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20.05.2002
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Zur PZ-HomepageWHO-Strategie für Naturheilkunde
17.05. dpa. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erstmals eine weltweite Strategie für Naturheilkunde und alternative Medizin vorgelegt. Damit solle die Lücke zwischen unkritischen Enthusiasten und nicht informierten Skeptikern geschlossen werden, sagte WHO-Direktor Jonathan Quick in Genf. Ziel des Programms ist es unter anderem, stärkere Nachweise für die Sicherheit, Effektivität und Qualität von Mitteln und Therapien aus der Naturheilkunde zu sammeln. Außerdem soll den Mitgliedsländern geholfen werden, alternative Praktiken in die nationalen Gesundheitssysteme einzubeziehen. Aus Sicht der WHO muss Interessierten und Kranken ein einfacher und bezahlbarer Zugang zu diesen Heilungsmethoden ermöglicht oder erhalten werden.

Impferfolg: Weniger Hirnhautentzündungen bei Kindern
17.05. dpa. Die Zahl der bakteriellen Hirnhautentzündungen bei Kindern ist einer niedersächsischen Studie zufolge in den 90er-Jahren deutlich gesunken. Ursache dafür seien erfolgreiche Impfungen, vor allem gegen den Erreger Haemophilus influenzae b (Hib), erläuterte Studien-Autor Professor Adolf Windorfer vom Landesgesundheitsamt Hannover. Auf Grund gleicher Impfbedingungen seien die Ergebnisse der Untersuchung für den betrachteten Zeitraum bundesweit repräsentativ. Die Hib-Impfung wird von der Ständigen Impfkommission am Robert Koch-Institut für Kinder empfohlen. Windorfer sammelte die Daten niedersächsischer Kliniken zwischen 1981 und 1998, die etwa 70 Prozent der Kinderklinik-Betten des Bundeslandes repräsentieren. Zwischen 1981 und 1990 pendelte dort die Zahl der Kinder mit bakteriell ausgelöster Hirnhautentzündung (Meningitis) zwischen 145 und 171. Innerhalb eines knappen Jahrzehnts sank diese Zahl dann um knapp die Hälfte auf 84 Fälle 1998 (1993: 117 Fälle). Vor allem die Hib-Hirnhautentzündungen gingen von jährlich knapp 50 Fällen in den 80er-Jahren auf 2 im Jahr 1998 zurück.

Hungersnot in Angola
17.05. dpa. In Angola mehren sich nach dem Waffenstillstandsabkommen zwischen Regierung und UNITA-Rebellen die Berichte über eine akute Hungersnot im Lande. In der südangolanischen Provinz Huila ist die internationale Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) nach eigenen Angaben auf 10.000 Menschen in katastrophalem gesundheitlichen Zustand gestoßen. Frühere UNITA-Soldaten hätten sich mit ihren Familien in der Stadt Galangue eingefunden, um dort ihre Waffen abzugeben. Auch andere humanitäre Organisationen hatten in der Vergangenheit wiederholt auf die akute Unterernährung Zehntausender Menschen in den erstmals seit langem wieder zugänglichen Gebieten aufmerksam gemacht. Einer schnellen MSF-Untersuchung von 538 Kindern unter fünf Jahren zufolge sind in Galague 25 Prozent schwer unterernährt und 18 Prozent mäßig unterernährt. Die schlimmsten Fälle wurden sofort ins 200 Kilometer entfernte Ernährungszentrum nach Caala gebracht, in dem bereits 850 stark unterernährte Kinder versorgt werden. In den vergangenen Wochen sind MSF-Teams in allen neu zugänglichen Gebieten auf Tausende von Menschen in katastrophalem Gesundheitszustand gestoßen. Akute Nothilfeprogramme wurden gestartet.

Brustkrebsfrüherkennung: Neue Standards einzigartig
16.05. dpa. Mit neuen Qualitätsstandards für die Früherkennung von Brustkrebs wird Deutschland nach Expertenmeinung auf diesem Gebiet führend in der Welt. Die Leitlinien, die von 2003 an gültig sein sollen, dürften alles übertreffen, "was es weltweit gibt", meinte am Donnerstag Klaus-Dieter Schulz von der Deutschen Gesellschaft für Senologie auf dem "Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit" in Berlin. Die Leitlinien werden derzeit von zwei Dutzend Fachgesellschaften auf Stichhaltigkeit hin überprüft. Die Leitlinien sollen exakt vorgeben, welche Untersuchungen und Therapien welcher Frau zuteil werden können. In Deutschland ist zurzeit die Frage heftig umstrittenen, welche Altersgruppen der Frauen routinemäßig untersucht werden sollen. "Das Mammographie-Screening ist nicht die einzige Möglichkeit", betonte Schulz, der die Konsensfindung koordiniert. Die Brustkrebs-Früherkennung beginnt nach den vorgeschlagenen Leitlinien mit einer Risikoberatung und sollte körperliche Tastuntersuchungen auf jeden Fall einschließen. Je nach Befund können sich weitere Maßnahmen wie die Mammographie, zusätzliche Diagnostik wie eine Gewebebiopsie und Operationen anschließen. In den Leitlinien wird ferner "das unumstößliche Recht auf Selbstbestimmung" der Frau hervorgehoben.

DGB für Anhebung des Höchstbeitrags
16.05. dpa. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat gefordert, Gutverdienende bei der geplanten großen Gesundheitsreform 2003 deutlich stärker zur Kasse zu bitten. So soll der Höchstbeitrag zur Krankenkasse für Arbeitnehmer mit einem Bruttoverdienst von 3375 Euro und mehr um bis zu 33 Prozent steigen. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer schlug am Donnerstag in Berlin vor, die Beitragsbemessungsgrenze auf das Niveau der Rentenversicherung anzuheben. Als Folge müssten ein Arbeitnehmer und sein Arbeitgeber monatlich bis zu rund 150 Euro mehr Beitrag zahlen. Engelen-Kefer stellte sich im Grundsatz hinter die Reformkonzepte von SPD und Grünen für das Gesundheitswesen. Sie bemängelte aber, dass im SPD-Wahlprogramm klare Aussagen zur künftigen Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung fehlten. Zwar plane die SPD, für neue Versicherte den Wechsel zu einer privaten Krankenkasse zu erschweren und so mehr Gutverdienende bei den gesetzlichen Kassen zu halten. Dies werde aber nicht ausreichen, um die Finanzlage der Krankenkassen dauerhaft zu stabilisieren, sagte Engelen-Kefer. Scharfe Kritik übte die DGB-Vize an den Konzepten von Union und FDP. Mit den geplanten Wahltarifen und Selbstbehalten öffne die Union "Tür und Tor für den Einstieg in Grund- und Wahlleistungen". Nach dem Konzept der Union sollen Versicherte künftig Leistungen ab- und zuwählen können. Im Gegenzug erhalten sie einen Beitragsrabatt oder -aufschlag. Auch wollen CDU und CSU Selbstbehalte einführen: Dabei übernimmt der Versicherte Kosten bis zu einer Höhe von zum Beispiel 500 Euro im Jahr selbst, zahlt aber einen niedrigeren Beitrag. Ähnlich Vorstellungen hegt die FDP.

Aids-Behandlung zeigt erhebliche Nebenwirkungen
16.05. dpa. Die erzielbaren Langzeiterfolge bei der Aids-Behandlung haben nach Expertenangaben zum Teil schwerwiegende Nachteile. Nebenwirkungen wie Zucker- und Fettstoffwechselstörungen erhöhten das Herzinfarktrisiko bei HIV-Patienten, körperliche Veränderungen würden die Motivation zur Behandlung verringern, sagte Professor Gerd Plewig, Direktor der Dermatologischen Klinik der Ludwig-Maximilians-Universität-München, am Donnerstag in München bei einem Aids-Symposium. Die am häufigsten belastende Nebenwirkung für Aids-Patienten sei Fettverlust im Gesicht und an den Armen und Beinen sowie eine Fettverschiebung im Brustkorb. Die Korrektur des Fettverlustes durch Unterspritzung mit einer Substanz werde von den Krankenkassen nicht bezahlt. Zwar könne Aids inzwischen wie eine chronische Erkrankung behandelt werden, vielen Patienten falle es aber schwer, die verordneten Medikamente in der vorgeschriebenen Form einzunehmen. Dadurch drohten Behandlungsabbrüche. Folge sei eine ständig drohende Resistenzentwicklung von HIV. Bei Aids-Patienten komme es häufig zu gravierenden medizinischen, psychischen und sozialen Problemen wie Depressionen, Partnerschaftsproblemen und mehreren chronischen Erkrankungen, zum Beispiel Hepatitis-C oder Lymphome, gleichzeitig.

Neue Substanz soll Alzheimer-Plaques bekämpfen
15.05. dpa. Eine neue Substanz könnte die krank machenden Eiweiß-Plaques im Gehirn von Alzheimer-Patienten reduzieren. Labor- und Tierversuche mit dem Stoff deuten auf einen neuen Ansatz zur Bekämpfung vieler derartiger Krankheiten hin, bei denen sich bestimmte Eiweiß-Moleküle falsch falten und im Gehirn oder anderen Geweben anreichern. Das berichtet eine internationale Forschergruppe in der britischen Fachzeitschrift "Nature" (Bd. 417, S. 254). Von einer Anwendung ist der neue Wirkstoff allerdings noch weit entfernt. Erste klinische Tests mit Alzheimer-Patienten sollen in Kürze beginnen. Die Gruppe um Mark Pepys von der Royal Free and University College Medical School in London konzentrierte sich auf das Serum-Amyloid P (SAP), das im ganzen Körper vorhanden ist. Von diesem Stoff nehmen Forscher an, dass er an der Verklumpung des Amyloid-Beta-Peptids beteiligt ist und diese Klumpen vor dem Abbau durch den Organismus schützt. Diese Amyloid-Plaques führen unter anderem bei der Alzheimer-Krankheit zu irreparablen Schäden an Nervenzellen. Nach Tests mit vielen Substanzen fanden die Forscher ein kleines anderes Eiweiß, das das normalerweise in Fünfergruppen zusammengelagerte SAP wiederum aneinander koppeln lässt. In dieser Form bindet SAP weit weniger an Amyloid-Plaques und kann leichter abgebaut werden. Pepys und seine Mitarbeiter stellten in Tierversuchen fest, dass die CPHPC getaufte Substanz zum einen die Menge an SAP im Körper verringerte. Darüber hinaus schrumpften auch vorhandene Plaques bei Labormäusen, die durch eine genetische Veränderung zur Bildung der Plaques neigen. Erste Versuche mit 19 Patienten, die an einer seltenen, ähnlichen Krankheit leiden, zeigten, dass auch bei diesen das SAP verringert wurde.

Alkoholverzicht gegen Reisethrombose
15.05. dpa. Bei Langstreckenflügen über fünf Stunden sollten Passagiere zur Vorbeugung einer Reisethrombose viel Flüssigkeit zu sich nehmen, aber auf Alkohol verzichten. Alkohol führe zu Flüssigkeitsverlust, erläuterte der Reisemediziner Jürgen Ringwald (Erlangen) am Mittwoch in München. Einer Studie zufolge hätten Ultraschalluntersuchungen ergeben, dass nach langen Flügen zehn Prozent der Passagiere Gefäßablagerungen in den Venen hatten. Besonders gefährdet seien Risikopatienten, die bereits eine Thrombose erlitten haben.

Ministerium weiterhin gegen Wahlleistungen
15.05. dpa. Das SPD-geführte Bundesgesundheitsministerium ist weiterhin strikt gegen eine Aufteilung des gesetzlich finanzierten Gesundheitssystems in Grund- und Wahlleistungen. Entsprechende Forderungen von Ärztegruppen wies Staatssekretär Theo Schröder am Mittwoch in Berlin auf dem Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit als "schleichende Privatisierung des Risikos Krankheit" zurück. Zum Auftakt des dreitägigen Kongresses forderte der Vorsitzende der Konzertierten Aktion im Gesundheitswesen, Friedrich Wilhelm Schwartz, weitere Reformschritte "ohne Denkverbote". Zum Hauptstadtkongresses werden bis zu 5000 Teilnehmer erwartet. Er ist damit der größte gesundheitspolitische und medizinische Kongress der Bundesrepublik.

Zuzahlungs-Befreiung für chronisch Kranke
14.05. dpa. Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) will chronisch Kranke von Zuzahlungen zu medizinischen Leistungen befreien, wenn diese an den neuen Chronikerprogrammen teilnehmen. "Wer etwas dafür tut, seine Krankheit zu überwinden, etwa durch Umstellung der Ernährung oder mehr Bewegung, soll belohnt werden", sagte Schmidt der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse". "Solche Patienten wollen wir langfristig generell von Zuzahlungen befreien." Schmidt wies darauf hin, dass bereits am 1. Juli Programme zu Diabetes und Brustkrebs starten sollen. Diese Disease Management Programme sollen die Behandlung und Prävention von chronischen Krankheiten wie Asthma und Krebs verbessern. Bisher ist die Befreiung von Zuzahlungen zu Medikamenten und Vorsorgeuntersuchungen nur für Versicherte mit geringem Einkommen möglich. Chronisch Kranke können darüber hinaus nur teilweise befreit werden.

Neue Technik ersetzt gefährliche Säuglings-OP
14.05. dpa. Ärzte der Universitätsklinik Kiel und der Berliner Charité haben nach eigenen Angaben weltweit erstmalig einem Säugling über einen Katheter eine neuartige Gefäßstütze eingesetzt. Dem Baby wurde damit den Medizinern zufolge eine komplizierte Operation am offenen Herzen erspart. Das neue Verfahren, bei dem sich die Gefäßstütze mit dem Wachstum der Ader vergrößern lässt, könne in Zukunft auch bei angeborenen Herzfehlern oder Verengungen von Arterien und Venen bei Neugeborenen lebensrettend eingesetzt werden, sagte der Berliner Oberarzt Martin Schneider. Der langfristige Erfolg der Technik lasse sich allerdings erst überprüfen, wenn das Kind herangewachsen sei. Die neue, 4 Millimeter dicke Gefäßstütze, ein so genannter Stent, könne bis auf 23 Millimeter Durchmesser ausgedehnt werden, erläuterte Schneider, Oberarzt für interventionelle Kinderkardiologie an der Charité. Das entspreche dem Durchmesser des betroffenen Gefäßes im Erwachsenenalter. "In der Nachsorge werden deshalb lediglich weitere Herzkatheter-Untersuchungen notwendig sein, um den Stent dem Körperwachstum anzupassen", sagte der Mediziner.

Beiersdorf mit weniger Gewinn
14.05. dpa. Beim Kosmetikkonzern Beiersdorf ist der Gewinn im 1. Quartal 2002 um rund ein Fünftel auf 79 Millionen Euro zurückgegangen. Nach Angaben des Hamburger Unternehmens stieg der Konzernumsatz verglichen mit der Vorjahresperiode um 3,6 Prozent auf 1,19 Milliarden Euro. Er sei damit höher als geplant ausgefallen. Für das Gesamtjahr erwartet Beiersdorf ein Umsatzwachstum von 5 Prozent. Der Hauptumsatzträger von Beiersdorf, die cosmed-sparte mit Marken wie Nivea, Juvena, Labello und 8x4, bekam in Deutschland die Konsumzurückhaltung der Verbraucher zu spüren. In den ersten drei Monaten des Jahres ging hier der Umsatz um 4,7 Prozent zurück. Weltweit legte die Sparte aber um 7,2 Prozent auf 786 Millionen Euro zu. Umstrukturierungen im medical-Bereich, der Pflaster und medizinische Hautpflege umfasst, führten zu einem Umsatzrückgang von 6,2 Prozent auf 229 Millionen Euro. Die Erlöse der tesa-Sparte erhöhten sich leicht um 1,8 Prozent auf 175 Millionen Euro.

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