das Thema Stillen für Fachkreise nur ein Randthema ist, das in der Fülle an Fortbildungsangeboten untergeht. Gerade die Richtlinien der Nationalen Stillkommission des Bundesinstituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind wenig bekannt. Aber auch die Pharmakotherapie bei stillenden Müttern kann noch verbessert werden: Viele Frauen müssen auf Anordnung des Arztes Abstillen oder Stillpausen einlegen, obwohl in den meisten Fällen unbedenkliche Medikamente beziehungsweise schonende Alternativen gefunden werden können.

 

Informationen zum Stillen Die nationale Stillkommission hat Faltblätter für werdende Mütter herausgebracht, die in knapper Form die Grundsätze für einen erfolgreichen Stillbeginn enthalten. Die in Deutsch sowie in Französisch, Englisch, Türkisch, Spanisch und Italienisch erschienenen Broschüren können kostenlos beim Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin bestellt werden. Sie liegen ebenso wie verschiedene Broschüren zum Thema Stillen auf den Internetseiten des BgVV unter www.bgvv.de/institut/kommissionen/stillkommission/index.htm zum Herunterladen bereit.

Weitere Informationen im Netz:
La Leche Liga Deutschland: www.lalecheliga.de

Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen
www.afs-stillen.de

Stillgruppen Deutschland
www.stillgruppen.de

World Alliance for Breast Feeding
www.waba.org

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E-Mail: redaktion@govi.de

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