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07.07.1997
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14.07. Broschüre informiert über Hirnschädigungen
Über Hirnschädigungen und ihre Folgen informiert eine Broschüre des hessischen Gesundheitsministeriums, die Angehörigen von schwer Hirngeschädigten helfen soll. Angehörige gerieten leicht in eine Situation, in der sie überfordert seien, sagte Ministerin Margarethe Nimsch (Grüne). Die Broschüre wurde von einer Arbeitsgruppe von Ärzten und Vertretern der Berufsgruppen erarbeitet, die sich mit der Verbesserung der Versorgung von Hirngeschädigten beschäftigen. Sie bietet Informationen über Krankheitsverlauf, medizinische Betreuung sowie Therapie- und Versorgungsmöglichkeiten. Die Broschüre ist kostenlos zu beziehen beim Hessischen Gesundheitsministerium, Referat Öffentlichkeitsarbeit, Postfach 3109, 65021 Wiesbaden.

14.07. Schweizer Modell zur Heroinabgabe umstritten
Der Abschlußbericht des Schweizer Modellversuchs zur staatlichen Heroinabgabe an Schwerstabhängige sorgt für neuen innenpolitischen Zündstoff. Die CDU-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Lohmann und Hubert Hüppe sprachen von einem Fehlschlag des Projekts. Lediglich 83 von 1146 Süchtigen hätten sich überhaupt bereiterklärt, an einer Abstinenztherapie teilzunehmen. Wie viele von ihnen nach drei Jahren tatsächlich "clean" seien, werde erst gar nicht mehr erwähnt. Die Bilanz des Projekts müsse auch deshalb ernüchtern, weil eine große Zahl von ehemaligen Teilnehmern an dem Versuch wieder in die offene Drogenszene zurückgekehrt sei. Damit sei klar, daß die kontrollierte Abgabe harter Drogen keinerlei Vorbildcharakter für die Bundesrepublik habe. Bestätigt vom Ausgang des Schweizer Modellversuchs fühlt sich aber auch die SPD-Opposition. Ihre Drogenexpertin Gudrun Schaich-Walch sprach von "durchweg positiven Ergebnissen". Es seien damit Süchtige erreicht worden, die bisher durch die Maschen des Hilfssystems gefallen seien. Zufriedenstellend sei vor allem die deutlich verbesserte gesundheitliche Situation der Schwerstabhängigen.

14.07. Selbstmedikation: "Partner ist der Apotheker"
Obwohl immer mehr Supermärkte Arzneimittel anbieten, wollen viele Pharmaunternehmen an dem exklusiven Vertriebskanal Apotheke festhalten. „Für Boehringer Ingelheim steht der Apotheker in der Selbstmedikation im Mittelpunkt der Marketingaktivitäten. Auf eine Veranstaltung in Neu-Isenburg bei Frankfurt betonte Franz Merl, Leiter der Selbstmedikation bei Boehringer Ingelheim, sein Unternehmen habe keine Absichten, Produkte außerhalb der Apotheke anzubieten. Im Supermarkt hätten qualitativ hochwertige Produkte des oberen Preissegmentes keine Chancen. Merl wünscht sich eine engere Kooperation beim Marketing zwischen Industrie und Apothekern. Der Kunde müsse von allen Mitarbeitern in der Apotheke kompetent zu einem Produkt beraten werden. Die Industrie sei daran interessiert, das Apothekenpersonal entsprechend zu schulen, so Merl weiter. Die qualifizierte Beratung durch den Apotheker sei jedoch nur möglich, wenn dieser sie auch vergütet bekomme. Deshalb brauche er gute Einkaufskonditionen.

12.07. HIV-Resistenz gegen Kombi-Therapie
Das Aids-Virus kann offenbar auch die derzeit vielversprechende Kombinationstherapie umgehen. Aus den USA sind zwei Fälle von HIV-Resistenz gegen einen Cocktail aus drei Wirkstoffen berichtet worden. Die Viren könnten sich genetisch ändern und damit dem Angriff der Aidstherapie widerstehen, sagte Professor Dr. Reinhart Kurth vom Robert Koch-Institut am Freitag auf einer Veranstaltung in Berlin. Bislang war bekannt, daß sich das Immunschwächevirus durch Mutation der Therapie mit nur einem Wirkstoff relativ leicht entziehen kann. Um das zu verhindern, wird seit knapp zwei Jahren die Dreifachkombination mit Wirkstoffen wie AZT, ddC, ddI, 3TC oder d4T erprobt, die bei einem Großteil der Patienten die Viruszahl unter die Nachweisgrenze drückt. Da es mehr als drei Medikamente gebe, die die Virusvermehrung stoppen können, würden neue Kombinationen getestet, so Kurth. Die Kombinationstherapie senke in den Industriestaaten aber bereits deutlich die Zahl der neu an Aids Erkrankten und damit auch die Zahl der Aids-Toten. Starben in New York bislang täglich 20 Menschen an Aids, seien es derzeit zehn.

11.07. Naratriptan vor der Zulassung
Der selektive 5 HT-1B/1D-Rezeptoragonist Naratriptan soll bald schon die Therapiemöglichkeiten beim akuten Migräneanfall erweitern. Mit der Zulassung wird im dritten Quartal dieses Jahres gerechnet, mit der Markteinführung voraussichtlich im Oktober. Die Substanz, eine Weiterentwicklung des 5 HT1-Rezeptoragonisten Sumatriptan, soll dessen therapeutische Möglichkeiten ergänzen und dadurch eine individuellere Therapie für die Patienten ermöglichen. Den Ergebnissen experimenteller Studien zufolge hemmt Naratriptan die neurogene Extravasation und inhibiert die Aktivität von Trigeminus-Neuronen. Es soll damit nicht nur den akuten Migränekopfschmerz bessern, sondern auch die Begleitsymptome wie Übelkeit und Erbrechen bekämpfen.

11.07. Neuer Gyrasehemmer gegen Atemwegsinfekte
Fortschritte in der Therapie von Atemwegsinfekten soll ein neuer Gyrasehemmer bringen. Grepafloxacin, so der Substanzname, soll nach Herstellerangaben alle relevanten Atemwegskeime erfassen - egal, ob grampositiv, -negativ oder atypisch - und so der zunehmenden Antibiotikaresistenz und dem Vormarsch atypischer Keime wie Mykoplasmen, Chlamydien oder Legionellen wirksam entgegentreten. Mit der Zulassung von Grepafloxacin wird im August gerechnet, die Markteinführung soll noch in diesem Jahr in Deutschland als erstem Land erfolgen. Der von Cascan und GlaxoWellcome entwickelte Wirkstoff wird vom Hersteller als "erster Vertreter einer neuen Generation von Gyrasehemmern" vorgestellt, speziell entwickelt für die Therapie von Atemwegsinfekten. Die Wirkung von Grepafloxacin ist bakterizid. Nach den bisherigen Erfahrungen werden sowohl (penicillinresistente) Pneumokokken, A-Streptokokken, Staphylokokken, Haemophilus influenzae, Moraxella catarrhalis, Klebsiellen und Proteus-Arten als auch Mykoplasmen, Chlamydien und Legionellen erfaßt. Die Verträglichkeit bei den Patienten erwies sich in den klinischen Untersuchungen als gut.

11.07. BPI fordert einheitlichen Patentschutz
Die Pharmaindustrie hält einheitlichen Patentschutz für gentechnisch veränderte Lebewesen in Europa für unverzichtbar. Die Branche knüpfe große Hoffnungen an die neue EU-Richtlinie „Rechtlicher Schutz biotechnologischer Erfindungen", teilte der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) am 9. Juli in Frankfurt mit. Über das Papier wolle das Europaparlament in erster Lesung vom 14. bis 18. Juli entscheiden. Im Interesse des medizinischen Fortschritts seien europaweit geltende Patentregelungen für manipulierte Lebewesen, wie Bakterien, Säugetiere und Pflanzen, unerläßlich, argumentierte der BPI. Zwei Drittel aller Krankheiten seien nach wie vor nicht ursächlich zu behandeln. Mit der Biotechnik habe die pharmazeutische Industrie ein Werkzeug in der Hand, dies zu ändern. Investitionen auf diesen Gebiet könne sich die Industrie aber nur leisten, wenn einheitliches EU-Recht auch den Patentschutz regele. Der menschliche Körper müsse ausgenommen bleiben, wie in dem Papier vorgesehen. Bisher gibt es in Europa keine klare rechtliche Regelung für die Patentierung von Organismen, menschlichen Zellen, Pflanzen und Tieren. Über eine EU-Richtlinie wird seit Jahren diskutiert.

08.07. Weniger Geschlechtskrankheiten in Hessen
Schutzmaßnahmen gegen Aids haben die Zahl der Geschlechtskrankheiten in Hessen auf ein historisches Tief sinken lassen. 1996 seien den Gesundheitsämtern knapp 400 Geschlechtskrankheiten gemeldet worden und damit die niedrigste Zahl seit Einführung der bundeseinheitlichen Statistik im Jahr 1970, berichtete das Statistische Landesamt in Wiesbaden am Mittwoch. Umgerechnet seien rund sieben von je 100 000 Einwohner erkrankt. Seit dem Höchststand im Jahr 1981 mit 10 045 Fällen hat sich nach Darstellung der Statistiker die Zahl der Geschlechtskrankheiten kontinuierlich verringert. Damals seien 180 von 100 000 Einwohnern erkrankt. Grund dafür dürfte ein verändertes Sexualverhalten sein, das auf Aids und die damit verbundene zunehmende Aufklärung zurückzuführen ist", meinen die Statistiker. 68 Prozent der im vergangenen Jahr an Geschlechtskrankheiten Leidenden waren laut Statistik Männer. Nach wie vor sei der Tripper mit 83 Prozent die mit Abstand häufigste Geschlechtskrankheit.

08.07. Mibefradil: In EU zugelassen
Im Zuge des gegenseitigen Anerkennungsverfahrens ist der Calciumantagonist Mibefradil seit 2. Juli in den europäischen Mitgliedsstaaten zugelassen. Referenzland mit der nationalen Erstzulassung waren die Niederlande. Indiziert ist die Substanz zur Behandlung des Bluthochdrucks und der stabilen Angina pectoris. Mit Einführung in den deutschen Arzneimittelmarkt unter dem Handelsnamen Posicor wird zum 1. September gerechnet. Mibefradil erweitert sowohl die peripheren als auch vor allem die Koronargefäße. Die WHO klassifizierte die von Roche entwickelte Substanz daher als "ersten Vertreter einer neuen Klasse von primär gefäßaktiven Calcium-Antagonisten". In therapeutischen Dosen von 50 bis 100 mg täglich blockiert Mibefradil die in erster Linie an der glatten Gefäßmuskulatur, am Sinusknoten und an den neurohumoralen Zellen vorkommenden T-Calciumkanäle. Die L-Calcium-Kanäle werden, anders als bei den älteren Calciumantagonisten, nur geringfügig beeinflußt, wodurch Nebenwirkungen deutlich reduziert werden sollen.

08.07. Bei Herpes keine Kleinkinder küsssen
Der für Erwachsene harmlose Herpes-Virus kann bei Kleinkindern schwere Erkrankungen bis zur Gehirnentzündung auslösen. Darauf weist die Zeitung „Mein Kind und ich" in ihrer neuesten Ausgabe hin. Eltern, die an einer akuten Lippenherpes leiden, sollten daher ihr Kind auf keinen Fall küssen, die Bläschen möglichst nicht mit den Fingern berühren und sich regelmäßig die Hände waschen. Die Herpes-Viren können zwar außerhalb des Körpers nur kurze Zeit überleben, jedoch sollten die Eltern es vermeiden, den Schnuller zu ablecken oder den Sauger des Fläschchens in den Mund zu nehmen, wenn sie die Milchtemperatur für das Baby prüfen wollen.

07.07. Weniger Kunstfehler, aber mehr Klagen
Patienten klagen immer häufiger über vermeintliche oder tatsächliche Behandlungsfehler ihres Arztes. Bei der Gutachterkommission der Ärztekammer Nordrhein gingen von Anfang Oktober 1995 bis Ende September 1996 insgesamt 1.324 Beschwerden von Patienten ein. Das waren 3,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, berichtet die Ärztekammer Nordrhein in ihrem am Montag vorgelegten Geschäftsbericht. Der Anteil der anerkannten Behandlungsfehler ging dabei zurück, Bei den 939 erledigten Anträgen stellte die Kommission in 33,5 Prozent der Fälle einen ärztlichen Behandlungsfehler fest. Im Vorjahreszeitraum hatte die Zahl der anerkannten Behandlungsfehler 36,8 Prozent betragen. Die meisten Beschwerden betrafen laut Bericht die Chirurgie, gefolgt von Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie Orthopädie. Besonders hoch lag der Anteil der Behandlungsfehler in der Radiologie. Dort stufte die Kommission knapp 62 Prozent der erledigten Fälle als fehlerhafte Behandlung ein.

06.07. Aids-Tage: Bessere Therapiemäglichkeiten
Bei der Behandlung von Aids gibt es offenbar deutliche Fortschritte. Die heute eingesetzten Medikamente senkten vor allem die Zahl der HI-Viren im Blut des Kranken und stärkten das Immunsystem, sagte der Frankfurter Mediziner Schmolo Staszewski am Samstag bei den 6. Münchner Aids-Tagen. Hauptsächlich mit einer Kombination von drei Medikamenten ließe sich dieser Effekt erzielen. Bei der Tagung sprachen Ärzte, Wissenschaftler und Sozialarbeiter bis zum Sonntag über den aktuellen Stand der Aids-Forschung. Der Berliner Mediziner Jörg Gölz schätzt dagegen den Einsatz von Dreifachkombinationen im Gegensatz zu den herkömmlichen zwei Medikamenten zurückhaltend ein. Nur ein Drittel der HIV-Infizierten könne eine solche Therapie über längere Zeit durchhalten. Abgesehen von den starken Nebenwirkungen würden die Viren häufig nach einiger Zeit resistent dagegen.

05.07. DAG erwartet Prozesse gegen Reform
Der Streit um die Bonner Gesundheitsreform wird nach Einschätzung der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft (DAG) innerhalb eines Jahres vor dem Bundesverfassungsgericht ausgetragen werden. "Über Musterprozesse gegen Krankenkassen vor den Sozialgerichten wollen wir ein Normenkontrollverfahren erreichen und so nach Karlsruhe kommen", sagte der DAG-Sozialexperte, das Bundesvorstandsmitglied Lutz Freitag der dpa in Hannover. Er konkretisierte damit die Ankündigung, die DAG wolle notfalls vor dem höchsten deutschen Gericht gegen die am 1. Juli in Kraft getretene Reform vorgehen. Freitag sagte, die DAG könne nicht selbst klagen, werde aber betroffene Mitglieder in Prozessen unterstützen. Ansatzpunkt sei vor allem die Koppelung des Kassenbeitragssatzes mit steigenden Zuzahlungen der Patienten von September an. „Hier wird das Sozialstaatsprinzip des Grundgesetzes konkret verletzt. Denn durch die Höhe der Zuzahlungen werden bestimmte Arzneimittel, bei den kleinsten Packungen mehr als die Hälfte, in relativ kurzer Zeit nicht mehr zum Leistungskatalog der Krankenversicherung gehören", sagte das DAG-Vorstandsmitglied.

04.07. Kooperation von Sanacorp und Dr. Ing. Stahl
Der Sanacorp Pharmahandel, Planegg, entwickelt gemeinsam mit Dr. Ing. Stahl, Bietigheim-Bissingen, spezifische Module für ein Warenwirtschaftssystem, um die Betriebsabläufe in der Apotheke zu verbessern. Sanacorp sieht in der Kooperation einen konsequenten strategischen Schritt zur "Bildung wertschöpfungsorientierter Dienstleistungspartnerschaften". Wie in einer gemeinsamen Presseerklärung ausgeführt wird, betreut Stahl rund 2000 Apothekeninstallationen über ein bundesweites Servicenetz. Die Firma ist seit vielen Jahren im Apotheken-EDV-Markt etabliert und zählt im POS-Bereich zu den führenden Anbietern. Beide Kooperationspartner versprechen sich durch die enge Zusammenarbeit „in einer wirtschaftlich und rechtlich völlig unabhängigen Form" die Entwicklung einer optimal auf die Bedürfnisse der Apotheke ausgerichtete Produktleistung unter Ausschöpfung von Synergiepotentialen. Erste Ergebnisse sollen auf der Expopharm in Düsseldorf präsentiert werden.

04.07. US-Forscher: CJD und BSE hängen zusammen
In einem aufsehenerregenden Experiment gelang es US-Forschern, die Symptome der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD) künstlich bei Tieren zu erzeugen. Die Erreger der als Rinderwahnsinn bekannten BSE (Bovine Spongiforme Enzephalopathie) stehen im Verdacht, sich auf den Menschen übertragen und eine neue Variante der CJD erzeugt zu haben. Die Versuchstiere zeigten die gleichen typischen Merkmale wie die Opfer der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, die seit 1996 erstmals relativ junge Menschen befiel: eine schwammartige Durchlöcherung der Hirnmasse und Amyloid-Plaques. Die US-Forscher pflanzten infiziertes Gewebe in das Hirn mehrerer Tiere ein, entnahmen es und transplantierten es immer weiter in das Hirn anderer Versuchstiere. Durch diesen Prozeß entwickelte sich der Erreger zu einer Variante, die das Immunsystem der Tiere besser überlisten konnte und schließlich die gleichen Symptome wie die neue Form von CJD hervorrief. Den Forschern zufolge läßt das Experiment weitere Schlüsse zu: Die neue CJD-Variante löste bei den Versuchstieren im Anfangsstadium der Infektion einen Entzündungsprozeß aus. Eine chemische Behandlung könnte die Entzündung und damit den Beginn der sonst tödlichen CJD stoppen, hoffen die Forscher.

04.07. Teure Privatabrechnung beim Arzt
Seit dem 1. Juli können auch Pflichtversicherte wie bisher freiwillig Versicherte Kostenerstattung bei ärztlicher Behandlung in Anspruch nehmen. Der Patient bekomme allerdings von seiner Krankenkasse höchstens die Sätze erstattet, die der Arzt sonst bei der Kasse vertragsgemäß hätte abrechnen dürfen. So könne der Versicherte auf den Mehrkosten sitzen bleiben, wenn der privat abgerechnete Rechnungsbetrag über dem von der gesetzlichen Krankenkasse zu bezahlenden Satz liege, erklärte Karl-Heinz Resch, Leiter der Landesvertretung der Ersatzkassenverbände in Berlin, am Freitag. Denn der Patient, der die Kostenerstattung in Anspruch nehme, gelte beim Arzt als Privatpatient. Er lasse sich somit auf eigene Rechnung behandeln. Der Arzt könne die Vergütungssätze der privaten Gebührenordnung von ihm verlangen. Resch rät deshalb, sich vorher bei der Krankenkasse zu erkundigen, wie sich eine Kostenerstattung auswirken könne.

04.07. WHO: Weltweit mehr Aids-Fälle
Die Zahl der weltweit gemeldeten Aids-Fälle hat innerhalb eines Jahres um 18 Prozent auf 1.644.183 zugenommen. Ein Jahr zuvor waren es noch von 1.393.649, meldete die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag in Genf. Die Steigerungsrate bezieht sich auf den Meldezeitraum vom 30. Juni 1996 bis 30. Juni 1997, die Gesamtzahl schließt alle Fälle seit Bekanntwerden der Immunschwächekrankheit ein. Tatsächlich geht die Organisation aber von einer Dunkelziffer aus, die mit 8,4 Millionen Fällen weit über den Behördenangaben der WHO-Mitgliedsländer liegt.

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