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Aidsforscher sind HIV-Abwehrstoff auf der Spur

06.04.1998
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-Medizin

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Aidsforscher sind HIV-Abwehrstoff auf der Spur

Auf der Suche nach einem Stoff zur natürlichen Abwehr des Aidserregers HIV hat US-Forscher Robert Gallo nach eigenen Angaben eine wichtige Hürde genommen. Der Wissenschaftler ging bislang davon aus, daß HCG (Human Chorionic Gonadotropin) aus dem Urin schwangerer Frauen im Frühstadium einer Schwangerschaft die Viren hemmen kann.

Das Hormon HCG, das Gallo seit 1995 als aussichtsreichsten Kandidaten hervorhob, sei jedoch nicht direkt wirksam. Eine andere, damit verknüpfte Substanz besitze die Fähigkeit, HIV zu blockieren und das unter Aids-Kranken verbreitete Kaposi-Sarkom zu stoppen oder sogar zurückzubilden. Die Identität des Stoffes sei jedoch noch nicht ganz geklärt, räumt Gallo in der April-Ausgabe des Journals Nature Medicine (Bd.4, Nr.4, S.428) ein. Er nennt den neuen Stoff HCG-assoziierten Faktor (HAF).

Gallo, der als Mitentdecker des HIV-Virus gilt, nahm die neue Spur auf, nachdem sich das Hormon mit Hilfe eines neuen Verfahrens (gel permeation chromatography) als falsche Fährte erwiesen hatte. Die Schutzfunktion des Schwangerschaftshormons beziehungsweise des mit ihm verbundenen Faktors hatte ein Mitarbeiter Gallos am Institut für Virologie an der Universität von Maryland in Baltimore nur durch Zufall gefunden. Er hatte männliche und weibliche Mäuse zusammen in einem Käfig gehalten und entdeckt, daß trächtige Tiere immun gegen HIV waren oder vom Kaposi-Sarkom befreit wurden.

Artikel von der PZ-Redaktion
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