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Kolumbus und Co schlepptenSyphilis nach Europa

27.07.1998
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Kolumbus und Co schleppten
Syphilis nach Europa

Das Genom des Syphilis-Erregers Treponema pallidum haben jetzt amerikanische Wissenschaftler entschlüsselt. Das Erbgut setzt sich aus 1,14 Millionen Basenpaaren zusammen. Die Forscher wollen nun einen Impfstoff gegen die Geschlechtskrankheit entwickeln. Die genetische Information verrate, wie das Bakterium in Haut, Knochen, Herz und Gehirn eindringe. Verantwortlich dafür seien unter anderem zwölf Hüllproteine. Außerdem konnte der Weg, auf dem das Virus wahrscheinlich nach Europa kam, aufgeklärt werden.

Aufgrund des Erbguts glauben die Forscher um Claire Fraser vom Institut für Genomforschung in Rockville , Maryland, USA, nun auch die Herkunft von Treponema pallidum klären zu können. Erste Fälle von Syphilis wurden Ende des 15. Jahrhunderts, zeitgleich mit der Rückkehr von Kolumbus aus der Neuen Welt, in Europa bekannt. Die Krankheit erreichte im frühen 16. Jahrhundert in Europa epidemische Ausmaße und hatte sich drei Jahrhunderte später weltweit ausgedehnt.

Etliche Wissenschaftler gehen davon aus, daß Kolumbus und andere Eroberer eine Hautkrankheit aus der Karibik mit nach Hause brachten. Der genetische Vergleich von Spuren aus präkolumbianischen Mumien und dem Erbgut von T.pallidum könnte endlich klären, ob sich Erreger der einstigen Tropenkrankheit zum Syphilis-Bakterium umwandelten.

Die Syphilis wird zur Zeit vor allem im Zusammenhang mit Aids gefürchtet. Alte Syphilis-Wunden erleichtern dem HI-Virus den Zugang in den Körper.

Artikel von dpaTop

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