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Arzneimittelausgaben weiter rückläufig

24.08.1998
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-Politik

Govi-Verlag

Arzneimittelausgaben weiter rückläufig

Die Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sinken weiter, aber nicht mehr so stark wie in der zweiten Jahreshälfte des vergangenen Jahres. Das geht aus einer neuen Hochrechnung des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen (BKK) hervor, die in der vergangenen Woche in Bonn veröffentlicht wurde.

Den Angaben zufolge sind die GKV-Ausgaben für Medikamente im ersten Halbjahr 1998 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in Westdeutschland um 3,3 und in den neuen Ländern um 9,5 Prozent gesunken. Im zweiten Halbjahr 1997 waren noch Rückgänge von 8,8 (West) und 13 Prozent (Ost) registriert worden. Das war nach Einschätzung des BKK-Bundesverbandes vor allem auf die zweite Zuzahlungserhöhung des vergangenen Jahres zurückzuführen, die am 1. Juli wirksam wurde.

Insgesamt summiert sich die Selbstbeteiligung 1997 auf 4,4 (1996: 3 Milliarden DM). Im laufenden Jahr rechnet die BKK mit einem weiteren Anstieg auf 5,3 Milliarden DM oder 16 Prozent der GKV-Ausgaben für Medikamente. Die Selbstbeteiligung in allen GKV-Leistungsbereichen wird auf etwa 20 Milliarden DM veranschlagt.

Im Gesamtjahr 1997 waren die GKV-Ausgaben für Arzneimittel gegenüber 1996 in den alten Ländern um 4,1 Prozent auf 25,7 Milliarden DM gesunken. In Ostdeutschland gingen sie um 6,8 Prozent auf 6,2 Milliarden DM zurück.

Die Anhebung der Mehrwertsteuer am 1. April 1998 von 15 auf 16 Prozent wird die Kassen nach Angaben des BKK-Bundesverbandes voraussichtlich mit zusätzlich rund 200 Millionen DM pro Jahr belasten. 140 Millionen davon entfielen auf den Nicht-Festbetragsmarkt. Weitere 65 Millionen DM Belastung resultierten aus einer teilweisen Anpassung der Festbeträge aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung.

Die GKV wird 1998 ohne Defizite abschließen können, obwohl es im ersten Quartal ein Minus von 584 Millionen DM gab, erwartet Wolfgang Schmeinck, Vorstandsvorsitzender des BKK-Bundesverbandes. Für 1999 sei allerdings erneut mit Finanzierungsproblemen zu rechnen, weil die Ausgaben schneller als die Einnahmen wachsen dürften.

PZ-Artikel von Karl H. Brückner, Bonn
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