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Jetzt Flagge zeigen

16.06.1997
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-Editorial

  Govi-Verlag

Jetzt Flagge zeigen

  von Werner Trockel
ABDA-Vizepräsident und
Vorsitzender des PR-Ausschusses der ABDA

Der Strukturwandel im Gesundheitswesen ist in vollem Gange. Angesichts immer leerer werdender Kassen werden alle Möglichkeiten gesucht, um nochmals Kosten einzusparen - koste es, was es wolle. Jüngstes Beispiel ist die Berliner Bundesratsinitiative zur Änderung des § 14 Apothekengesetz, nach der es nun Krankenhausapotheken gestattet werden soll, Pflegeheime mit Arzneimitteln zu beliefert. Handelt es sich dabei um einen ordnungspolitischen Sündenfall, allerdings mit massiven ökonomischen Auswirkungen auf die öffentliche Apotheke, so ist die Entscheidung einer Mülheimer Billig-Discounter-Kette, nun auch OTC-Arzneimittel in ihr Sortiment aufzunehmen, eine massive marktwirtschaftliche Bedrohung. Das Haus brennt an allen Ecken.

In Zeiten wie diesen kommt es darauf an, daß wir Apotheker uns auf allen zur Verfügung stehenden Kanälen zu Wort melden, um unsere Position darzustellen. Gerade jetzt tut professionelle Öffentlichkeitsarbeit not. Und zwar nicht trotz, sondern gerade wegen der angespannten Situation in vielen Apotheken. Die Industrie weiß, daß sie bei Werbung und Öffentlichkeitsarbeit auf antizyklisches Verhalten setzen muß, daß es also gerade dann besonders in den PR-Bereich zu investieren gilt, wenn es dem Unternehmen nicht besonders gut geht.

Wir Apotheker haben bereits vor drei Jahren eine sehr weitblickende Entscheidung getroffen, als es darum ging, unsere Öffentlichkeitsarbeit auf eine modernere Grundlage zu stellen. Heute verfügen wir über wirkungsvolle Instrumentarien und nutzen alle Kanäle, um unsere Botschaft an die Bevölkerung und die Entscheidungsträger zu bringen. Zusammengefaßt lautet sie: Die Apotheke ist in diesem Gesundheitswesen unverzichtbar, weil es für eine qualitativ hochstehende Arzneimittelversorgung der Bevölkerung keine Alternative zur Apotheke gibt.

Diese Botschaft gilt es auch weiterhin zu transportieren. Denn wer im Wettbewerb bestehen will, der kann dies nicht mit vornehmer Zurückhaltung tun. In den drei Jahren, die unsere Imagekampagne jetzt läuft, sind die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Fortsetzung der PR-Arbeit geschaffen worden. Unser Auftritt ist - wie wir aus Repräsentativbefragungen wissen - von der Bevölkerung "gelernt". Das heißt: Unsere Anzeigen werden sofort mit Apothekerinnen und Apothekern in Verbindung gebracht. Wir haben in den Medien zahlreiche Kooperationspartner gefunden, die mit uns gemeinsam apothekerliche Themen "transportieren". Der Mechanismus der Aktionen ist, wie die Beilage zur Zuzahlungserhöhung in dieser Ausgabe zeigt, schnell und unproblematisch auf die verschiedensten Themen anzuwenden.

Die Kraft der Basis wird zukünftig mehr denn je entscheiden, wohin das Schiff der Arzneimitteldistribution fährt. Bleibt es im sicheren Fahrwasser der Apotheker oder segelt es zum Versandhandel, zum Grossisten? Um so deutlicher gilt es deshalb, jetzt Flagge zu zeigen, egal, ob es sich um das Thema Zuzahlungserhöhung oder Reisevorbereitung handelt. Mit beiden Aktionen machen Sie deutlich, welchen Nutzen der Patient, der Kunde durch seine Apotheke erfährt. Und darauf kommt es an. Nur wer es schafft, seinen Nutzen für die Gesellschaft, für die Menschen immer wieder deutlich zu machen, wird auch weiterhin erfolgreich im Markt agieren.    

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