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Diabetes: ACE-Hemmer gegen Retinopathie

16.06.1997  00:00 Uhr

-Medizin

  Govi-Verlag

Diabetes: ACE-Hemmer gegen Retinopathie

  Neue Ergebnisse der EUCLID-Studie (Eurodiab controlled Trial of Lisinopril in Insulin dependent Diabetes) zeigen unter ACE-Hemmer-Therapie eine starke Risikominderung für die Progression einer Retinopathie bei normotonen Typ I-Diabetikern ohne oder mit beginnender Nephropathie.

In der randomisierten, doppelblinden Multicenterstudie waren an 530 Typ I-Diabetikern die Effekte von Lisinopril im Hinblick auf Nephro- und Retinopathie untersucht worden. Frühere Ergebnisse hatten in der Lisinoprilgruppe bereits einen signifikanten Rückgang der renalen Albuminausscheidung gezeigt. Bei einer Untergruppe von Patienten mit Retinopathie haben neue Studienergebnisse jetzt ergeben, daß unter Lisinopril das Risiko für eine Progression der diabetischen Netzhautdegeneration um fast die Hälfte reduziert war. Zu einer Progression in den nächsthöheren Schweregrad kam es bei 13 Prozent der Patienten in der Verumgruppe im Vergleich zu 23 Prozent in der Placebogruppe (p= 0,02). Auch die Progression um mehrere Schweregrade war unter Lisinopril statistisch signifikant seltener (p= 0,05).

Selbst bei Patienten ohne Bluthochdruck und mit normaler Nierenfunktion habe sich in der Studie ein positiver Effekt auf die Netzhaut gezeigt, resümiert die Prüfärztin Dr. Nish Chaturvedi vom University College, London. Die Substanz scheine zusätzlich zu blutdrucksenkenden Wirkung einen direkten positiven Effekt auf die Retinagefäße auszuüben, der bei Patienten mit und ohne Nephropathie gleichermaßen ausgeprägt sei, heißt es in einer Presseinformation des Herstellerunternehmens Zeneca.

Beitrag von der PZ-Redaktion        

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