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13.04.1998
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PZ +++ Nachrichten +++  14.04. Arzneimittel: Kein Mehrverbrauch im Osten
Die Apotheker in Brandenburg wehren sich gegen Seehofers Vorwurf, in Ostdeutschland liege der Arzneimittelverbrauch über Westniveau. Nach den neuesten Statistiken seien die Ausgaben für Arzneimittel 1997 mit 6,8 Prozent in Ostdeutschland stärker zurückgegangen als im Westen, wo sie um 4,1 Prozent sanken, schreiben Dr Jürgen Kögel, Präsident der Apothekerkammer Brandenburg, und Dr. Hans Dobbert, Vorsitzender des Apothekerverbandes Brandenburg, in einem Brief an Bundesgesundheitsminister Dr. Horst Seehofer. Sie weisen damit eine Aussage des Bundesgesundheitsministers zurück, der in einem Gespräch mit dem ABDA-Gesamtvorstand am 17. März in Eschborn den angeblich höheren Arzneimittelverbrauch im Osten der Republik kritisiert hatte. Nach den Zahlen der Brandenburger Apotheker liegen die Ausgaben für Arzneimittel je GKV-Mitglied um 2,4 Prozent unter Westniveau.

08.04. Zuviel Vitamin C schadet wohl
Zusätzlich eingenommenes Vitamin C erweist sich als zweischneidiges Schwert. Es kann Schäden an der DNA sowohl verhindern als auch verursachen, berichten englische Wissenschaftler im britischen Fachjournal "Nature" (Bd.392, Nr.6676, S.559) vom Donnerstag. Ian Podmore und Mitarbeiter von der University of Leicester gaben 30 erwachsenen Freiwilligen sechs Wochen lang täglich ein halbes Gramm des Vitamins. Während des Versuchs wurden kontinuierlich die Veränderungen an der DNA der weißen Blutkörperchen beobachtet. Wie die Wissenschaftler feststellten, senkte die Vitamingabe Schädigungen an den Guanin-Bausteinen der DNA. Gleichzeitig aber stiegen die Schäden an den Adenin-Bausteinen. Vitamin C wird von vielen Wissenschaftlern als Antioxidans angesehen: Es verhindert Schäden an empfindlichen Zellbausteinen, die durch überschüssigen Sauerstoff aus dem Stoffwechsel entstehen können. Nach den Untersuchungen der englischen Forscher kann das Vitamin jedoch auch als Oxidans wirken: Den Sauerstoff, den es von den Guaninresten fernhält, hängt es an die Adeninreste an. Möglicherweise ist das aber ein Effekt, der nur bei hohen Vitamingaben auftritt, vermuten die Wissenschaftler. Bei niedrigeren Gaben könnte entsprechend der gängigen Vorstellung der antioxidative Effekt überwiegen.

08.04. IKKs befürworten EBM für Homöopathie
PZ. Homöopathie und Akupunktur sollten im einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) eigene Abrechnungsziffern bekommen, forderte Rolf Stuppardt, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes der Innungskrankenkassen vor Journalisten in Bonn. Gemeinsam mit dem Deutschen Zentralverein Homöopathischer Ärzte (DZVHÄ) wies der IKK-Bundesverband die jüngsten Angriffe der Arzneimittelkommission (AMK) der deutschen Ärzteschaft auf die Homöopathie zurück. Ein IKK-Modellvorhaben mit 1000 Patienten habe gezeigt, daß bei 85,6 Prozent die homöopathische Behandlung erfolgreich gewesen sei, erklärte Stuppardt. Dabei handle es sich auch um Patienten mit chronischen Erkrankungen, die zuvor viele Stationen der schulmedizinischen Behandlung durchlaufen hätten. Professor Dr. Bruno Müller-Oerlinghausen, Vorsitzender der AMK, bekräftigte erneut seine Kritik an den alternativen Heilverfahren: Die von der Politik den alternativen Methoden eingeräumte Sonderstellung habe keine wissenschaftliche Begründung, heißt es in einer Pressemitteilung der AMK der Ärzte.

08.04. Alkoholwerbeverbot im TV möglich
dpa. Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Eduard Lintner (CSU), schließt ein Verbot von Alkoholwerbung im Fernsehen nicht aus, wenn die von der Bundesregierung angestrebte freiwillige Regelung scheitern sollte. "Man müßte überprüfen, inwieweit Mehrheiten dafür vorhanden sind, etwa im Deutschen Bundestag", sagte der Bonner Innenstaatssekretär am Mittwoch im Saarländischen Rundfunk. Lintner reagierte damit deutlich schärfer auf die Kritik des Deutschen Werberates an den Plänen eingeschränkter Alkoholwerbung im Fernsehen als das Bundesgesundheitsministerium. Dieses setzt bisher ausschließlich auf eine freiwillige Vereinbarung zwischen Regierung, Alkoholwirtschaft und Medien. Die Kritik der Werbebranche, die Einschränkungen brächten Verluste von einigen hundert Millionen Mark, wies Lintner zurück. "Daß Widerstände kommen würden, war klar."

07.04. Merck verdiente gut im vergangenen Jahr
PZ. Merck bleibt auf Wachstumskrus. Wie das Darmstädter Unternehmen auf der Bilanzpressekonferenz am Dienstag mitteilte stieg der Umsatz im Geschäftsjahr 1997 um 15 Prozent auf 7,974 Milliarden DM (Vorjahr 6,953 Milliarden DM). Der Jahresüberschuß betrug 750 Millionen DM, er stieg damit im Vergleich zu 1996 um 49,4 Prozent. Das Betriebsergebnis erreichte 1,114 Milliarden DM (1996: 934 Millionen DM), das ist ein Plus von 19,3 Prozent. Der Cash-Flow wuchs um über 53 Prozent auf 1,401 Milliarden DM (914 Millionen DM). Hauptumsatzträger war auch 1997 der Unternehmensbereich Pharma mit einem Umsatz auf 4,559 Milliarden DM (plus 16, 7 Prozent). Das größte Geschäftsfeld, die verschreibungspflichtigen Originalpräparate, entwickelten sich dabei mit einem weltweiten Umsatz von 2,2 Milliarden DM positiver als der Markt.

07.04. Chiron kauft Impfstoffgeschäft von Hoechst
PZ. Die Chiron Corporation, Emeryville, Kalifornien/USA hat den Restanteil der Hoechst AG an der Chiron Behring GmbH&Co, Marburg, erworben. Im Juli 1996 hatte Chiron einen Anteil von 49 Prozent des Impfstoffgeschäftes der Behringwerke AG, einer hundertprozentigen Tochter der Hoechst AG, erworben. Zum Erwerb der verbleibenden 51 Prozent seien jetzt noch knapp 211 Millionen DM aufgewendet worden, heißt es in einer Pressemitteilung von Chiron. Das Unternehmen will jetzt einen Vorteil aus den Synergien der europäischen Standorte Marburg, Siena, Emeryville und Amsterdam ziehen um die Produktivität aller Bereiche zu verbessern. "Das Synergiepotential der vier Standorte ist erheblich und wird zu weiterer Effizienzverbesserung des Vakzinengeschäfts führen" sagte Heino von Prondzynski, Geschäftsführer von Chiron Behring und mitverantwortlich für den weltweiten Geschäftsbereich Vakzinen. Chiron beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 7.000 Mitarbeiter in 4 Kontinenten.Top

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