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Erstes Halbjahr mit 3,2 Prozent Umsatzplus

04.08.1997
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Erstes Halbjahr mit 3,2 Prozent Umsatzplus

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres gaben die bundesdeutschen Apotheken Medikamente im Wert von insgesamt 13,1 Milliarden DM ab. Das geht aus neuesten Marktanalysen des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) und des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI) hervor. Gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht das einer Zuwachsrate von 3,2 Prozent.

Auffallend ist dabei der sprunghafte Umsatzanstieg im Juni 1997: Hier verzeichnet die Statistik gegenüber dem Monat Mai ein Plus von 23 Prozent. Nach übereinstimmender Ansicht beider Industrieverbände reagierten die Versicherten auf die bevorstehende dritte Stufe der Gesundheitsreform und der damit einhergehenden höheren Eigenbeteiligung mit einem deutlichen Vorzieheffekt und dem Wunsch nach größeren Medikamentenpackungen. Von Januar bis Mai dieses Jahres lagen die Arzneimittelumsätze der Apotheken mit einem Minus von 0,6 Prozent noch geringfügig unter dem Vorjahreswert. Dies führte der BPI auf ein "zurückhaltendes Verordnungsverhalten" der Mediziner sowie das Ausbleiben einer größeren Grippewelle zurück.

Verstärkt griffen Mediziner nach VFA-Angaben auch in den ersten sechs Monaten des Jahres 1997 auf neue Medikamente und moderne Therapieprinzipien zurück. Danach stieg der Umsatz von neuen Zytostatika zur Krebstherapie gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 22,1 Prozent.

Um fast 50 Prozent erhöhte sich zwischen Januar und Juni der Umsatz von ß-Interferon. Es wird in der Multiple-Sklerose-Therapie eingesetzt. Den pharmazeutischen Fortschritt im Kampf gegen die Immunschwäche Aids spiegelt die hohe Zuwachsrate bei den neuen antiviralen Präparaten wider. Medikamente dieses Spektrums legten nach Erkenntnissen des VFA im ersten Halbjahr 1997 um nahezu 96 Prozent zu.

PZ-Artikel von Jürgen Becker, Bonn
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