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04.05.1998
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PZ +++ Nachrichten +++  05.05. Nach Studium noch Lust auf Public Health?
PZ. Ab diesem Sommersemester kann man an der Münchner Ludwig-
Maximilians-Universität das Postgraduiertenstudium "Öffentliche
Gesundheit und Epidemiologie" als Regelstudiengang absolvieren. Damit ist die erste Phase der Etablierung von Public Health (PI) an der medizinischen Fakultät abgeschlossen, sagte Professor Dr. K. Überla bei der Verabschiedung des vierten Jahrgangs. 23 Absolventen, darunter mehrere Apotheker, erhielten am 4. Mai ihre Magisterurkunde. Bislang wurden in München 70 Studierende bis zum Magistergrad sowie 80 Amtsarztkandidaten ausgebildet. Im Sommersemester beginnen 28 neue PH-Studenten. Zum vierten Mal wurde auch der Public-Health-Löwe für die beste Magisterarbeit verliehen: Marita Stier-Jarmer erhielt ihn für ihre Untersuchung zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität von Patientinnen mit Brustkrebs.


04.05. Fortschritt bei Brustkrebs-Früherkennung
dpa. Bei der Früherkennung von erblichem Brustkrebs ist Berliner Humangenetikern nach eigenen Angaben ein Durchbruch gelungen. Wissenschaftlern des Instituts für Medizinische Molekulardiagnostik (IMMD) entwickelten zusammen mit Partnern in den USA und Schweden einen neuartigen Gentest, der die erbliche Disposition von Brustkrebs erkennen kann. Wie das Institut am Montag in Berlin mitteilte, reicht dafür ein Tropfen Blut auf einem Teststreifen aus. In Deutschland wird Brustkrebs 45.000 mal jährlich neu diagnostiziert. Etwa 19.000 Frauen sterben an dieser Krankheit jährlich. Ein kleinerer Teil von ihnen hat erblichen Brustkrebs. Diese Risikogruppe kann mit dem Test besser erkannt und eingegrenzt werden. Das Verfahren sei patentiert; IMMD-Geschäftsführer Richard Grosse will am Mittwoch die Öffentlichkeit über weitere Einzelheiten informieren.

04.05. VfA kooperiert mit R+V Versicherung
PZ. Die Versicherungsstelle für Apotheker (VfA), Frankfurt am Main, hat eine Kooperation mit der R+V Lebensversicherung in Wiesbaden getroffen mit dem Ziel, den Apothekern eine günstige Vorsorgemöglichkeit anbieten zu können. Zwar seien die bedrohlichen Szenarien über die zukünftig verminderten Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung für Apotheker nicht unmittelbar relevant, da sie Leistungsanspruch aus den Versorgungswerken der Apothekerkammern haben. Doch seien, so heißt es in einem gemeinsamen Pressetext der Kooperationspartner, zusätzliche Maßnahmen notwendig, um den Lebensstandard im Alter und insbesondere eine angemessene Absicherung für Hinterbliebene aufrecht zu erhalten. Mit Hilfe des neuen Partners könne der Apothekerschaft speziell auf ihren Versorgungsbedarf abgestimmte Produkte angeboten werden. Sie sollen sich durch garantierte Leistungen zum Sondertarif, eine stetige Rendite und volle Absicherung im vorzeitigen Versorgungsfall - Tod beziehungsweise Invalidität - auszeichnen.

04.05. Hoffnung auf Tuberkulose-Impfstoff
dpa. Einen neuen Impfstoff gegen Tuberkulose haben möglicherweise Wissenschaftler des Berliner Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie entwickelt. Die Substanz solle jetzt gemeinsam mit den National Institutes of Health (NIH) in den USA im Tiermodell getestet werden, teilte die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) in München mit. Herkömmliche Impfungen könnten Erwachsene nicht wirkungsvoll schützen. Viele Erregerstämme sind resistent gegen Antibiotika. Die Tuberkelbakterien sind, ähnlich den Aids-Viren, intrazelluläre Erreger. Sie entziehen sich dem Abwehrsystem, indem sie sich in den Immunzellen selbst einnistet. Zwar können Makrophagen die Erreger in sich aufnehmen und damit zunächst unschädlich machen. Die Krankheitskeime überleben jedoch in den Makrophagen. Die Max-Planck-Wissenschaftler arbeiten nun an einem gentechnisch verbesserten Impfstoff, der Killerzellen aktivieren soll, die befallenen Freßzellen anzugreifen. Sollte dieses Konzept funktionieren, könnte es auch bei Aids eingesetzt werden.

03.05. LAK: Aktion zur Biorhythmik
dpa. Herzinfarkte geschehen am häufigsten zwischen acht und zwölf Uhr, während Asthmaanfälle zu über 80 Prozent gegen vier Uhr nachts auftreten. Diese Beispiele für die Innere Uhr zitiert die Landesapothekerkammer Baden-Württemberg anläßlich einer vom 4. bis 23. Mai dauernden Beratungsaktion zum Thema Biorhythmus. Körpertemperatur und Blutdruck sind am frühen Nachmittag am höchsten, gleichzeitig ist die Leberdurchblutung dann am geringsten. Es liege auf der Hand, daß auch der Eingriff mit Medikamenten in diese Tagesrhythmen von der Einnahmezeit abhänge. Zur Frage der günstigsten Einnahmezeit für Medikamente schreibt Christoph Beck, Präsident der Landesapothekerkammer: "Leicht fällt die Entscheidung bei Asthmamitteln. Da die meisten Asthmaanfälle nachts auftreten, sollte das Medikament abends eingenommen werden." Anders bei blutdrucksenkenden Mitteln: Weil der Blutdruck normalerweise tagsüber höher sei als nachts, seien sie morgens eingenommen besonders wirksam. Patienten sollten sich im Einzelfall für jedes Medikament in der Apotheke den optimalen Einnahmezeitpunkt informieren.

29.04. Bei Karies impfen statt bohren
dpa. Einen Impfstoff gegen Karies stellen britische Wissenschaftler in Aussicht. Eine geschmacklose Flüssigkeit, die auf Zähne gepinselt werde, könne nachhaltig gegen die Entstehung von Zahnfäule schützen, schreiben sie in der neuesten Ausgabe des Fachblattes "Nature Medicine". Ein aus genetisch veränderten Tabakpflanzen gewonnener Stoff enthalte Antikörper, die sich in den Lebensraum der Zahnfäule-Bakterien setzten. Auf die Frage, ob dies das Aus für den verhaßten Bohrer auf dem Zahnarztstuhl sei, sagte einer der verantwortlichen Forscher, Professor Dr. Tom Lehner: "Ich glaube, es ist der Anfang vom Ende."

29.04. Schering setzt auf Gentechnik
Der Berliner Pharmakonzern Schering will in Zukunft verstärkt auf Gen- und Biotechnologie setzen. "Die Gentechnik und vor allem die Entschlüsselung des menschlichen Genoms sind unverzichtbar für die Entwicklung von neuen Arzneimitteln", sagte der Vorstandsvorsitzende der Schering AG (Berlin), Giuseppe Vita, am Mittwoch vor der Hauptversammlung in Berlin. In das neue Geschäftsjahr 1998 ist Schering mit einem zweistelligen Umsatzplus gestartet. Im ersten Quartal stieg der Konzernumsatz zum elf Prozent, sagte Vita. Für das gesamte Jahr geht das Unternehmen von Zuwachsraten in hohem einstelligen Bereich aus. 1997 stieg der Konzernumsatz um 18 Prozent auf 6,25 Milliarden DM, der Gewinn kletterte auf 446 Millionen. Bei der Hauptversammlung will Schering die seit 1937 bestehende Stimmrechtsbeschränkung aufheben und von den Aktionären die Zustimmung für ein Rückkaufprogramm eigener Aktien für 500 Millionen DM einholen.

29.04. Niedersachsen verbietet Laserverkauf
dpa. Niedersachsen will nach Angaben des Sozialministeriums als erstes Bundesland gegen den Gebrauch von gefährlichen Laserpointern vorgehen. Diese Geräte werden im Unterricht und bei Vorträgen als optische Zeigestöcke verwendet, jedoch vor allem von Jugendlichen auch zu gesundheitsgefährdenden Blend-Aktionen mißbraucht. Die niedersächsische Sozialministerin Heidrun Alm-Merk (SPD) wies am Mittwoch die Gewerbeaufsichtsämter an, den Verkauf von Laserpointern mit hoher Leistungsstärke zu unterbinden. Gleichzeitig ordnete sie eine Rückrufaktion für Geräte mit mehr als einem Milliwatt Leistung an. Das Spielen mit den leistungsstarken Laserpointern kann bei direkter Bestrahlung bleibende Schäden an der Augennetzhaut verursachen. Geräte mit einer Leistung unter einem Milliwatt seien dagegen bei sachgemäßem Gebrauch unbedenklich.

29.04 .Arbeitgeber sehen Chancen nach EuGH-Urteil
Die Arbeitgeber sehen in dem Luxemburger Urteil mehr Chancen als Risiken für den Gesundheitsmarkt. Das Urteil stärke die Stellung der Verbraucher und entspreche dem Gedanken der europäischen Integration, erklärte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA). Allerdings müsse eine unbegrenzte Behandlungs- und Kostenausweitung verhindert werden. Dazu sei ein "Controlling-System" über die Grenzen Deutschlands hinaus notwendig. Der NAV-Virchowbund der niedergelassenen Ärzte rechnet nicht mit einem massenhaften Patiententourismus. Vor allem in grenznahen Bereichen würden Patienten die neuen Möglichkeiten nutzen. Dies werde sich jedoch wohl vor allem auf Zahnersatz oder Medikamente erstrecken. Der Ärzteverband forderte die Krankenkassen auf, die seit Mitte 1997 gesetzlich erlaubte Wahl der Kostenerstattung nun in ihren Satzungen zu regeln. Auch müsse die Bundesregierung die Mehrwertsteuer auf Arzneien streichen oder senken, da Deutschland als eines der wenigen Länder noch den vollen Mehrwertsteuersatz auf Medikamente erhebe. Top

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