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NARZ setzt auf strategische Allianzen

29.06.1998
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-Wirtschaft & Handel

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NARZ setzt auf strategische Allianzen

Die Globalisierung der Märkte und der Übergang von der Industrie- zur Informationsgesellschaft werden in Zukunft auch die Tätigkeitsfelder der Rechenzentren drastisch verändern, sagte Dr. Jörn Graue, Vorsitzender des Norddeutschen Apothekenrechenzentrums bei der NARZ-Mitgliederversammlung am 13. Juni in Hamburg. Je näher die Jahrtausendwende rückt, desto stärker verbreite sich das Gefühl der Ungewißheit und Angst, das so irreal nicht sei.

Als deutliches Alarmzeichen bewertete Graue die auf 0,4 Prozent vom Umsatz gesunkene Rendite der Apotheken. Orientieren sich die Kosten insgesamt an den Indices, die auch für andere Marktsegmente gelten, so bestehe das Dilemma der Apotheken darin, daß sie im Gegensatz zu anderen einschränkenden Rahmenbedingungen unterliegen, die im SGB V festgelegt sind.

Graue nannte das in den Paragraphen 2, 12 und 70 verankerte Wirtschaftlichkeitsgebot, die Festbetragsregelung gemäß § 35, das Arznei- und Heilmittelbudget im § 84 und die Wirtschaftlichkeitsprüfung gemäß § 106. Hinzu kommen die Zuzahlungserhöhungen, die nicht selten zu Verweigerungen führten. Die Dunkelziffer sei nicht sicher zu ermitteln.

Aufbau einer transparenten Gesundheitsberichterstattung

Der NARZ-Vorsitzende hob die Bedeutung der Partnerschaft Apotheker-Krankenkassen zur Bewältigung der Zukunft hervor. Auch für das NARZ gelte, was Bundesgesundheitsminister Horst Seehofer beim Besuch des standeseigenen Darmstädter Apothekenrechenzentrums gesagt hat: "Die Apotheker sind, was Datenaufbereitung und Transparenz angeht, Spitze im deutschen Gesundheitswesen." Ärzte und Krankenkassen sollten unbedingt aufschließen. Das vorhandene Potential müsse zum Aufbau einer Gesundheitsberichterstattung genutzt wurden.

Mit Hilfe der Apothekerverbände setze das NARZ seinen statistischen Erfahrungsschatz stärker als bisher in anonymisierter Form zum Nutzen von Apotheken, Ärzten und Krankenkassen ein, so Graue. Ziel soll unter anderem sein, mit Hilfe der epidemiologischen Statistik frühzeitig Gesundheitstrends aufzuzeigen und eine stark qualitätsorientierte Therapie zu vermitteln, betonte der NARZ-Vorsitzende, der auf die vom Rechenzentrum entwickelte CD-ROM zur Beantwortung pharrnazeutischer Fragen verwies. Mit ihr habe das NARZ die entsprechende Einstimmung für die bereits angelaufenen Arzt-/Apothekergespräche gegeben.

Verbesserte Qualität durch die Zusammenarbeit mit Ärzten

Kombinierte Budgets, Bonusverträge, vernetzte Praxen und Richtgrößen bringen es mit sich, daß sich Apotheker als Fachkundige in die Diskussion einschalten müssen. Dieses sei nur mit Hilfe der statistischen Daten des Rechenzentrums möglich.

"Wir sind auf dem besten Weg, und zwar nicht um zusätzliche Einsparpotentiale zu Lasten der Apothekenumsätze zu suchen, sondern um eine qualitativ sinnvollere Verordnung anzuregen", so Graue. Er betonte: "Verbesserte Qualität durch die Zusammenarbeit mit Ärzten ist angesagt." Im Zeitalter des extrem rasanten Informationsaustausches sei derjenige im Vorteil, der am schnellsten und effizientesten Daten erhält und auswertet. Der Spruch "Wissen ist Macht" gelte heute im verstärkten Maße.

Strategische Allianzen zwischen Rechenzentren und Verbänden waren Stichworte auch im Bericht des NARZ-Geschäftsführers Hanno H. Helmker zur wirtschaftlichen Situation des NARZ. Aufgrund drastischer Sparmaßnahmen der GKV ist die Zahl der verarbeiteten Rezepte um 7,7 Prozent zurückgegangen, so Helmker. Der Bruttowert eines Rezeptes ist um 2,9 Prozent gestiegen. Dagegen ist der Bruttowert aller Rezepte um 5 Prozent und der Wert der Rezepte je Apotheke um 5,9 Prozent gesunken. Nach erfolgreicher Konsolidierung und Optimierung der Produktionsprozesse komme es nunmehr darauf an, neue Geschäftsfelder zu besetzen und die dazu erforderlichen Servicefunktionen weiter auszubauen.

Beitrag von der PZ-Redaktion
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