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APO-Bank gerüstet für alle Eventualitäten

07.07.1997  00:00 Uhr

-Wirtschaft & Handel

  Govi-Verlag

APO-Bank gerüstet für alle Eventualitäten

    Auf bisher nicht erreichte Zuwächse der Deutschen Apotheker- und Ärztebank im Geschäftsjahr 1996 konnte der Vorstandsvorsitzende Richard Deutsch zum Abschluß seiner rund 30jährigen Vorstandstätigkeit in der Vertreterversammlung am 20. Juni 1997 in Neuss verweisen. Die Bilanzsumme übertraf mit 25,5 Milliarden DM den Vorjahreswert um 14,6 Prozent.

Die Kundenkredite stiegen um 16,4 Prozent auf 17 Milliarden DM und die Kundeneinlagen um 8,2 Prozent auf 19 Milliarden DM. Wie Deutsch hervorhob, konnte die Bank nun zum siebten Mal in Folge das Betriebsergebnis des Vorjahres übertreffen und die finanzielle Basis auf diese Weise wirkungsvoll ausbauen. Die Bank sei somit für alle Eventualitäten gerüstet. Darüber hinaus sei die finanzielle Stabilität intern durch eine umfassende Reorganisation abgesichert worden.

Auf die Lage im Gesundheitswesen eingehend, forderte Deutsch die Schaffung von Strukturen, die dauerhaft Anforderung, Angebot und Vergütung in ein angemessenes Verhältnis zueinander bringen. Traditionell baue unser Gesundheitssystem - wie auch alle anderen Sozialversicherungssysteme - auf dem Faktor Arbeit auf. Dieser sei aber aufgrund des Strukturwandels der Wirtschaft und einer zunehmenden Verschlackung der Arbeitsprozesse nicht mehr in ausreichendem Maße vorhanden. Die Krise sei nicht nur ein Ausgaben-, sondern genauso ein Einnahmeproblem, für das es allerdings kurzfristig keine Lösung gebe. Die Situation wird sich Deutschs Einschätzung nach sogar noch zuspitzen. Denn medizinischer Fortschritt und steigende Lebenserwartung führten zwangsläufig zu einem Nachfragestau, der sich mit Zuzahlungsakrobatiken kaum auflösen lasse. Die Aufgaben der GKV müßten sich künftig stärker am medizinisch notwendigen orientieren.

Keinesfalls dürfe ein neuer Lösungsansatz erneut zu Lasten der Leistungserbringer im Gesundheitswesen gehen. Der Widerspruch, Aufrechterhaltung des Leistungsanspruchs der Versicherten bei gleichzeitiger Begrenzung der finanziellen Mittel, lasse einen Ausgleich nicht länger zu. Bereits jetzt seien die Rationalisierungsreserven ausgeschöpft, es werde vielfach Substanzabbau betrieben.

Deutsch: APO-Bank "in ausgezeichneter Verfassung"

Gleichwohl: Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank „befindet sich in einer ausgezeichneten Verfassung und hat die besten Voraussetzungen, sich als Bank für die Heilberufe im sicher noch härter werdenden Wettbewerb zu behaupten", so Deutsch. Mit einem starken Applaus brachte die Vertreterversammlung ihre Anerkennung und den Dank für das verdienstvolle Wirken von Deutsch zum Ausdruck. Es galt ein Berufsleben lang dem Aufbau und der Weiterentwicklung der Deutschen Apotheker- und Ärztebank.

Veränderungen im Aufsichtsrat

Turnusgemäß wurden bei den Neuwahlen zum Aufsichtsrat Hermann Stefan Keller, Dr. Ulrich Oesingmann und Dr. Wilhelm Osing wiedergewählt. Nicht mehr kandidiert hat der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende, Professor Dr. Horst Bourmer, der dem Gremium seit 1970 angehört hat. Sein langjähriges hohes Engagement für die Bank wurde mit der Verleihung der Karl-Winter-Medaille gewürdigt. In der anschließenden konstituierenden Sitzung wählte der Aufsichtsrat dem Tierarzt Dr. Wilhelm Osing zum neuen Vorsitzenden. Klaus Stürzbecher wurde als erster und Dr. Ulrich Oesingmann als zweiter stellvertretender Vorsitzender gewählt.

Artikel von der PZ-Redaktion

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