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Krebs: Impfstofftest in Phase III

06.04.1998
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Krebs: Impfstofftest in Phase III

Der Krebsimpfstoff BEC2 gegen kleinzellige Lungentumoren wird ab April in einer von Merck, Darmstadt, geführten weltweiten Studie auf seine Wirksamkeit am Menschen getestet. Der Impfstoff werde in Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Unternehmen ImClone Systems Inc. entwickelt, teilt das Darmstädter Unternehmen in einer Pressemeldung mit.

Die Substanz soll in 80 Krebszentren in den USA, Australien und Europa - fünf davon in Deutschland - an mehr als 800 Patienten getestet werden. Für diese internationale Studie kämen Krebskranke in Frage, bei denen die Diagnose eines kleinzelligen Lungenkarzinoms neu gestellt wurde.

In Deutschland befinden sich die Studienzentren für die Studie in Heidelberg, Hamburg, Herne, Jena und München. Merck hat nach eigenen Angaben ab sofort eine Hotline: 06151/723322 für Fragen der Patienten geschaltet. In einem Zeitraum von 4 Jahren solle geprüft werden, inwieweit BEC2 ein Wiederauftreten des Tumors nach erfolgreicher Chemotherapie beim Patienten verhindern könne.

Die Wirkweise des Impfstoffes beruhe auf einem das Immunsystem stimulierenden Mechanismus, erläutert das Unternehmen. Die Immuntherapie nutze als Ansatzpunkt ein Gangliosid auf der Krebszelle, das sich aus einem Zucker und Ceramid zusammensetzt. Dieses Gangliosid werde von den körpereigenen Abwehrzellen zwar nicht als Fremdkörper erkannt, es könne jedoch als Zielstruktur für eine von BEC2 ausgelöste Reaktion dienen. Der in BEC2 enthaltene monoklonale Antikörper, dessen Struktur diejenige des Gangliosids imitiert, soll die körpereigenen Abwehrzellen für die Existenz von Strukturen auf der Tumorzelloberfläche sensibilisieren, um die Tumorzellen schließlich abzutöten. In Westeuropa sei Lungenkrebs mit zirka 200.000 Patienten im Jahr die häufigste aller Krebserkrankungen. Das kleinzellige Lungenkarzinom mache etwa 25 Prozent davon aus.

Artikel von der PZ-RedaktionTop

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