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Erstmals Kongreß auf der Expopharm

25.08.1997
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Erstmals Kongreß auf der Expopharm

PZ-Interview

In diesem Jahr wird in Düsseldorf erstmals während der Expopharm, der größten internationalen Ausstellung für pharmazeutische Produkte in Europa, am 18. und 19. Oktober 1997 der Expopharm-Kongreß, veranstaltet. Warum und mit welchen Erwartungen dieser Kongreß geplant wurde, wollte die Pharmazeutische Zeitung von Gregor Ulrich, Geschäftsführer der Werbe- und Vertriebsgesellschaft Deutscher Apotheker und damit für die Expopharm verantwortlich, wissen.

PZ: Herr Ulrich, können Sie erklären, warum in diesem Jahr erstmalig parallel zur Expopharm-Ausstellung ein Kongreß veranstaltet wird ?

Ulrich: Zunächst erhoffen wir uns natürlich synergistische Effekte: Derjenige, der den Kongreß besuchen wird, wird sicher auch die Ausstellung besuchen, und umgekehrt werden viele Messebesucher auch am Kongreß teilnehmen. Aber das ist nicht der Hauptgrund für den Kongreß. Seit Jahren wird von den Berufsorganisationen politisch herausgestellt, daß das Arzneimittel als besondere Ware nicht einfach verkauft beziehungsweise abgegeben werden kann, sondern daß mit der Abgabe eine fachkompetente Beratung verbunden sein muß. Was lag da näher, neben der Ausstellung Expopharm, auf der pharmazeutische Produkte vorgestellt werden, einen Kongreß parallel zu organisieren, auf dem die Beratung vorgetragen wird.

PZ: Diese Kopplung haben Sie ja auch schon in den vergangenen Jahren mit dem pharmazeutischen Forum angeboten. Was ist bei dem Expopharm-Kongreß das Neue?

Ulrich: Sie haben natürlich recht. Mit den pharmazeutischen Foren haben wir in den letzten Jahren bereits einen Schritt in diese Richtung gemacht. Allerdings haben wir als Veranstalter nicht in die inhaltliche Gestaltung eingegriffen, sondern den einzelnen Anbietern die Inhalte überlassen. Mit dem Expopharm-Kongreß gehen wir einen vollkommen neuen Weg. Ein speziell eingerichteter wissenschaftlicher Beirat hat die inhaltliche Planung und die Koordination übernommen. Dabei sind bewährte Inhalte, wie zum Beispiel die Vorstellung und Bewertung der neuen Arzneimittel des vergangenen Jahres zusammen mit der Verleihung des PZ-Innovationspreises übernommen worden. Der Beirat will mit seiner Arbeit gewährleisten, daß in allen Foren Inhalte angeboten werden, die nicht von kommerziellen Interessen gesteuert sind, sondern abhängig gestaltet werden.

PZ: Ein Blick auf das Programm des Expopharm-Kongresses zeigt, daß der Kongreß sich nicht nur auf pharmakologische Themen konzentriert, sondern ein breites inhaltliches Feld abdeckt. War das Zufall oder Absicht?

Ulrich: Das ist Absicht. Die Messebesucher sind ja auch nicht an einer Richtung interessiert, sondern haben sicherlich vielseitige Interessen. Dieses Spektrum soll sich auch im Programm des Expopharm-Kongresses wiederfinden. Wir wollten keinen Kongreß nur für die pharmakologisch Interessierten veranstalten, sondern allen ein adäquates Angebot machen. Deshalb finden sie neben den pharmakologischen Themen, auch wirtschaftlich ausgerichtete Kongreßangebote. Auch die PTA haben wir mit einem speziellen Programm in den Kongreß eingebunden.

PZ: Schaut man sich die Kongreßinhalte näher an, so fällt auch auf, daß Sie in Workshops sehr praxisorientierte Angebote machen. Welche Absicht verfolgen sie mit dieser Strategie?

Ulrich: Die Strategie des Kongresses orientiert sich sehr eng an der Strategie der Ausstellung. Der Messebesucher möchte Eindrücke mit nach Hause nehmen, die er in der täglichen Praxis umsetzen kann. Das heißt, jede Ausstellung ist praxisorientiert. Das soll auch für den Kongreß gelten. Deshalb wollen wir in neun Workshops hautnah Probleme der Praxis aufarbeiten lassen. Aber auch die Themen der Plenarvorträge sind vom Beirat so ausgewählt worden, daß die Teilnehmer für die tägliche Praxis profitieren können.

PZ: Mit dem Expopharm-Kongreß wird ein neues Fortbildungsangebot gemacht. Befürchten Sie nicht, daß Sie nur ein Angebot mehr sind und auch in direkte Konkurrenz zu den Pharmacon-Kongressen, insbesondere Westerland, treten?

Ulrich: Wir, das heißt der Veranstalter, der Beirat und die Anbieter der Foren, sind davon überzeugt, mit der neuen, bereits vorgestellten Strategie der engen Anbindung an die Ausstellung, eine Nische im pharmazeutischen Fortbildungsangebot zu besetzen und vor allem nicht in Konkurrenz zu dem Westerland-Kongress zu treten. Unsere Erfahrung lehrt, daß mit den Pharmacon-Wochenveranstaltungen eine Zielgruppe angesprochen wird, die nicht unbedingt eine Tagesveranstaltung besucht. Das Medica-Konzept hat gezeigt, daß die Kombination von Kongreß und Messe sehr erfolgreich sein kann. Deshalb hoffen wir, mit unserem Expopharm-Kongreß eine ähnlichen Erfolg verzeichnen zu können.

Schon heute möchte ich jede Apothekerin und jeden Apotheker einladen, sich den sicherlich interessanten Festvortrag von Leo Nefiodow auf der Eröffnungsveranstaltung am Samstag, den 18. Oktober 1997 um 14.00 Uhr, anzuhören. Er wird den Gesundheitsmarkt aus einer vollkommen anderen Sichtweise, als wir es gewohnt sind, analysieren und ihn als Lokomotive für Wachstum und Beschäftigung charakterisieren. Ich glaube, es lohnt sich, den ersten Expopharm-Kongreß in Düsseldorf zu besuchen.

Die Fragen stellte Hartmut Morck, EschbornTop

 

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