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NARZ hat Image-Processing bewältigt

14.07.1997  00:00 Uhr

-Wirtschaft & Handel

  Govi-Verlag

NARZ hat Image-Processing bewältigt

    Das Norddeutsche Apotheken-Rechenzentrum (NARZ) konnte die durch den Gesetzgeber veranlaßte technische Umstellung unter Anspannung aller Kräfte und Ausnutzung sämtlicher finanzieller Ressourcen bewältigen. Der Umdenkungsprozeß und das Beherrschen des Image-Processing sind dank neuer Mitarbeiter gelungen. So beschrieb Dr. Jörn Graue, Vorsitzender des Rechenzentrums auf der Mitgliederversammlung am 14. Juni 1997 in Bremen die Umsetzung der Abrechnungsvereinbarung nach § 300 SGB V. Weniger die technischen Vergangenheitsprobleme, sondern vielmehr Fragen zu den GKV-Neuordnungsgesetzen und den Null-Rezepten dominierten die Diskussion. Präsentiert wurde ein ausgeglichenes Geschäftsergebnis. Vorstand und Verwaltungsbeirat wurden einstimmig entlastet.

In seinem Bericht hob Graue hervor, daß durch die vom Deutschen Apothekerverband mit den Krankenkassen getroffene Vereinbarung "Zur Verbesserung der Lieferung von Rezeptdaten" den Kassen sämtliche erforderliche Daten vom NARZ zeitgerecht übermittelt werden konnten. Ankündigungen einzelner Kassen, Zahlungen zu verweigern, seien ins Leer gegangen.. Das NARZ konnte belegen, daß keine Fehler unterlaufen waren und die Termine eingehalten wurden. Vielmehr seien die beschwerdeführenden Kassen mutmaßlich nicht in der Lage gewesen, die Abrechnungsdaten verarbeiten zu können. "Wir dürfen nicht verkennen, daß es sich um eine Abrechnungstechnologie handelt, die immer wieder neue Probleme und Fragestellungen aufwirft", so Graue. Siemens-Nixdorf habe selbstverständlich bei der Beseitigung der Schwierigkeiten geholfen, die nicht vom NARZ zu verantworten waren.

Der Gesetzgeber glaubte mit der Initiative zur digitalen Datenübermittlung eine stärkere Transparenz und dadurch eine Kostenminderung zu erreichen. Dabei sei jedoch übersehen worden, daß die Machbarkeit des Image-Processing die Grenzen der Leistungsfähigkeit der Hersteller, Anwender und Empfänger über das vertretbare maß hinaus strapaziere. So seien die Kassen auch heute nur teilweise in der Lage, die von Rechenzentren übermittelten Daten zweckentsprechend zu verarbeiten. Beim Blick in die berufspolitische Zukunft sprach Graue über die Professional-Card, die Smart-Card und andere Systeme, die Einfluß auf die Rezeptabrechnung nehmen werden. Unabhängig davon, welches der Systeme zukünftig Anwendung findet, werden damit Kosten für das NARZ verbunden sein. Deshalb treffe man schon heute Vorkehrungen, um den Anforderungen über die Jahrtausendwende hinaus gerecht zu werden. Dazu gehöre die aktive Mitwirkung in der Arbeitsgemeinschaft der standeseigenen Rechenzentren, um für die technsiche Abwicklung von elektronischem Rezept und Smart-Card gerüstet zu sein.

Von der Abrechnungsstelle zum Dienstleistungsanbieter

Graue weiter: Die Entwicklung zeige, daß das Tätigkeitsfeld der Rechenzentren zukünftig nur noch zum Teil durch die unmittelbare Rezeptabrechnung, in zunehmendem Maße aber durch Dienstleistung für Krankenkassen, Kassenärztliche Vereingungen und Ärzte definiert werde. Die Dienstleistung bringe Gewinne zu Gunsten der Rezeptabrechnung. Vorstand und Verwaltungsrat haben deshalb beschlossen, die Rezeptabrechnung durch die AD Dienstleistungs GmbH, einer 100prozentigen NARZ-Tochter, erbringen zu lassen. Im Verhältnis zu den Mitgliedsapotheken ändere sich dabei nichts. Schuldner der Rezeptabrechnung bleibe das NARZ.

Jahresergebnis ausgeglichen

Hanno Helmker, Geschäftsführer des NARZ, zog in seinem Geschäftsbericht Bilanz: Die zahl der Mitgleider hat sich um 24 verringert. Analog war der Rückgang der verarbeiteten Rezepte um 2,1 Prozent. Der Bruttowert aller Rezepte sei dagegen um 3,9 Prozent gestiegen, ebenso der Bruttowert pro Rezept um 6,2 Prozent. Bei den Bilanzkennzahlen hob Helmker ein Plus der Betriebserträge von 3,148 Millionen DM hervor. Erhebliche Belastungen traten im Bereich der Personalkosten wegen der Abarbeitung des Rezeptrucksacks auf. Trotz der nicht vorhersehbaren außergewöhnlichen finanziellen Belastungen ist jedoch das Jahresergebnis nach den Worten Helmkes ausgeglichen. Die Entwicklung von Januar bis Mai 1997 weise gegenüber den Vorjahresmonaten mit Ausnahme des Aprils rückläufige zahlen auf, resümierte Helmker. Die Erhöhung der Zuzahlungen und damit die Null-Rezepte werden sich für das Rechnezentrum bemerkbar machen, denn für diese Rezepte werden keine Abrechnungsgebühren erhoben.

PZ-Artikel von Karl-Heinz Kraft, Bremen

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