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Beiersdorf wuchs 1996 vor allem im Ausland

09.06.1997
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-Wirtschaft & Handel

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Beiersdorf wuchs 1996 vor allem im Ausland

  Als erfolgreich wertete Dr. Rolf Kunisch, Vorsitzender des Vorstands der Beiersdorf AG, auf der Bilanzpressekonferenz am 21. Mai 1997 in Hamburg die Konzentration auf die Kernkompetenzen Hautpflege, medizinische Wundversorgung und Klebebänder und den strategischen Ausbau der Marken Nivea, Hansaplast und Tesa "im verbrauchernahen Geschäft". Die Wachstumserfolge von Cosmed und Medical zeigten zudem, daß das Unternehmen erfolgreicher und besser sein könne als die schärfste Konkurrenz.

Eine strategische Verbesserung bedeutete laut Kunisch die Akquisition von Futuro und Curad 1996 in den USA, die der Medical-Sparte einen deutlichen Zuwachs brachte. Der Umsatzrückgang im deutschen Geschäft wurde damit mehr als kompensiert. Während der Gesamtumsatz in dieser Sparte im ersten Quartal 1997 um 7,3 Prozent zunahm, sank er in Deutschland um 6 Prozent aufgrund der Verunsicherungen durch das 2. NOG und des Verschreibungsgeschäftes.

Der Umsatz der Beiersdorf AG stieg 1996 um 6,1 Prozent auf 2.523,6 Millionen DM. Nach den Ausführungen des Finanzvorstands Dr. Peter Schäfer trug zu diesem Wachstum das inländische Geschäft ein Plus von 4,3 Prozent bei, während die Exporte um 10,8 Prozent auf 481,6 Millionen DM anstiegen. Das Betriebsergebnis erhöhte sich überproportional zum Umsatzwachstum um 14,2 Prozent auf 356,1 Millionen DM aufgrund eines geringeren Anstiegs des Materialaufwands und praktisch konstanten Personalaufwands. Der Jahresüberschuß war mit 167,8 Millionen dagegen rückläufig (minus 4,2 Prozent), eine Tatsache, die Schäfer mit dem außergewöhnlich hohen Niveau des Vorjahres erklärte.

Sowohl die Bilanz des Konzern als auch der AG präsentieren sich nach den Ausführungen Schäfers zum 31. Dezember 1996 "in einer außerordentlich soliden und gegenüber dem Vorjahr weiter verbesserten Struktur". So konnte das Eigenkapital im Verhältnis zum Anlagevermögen und zur Bilanzsumme weiter verbessert werden.

Tiefgreifende Restrukturierungsmaßnahmen sollen 1997 die negative Ergebnissituation der Tesa-Sparte verbessern. Hier kalkuliert der Vorstand mit einem einmaligen außerordentlichen Aufwand von 200 Millionen DM vor Steuern, der das Konzernergebnis belasten wird - dennoch erwartet er keine Beeinträchtigung des gegenwärtigen Dividendenniveaus. Vorstand und Aufsichtsrat werden der Hauptversammlung am 30. Juni 1997 eine Dividende von 1 DM je 5-DM-Aktie vorschlagen.

Artikel von der PZ-Redaktion
   

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