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Wirtschaft & Handel

02.06.1997  00:00 Uhr

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  Govi-Verlag

Ökologie und Ökonomie sind keine Gegensätze

  Zum siebten Mal wurde am 27. Mai 1997 der Commerzbank/Impulse-Umweltpreis an mittelständische Unternehmen verliehen. Dieses Mal dabei: Schwarz Pharma, Monheim. Den feierlichen Rahmen bot erneut der Kaisersaal im Frankfurter Römer, schließlich gehen von der Mainmetropole selbst viele Impulse zur Förderung des Umweltschutzes aus. In ihrer Eigenschaft auch als Aufsichtsratsvorsitzende der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH hatte daher die Oberbürgermeisterin Petra Roth mit zu der Veranstaltung eingeladen.

Über 100 mittelständische Unternehmen haben sich um den Umweltpreis 1997 der Commerzbank - selbst ein Trendsetter für den Umweltschutz - und der Zeitschrift Impulse beworben. Und der Vorsprung der Preisträger, so Dr. Kurz Hochheuser, Vorstandsmitglied der Commerzbank, "ist nicht himmelweit von den anderen Bewerbern entfernt". Vielmehr könne die Jury den Trend zu ganzheitlichen Konzepten und einem immer höheren Ökologie-Stellenwert in den Unternehmen feststellen. Deshalb gab es dieses Jahr auch einen Sonderpreis für Norbert Garich, der auf einem ehemaligen Deponiegelände im thüringischen Gösen unterschiedliche Wiederverwertungsbetriebe auf einem Gelände konzentrierte und damit Synergieeffekte erreichte. "Der Mittelstand schützt die Umwelt", so das Credo Hochheusers, der zugleich "eine gelungene Verbindung von Ökologie und Ökonomie" herausstelle. Alle Preisträger haben durch die umgesetzten Maßnahmen Geld und Ressourcen eingespart.

Bewertet wurden die Bewerbungsunterlagen vom Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewußtes Management BAUM. Der Jury gehören außerdem die Bundesumweltministerin, der Chef des Umweltbundesamtes, der Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), ein Vertreter des Vereins Deutscher Ingenieure, der Leiter des Instituts für Umweltschutz TÜV Rheinland, der Vorstand der Commerzbank und der Chefredakteur von Impulse an. Den ersten und zweiten Preisträgern stellt die Commerzbank insgesamt 150.000 DM zur Verfügung. Die Hälfte des Betrages sollen die Gewinner zur Förderung eines Naturschutzprojektes in ihrer Region einsetzen, mit der anderen Hälfe wird ihre Beteiligung an einer Messe finanziert.

Mit den nur schwer recycelbaren Blister-Verpackungen von Arzneimitteln könnte es ein Ende haben, wenn das Beispiel von Schwarz Pharma Schule macht. Das Unternehmen ersetzte 1992 zunächst das PVC in den Blistern durch Polypropylen. Damit noch nicht zufrieden, vertreibt Schwarz Pharma nach langen Tests und in intensiver Zusammenarbeit mit dem Hersteller der Verpackungsmaschinen und dem Folienlieferanten seit 1995 "als erster Arzneimittelhersteller"die Herz- und Kreislaufmedikamente in einem Einstoff-Blister aus Polypropylen. Im Gegensatz zu PVC und Aluminium ist Polypropylen in der Entsorgung unproblematisch, es kann stofflich wiederverwertet und problemlos verbrannt werden. Dabei soll nur Kohlendioxid und Wasser entstehen. Im Zuge der Umstellung erfolgte auch eine Verkleinerung der Blister und Faltschachteln. Die Folge: Das Pharmaunternehmen spart mit den neuen Verpackungen mehr als 250.000 DM im Jahr ein.

1998 soll der Commerzbank/Impulse-Umweltpreis erneut vergeben werden. Mitmachen können Unternehmen aus jeder Branche. Ihre umweltschonenden Maßnahmen müssen sich allerdings ein Jahr in der Praxis bewährt haben. Die Jury überzeugt sich vor Ort von Umweltnutzen und Kostenersparnis. Ab September 1997 können die Teilnahmebögen bei der Redaktion Impulse, 50927 Köln, Fax 0221/4908-169 bestellt werden.

PZ-Artikel von Erdmuthe Arnold    

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