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Olivenöl reduziert Brustkrebsrisiko

20.04.1998  00:00 Uhr

-Medizin

Govi-Verlag

Olivenöl reduziert Brustkrebsrisiko

In Tierversuchen konnte gezeigt werden, daß einfach- und mehrfach ungesättigte Fettsäuren das Risiko der Entstehung von Brustkrebs zu reduzieren vermögen. Ergebnisse jüngster spanischer, italienischer und griechischer kontrollierter Fallstudien deuten gleichfalls darauf hin, daß ein erniedrigtes Brustkrebsrisiko in der mediterranen Bevölkerung in Zusammenhang mit deren Ernährungsgewohnheiten steht. Ein Charakteristikum dieser Ernährungsform ist dabei, daß die Fettzufuhr hauptsächlich in Form einfach ungesättigter Fettsäuren mittels Olivenöl erfolgt.

Diese Beobachtungen wurden in einer schwedischen Studie überprüft. Die Skandinavier verbrauchen wenig Olivenöl.

In einer prospektiven Kohortenstudie wurden 61 471 Frauen im Alter zwischen 40 und 76 Jahren über einen Zeitraum von durchschnittlich 4,2 Jahren beobachtet. Während dieser Zeit befragten sie Wissenschaftler über die Eßgewohnheiten unter besonderer Berücksichtigung der Menge und Art ihrer täglichen Fettzufuhr. Keine der Frauen wies bei Studienbeginn eine Krebsdiagnose auf. Während des Beobachtungszeitraums wurde bei 674 Frauen Brustkrebs diagnostiziert. Es ergab sich ein statistischer Zusammenhang zwischen der täglichen Einnahme einfach ungesättigter Fettsäuren und einem erniedrigten Brustkrebsrisiko. So ließ sich bei einer täglichen Aufnahme von 10 Gramm das relative Risiko um 55 Prozent senken. Im Gegensatz hierzu wiesen mehrfach ungesättigte Fettsäuren einen das Brustkrebsrisiko erhöhenden Effekt auf. So stieg bei einer täglichen Aufnahme von 5 Gramm das relative Risiko um 69 Prozent. Kein statistischer Zusammenhang ergab sich zwischen Einnahme gesättigter Fettsäuren sowie der Gesamtfettzufuhr und der Entwicklung von Brustkrebs.

Die Ergebnisse bestätigen den protektiven Effekt einfach ungesättigter Fettsäuren auf das Brustkrebsrisiko. Sollten sich diese Resultate in weiteren Studien bestätigen, könnten relativ einfache Maßnahmen zur Ernährungsumstellung durchgeführt werden. So müßte lediglich auf eine Fettzufuhr mit einem hohen Anteil einfach ungesättigter Fettsäuren, wie sie zum Beispiel im Olivenöl vorhanden sind, geachtet werden, wobei die Gesamtfettzufuhr keine Rolle spielt.

Quelle: Wolk, A., et al., Arch. Intern. Med. 158 (1998) 41-45

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