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Calciporiol-Lösung bei Kopfhautpsoriasis

11.05.1998  00:00 Uhr

-Pharmazie

Govi-Verlag

Calciporiol-Lösung bei Kopfhautpsoriasis

Bei etwa vierzig bis sechzig Prozent aller Psoriasispatienten - das sind in Deutschland schätzungsweise 1,6 Millionen Menschen - ist auch die Kopfhaut befallen. Die bisher verfügbaren Antipsoriatika kann man hier nur begrenzt einsetzen, da sie die Haare verkleben, schmieren, färben oder unangenehm riechen. Seit kurzem ist eine Calcipotriol-Lösung im Handel, die dieses Problem lösten könnte.

Die bereits im Januar zugelassene Lösung enthält das Vitamin-D3-Analogon Calcipotriol als 0,005prozentige wässrig-alkoholische Lösung (Psorcutan®). Ein Zusatz von Propylenglykol soll schwach rückfettend wirken, Hydroxypropylcellulose erhöht die Viskosität, und Levomenthol soll angenehm riechen. Ein leichtes Filmbildungsgefühl verschwindet rasch. Anwendungstip: Haare scheiteln, zwei Tropfen Lösung auftragen, mit dem Finger verreiben und in die Kopfhaut einmassieren. Anschließend Hände gut waschen.

Der Wirksamkeitsnachweis wurde in klinischen Studien mit insgesamt 788 Patienten erbracht, sagte Dr. Sigbert Jahn von der Asche AG, Hamburg, bei der Einführungspressekonferenz Ende April in München. 50 Prozent der Patienten und 58 Prozent der Ärzte konstatierten nach vierwöchiger Behandlung eine deutliche Besserung der Symptome Rötung, Dicke und Schuppung der Haut. Allerdings gaben je ein Viertel der Patienten und Ärzte das gleiche Urteil nach Placebotherapie ab. In der Verträglichkeit unterschieden sich Verum- und Placebolösung nicht. Im Vergleich zur bisherigen Standardtherapie der Kopfhautprosiasis mit Glucocorticoiden (Betamethasonvalerat) schnitt das Vitamin-D3-Analogon im Patienten- und Arzturteil schlechter ab (58 Prozent versus 76 Prozent Besserung). Die Rezidivneigung war unverändert.

Bei schweren Fällen können Präparate kombiniert werden, erklärte Dr. Jörg C. Prinz von der Universitätshautklinik München. Bei stark schuppender Psoriasis kann mit Salicylsäure vorbehandelt und ab dem zweiten Tag Calcipotriol-Lösung angewandt werden. Bei stark entzündlichen Herden setzt der Dermatologe zwei bis drei Tage Steroide und dann Vitamin-D3-Analoga ein. Als Basispflege zwischen den Schüben eignen sich rückfettende Salben oder Cremes ohne Duft- und Konservierungsstoffe, auch mit Harnstoffanteil.

PZ-Artikel von Brigitte M. Gensthaler
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