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05.04.1999
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PZ Pharmazeutische ZeitungGovi-VerlagPZ +++ Nachrichten +++   06.04. Weniger Aids-Neuerkrankungen
dpa. Die Zahl der Aids-Neuerkrankungen in Deutschland nimmt nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) Berlin ab. Wurden 1997 noch 1414 Neuerkrankungen gemeldet, waren es im vergangenen Jahr 922. "Diese Zahl ist noch nicht endgültig, es können noch einige Nachmeldungen hinzukommen", schränkte der Sprecher des RKI-Aids-Zentrums, Ulrich Marcus, am Dienstag ein. Als Grund für die sinkende Zahl nannte Marcus den Einsatz von Kombinationspräparaten, die nach einer Infektion mit dem Immunschwächevirus die Verbreitung der Viren im Körper hemmen. Seit Beginn der Epidemie Anfang der 80er Jahren erkrankten in Deutschland insgesamt etwa 18.000 Menschen an Aids, von denen rund zwei Drittel gestorben sind. Aids ist auch mit den neuen Medikamenten unheilbar. Auch die Zahl der Neuinfektionen geht zurück, teilte das RKI mit. Zwischen 1997 und 1998 sank die Zahl registrierter positiver HIV-Tests von 4.826 auf 4.028. Das RKI geht davon aus, daß die Zahl der Neuinfektionen wegen Mehrfachtestung tatsächlich nur etwa halb so hoch ist. Die meisten neuen Aids-Erkrankungen pro Einwohner gab es im vergangenen Jahr in Frankfurt/Main, München und West-Berlin.

02.04. H.pylori fühlt sich in Leitungen wohl
dpa. Das Magenbakterium Helicobacter pylori kann auch in Trinkwasserleitungen wachsen. Forscher der Robert Gordon Universität im schottischen Aberdeen züchteten im Labor das Bakterium erfolgreich im Biofilm von Trinkwasserleitungen, berichtet die Wissenschaftszeitschrift "New Scientist" (Nr. 2180, S. 14) in ihrer jüngsten Ausgabe. Bislang konnte Helicobacter nur in Tieren und Menschen nachgewiesen werden. Es steht in dem dringenden Verdacht, an der Entstehung von Magengeschwüren und -karzinomen beteiligt zu sein. In Industrieländern tragen nach Angaben der Zeitschrift mehr als die Hälfte der über 50jährigen das Bakterium in sich. In Entwicklungsländern liege der Anteil weit darüber. "Überall wo es einen Biofilm gibt, kann auch Helicobacter vorkommen", sagte der Forscher Donald Reid dem "New Scientist". Zwar würde das zumeist chlorierte Trinkwasser der Industrieländer das Bakterium im Wasser abtöten, sein Überleben im Biofilm aber nicht verhindern. Es könnte möglicherweise dann bröckchenweise ausgeschwemmt werden und so ins Trinkwasser gelangen.

01.04. Arzneimittel-Richtlinien gestoppt
PZ.Das Landgericht Hamburg hat am 31. März per einstweiligen Verfügung die Arzneimittelrichtlinien (AMR) gestoppt. Sie können nun nicht wie geplant zum 1. April in Kraft treten. Das Gericht gab damit den Anträgen dreier Pharmaunternehmen statt, die dem Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) angehören. Der Bundesausschuß der Ärzte und Krankenkassen kommentiert die Hamburger Entscheidung bislang nicht. Die Urteilsbegründung liege noch nicht vor, teilte der Ausschuß auf Anfrage mit. Ob gegen die Verfügung der Hamburger Richter Berufung eingelegt wird, solle erst nach Ostern entschieden werden. Auch das Bundesministerium für Gesundheit(BMG) will zunächst nicht handeln. Die Begründung der Hamburger Richter müsse abgewartet werden, erklärte ein Sprecher des Ministeriums. Falls der Bundesausschuß Berufung einlege, werde das Ministerium auch den Ausgang dieses Verfahrens abwarten. Gebe auch die nächste Instanz den Pharmaunternehmen recht, so werde das BMG allerdings Schritte unternehmen, um die Richtlinien rechtssicher zu machen. Das BMG werde dann alles tun, um die AMR als Instrumentarium der Selbstverwaltung zu erhalten.

01.04. Schalk in Stirn, nicht im Nacken
dpa.Der Schalk sitzt nicht im Nacken, sondern hinter der rechten Stirnhälfte. Menschen mit Schäden im rechten Stirnlappen können Ironie kaum erkennen und nicht darüber lachen. Sie bevorzugen einfache Komik, schreiben Forscher des Rotman Research Instituts der kanadischen Universität von Toronto in der Aprilausgabe des Wissenschaftsmagazins "Brain". Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler 42 Menschen im Alter zwischen 18 und 70 Jahren, von denen die Hälfte unter den genannten Gehirnschäden litt. Dabei stellten sie fest, daß die Testpersonen mit einem geschädigten rechten Stirnlappen ganz anders auf die Witze und Karikaturen reagierten als die Gesunden. Bislang sei der rechte Stirnlappen als "stille Gehirnregion" abgetan worden, berichteten die Forscher. Ihre Untersuchung beweise nun seine besondere Rolle für die Persönlichkeit des Menschen. Um Ironie zu verstehen, müsse das Gehirn Erinnerung, Erkenntnis und abstraktes Denken koordinieren. Für die Erkrankten war dies offensichtlich zu schwer.

31.03. Hoechst-Insuline mit neuem Namen
PZ. Ab sofort tragen alle Humaninsuline von Hoechst Marion Roussel die einheitliche Bezeichnung insuman®. Die neue Produktreihe ersetzt damit alle nach bisherigen Verfahren hergestellten Humaninsuline. Das Unternehmen will damit einen weltweit identischen Markennamen für alle biotechnologisch hergestellten Produkte etablieren. Bundesweiter Start für die neuen Präparate, deren Verpackung auch angepaßt wurde, ist der 1. April 1999. Bis zum Jahresende plane man die Markteinführung auch in den Niederlanden, Schweden, Österreich und der Schweiz. Langfristig erfolgt die Umbennenung auch in Großbritannien und den USA. Nach Angaben des Unternehmens bleiben jedoch die bisherigen Humaninsuline für eine Übergangszeit parallel im Handel. Die Umbenennung sei nötig, da die biotechnologisch hergestellten Produkte von der europäischen Arzneimittelbehörde EMEA neu zugelassen wurden, sagte Dr. Roman Nagel von HMR am 31. März 1999 in Frankfurt. Außer dem Namen ändere sich für die Patienten jedoch nichts. Die täglichen Insulineinheiten und das Therapieschema bleiben erhalten, denn die einzelnen Zubereitungsformen wirken gleich wie die bisherigen semisynthetischen Humaninsuline.

31.03. Krebsfragen online
dpa. Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg bietet nun auch im Internet umfassende und zugleich gut verständliche Informationen für Patienten und Angehörige. Die Ursachen von Krebs werden ebenso angesprochen wie Vorbeugung, Erkennen, Behandlungsarten und Nachsorge. Die neuen Internet-Seiten, die das Zentrum Anfang der Woche in Bonn vorstellte, sind unter der Adresse http://www.krebsinformation.de finden. Die Fachleute hoffen, damit den großen Wissenshunger über Krebs zu stillen. Bisher hat der Krebsinformationsdienst (KID) des Krebsforschungszentrums unter der Telefonnummer 06221/10121 Anfragen individuell beantwortet. Wegen der vielen Anrufer ist die Leitung aber oft besetzt. In den vergangenen 13 Jahren wurden 150 000 Anfragen gezählt. Die Online-Seite sei ein zusätzliches Angebot, erklärte Professor Dr. Harald zur Hausen, der Wissenschaftliche Stiftungsvorstand des Krebsforschungszentrums. Themen sind unter anderem Antworten auf die 100 häufigsten Fragen zu Krebs, Informationen über mehr als 30 Krebsformen, die Erläuterung medizinischer Fachbegriffe, aber auch belastender Symptome wie Schmerz und Fatigue, eine extreme Form der Erschöpfung, unter der Patienten oft leiden. Das Bundesgesundheitsministerium fördert das Projekt.

31.03. Alle drei Monate Zahnbürstentausch
PZ. Wenn es um eine neue Zahnbürste geht, sind die meisten äußerst schlampig. Idealerweise sollten vier Zahnbürsten im Jahr gegeneinander ausgetauscht werden. In Wirklichkeit wechselt der Großteil der Bevölkerung seine Bürste nur 1,6 mal. Um die Zahn- und Mundhygiene ist es trotz aller Aufklärungsarbeit immer noch nicht gut bestellt. Nach wie vor sind Karies und Parodontose in allen Altersgruppen weit verbreitet und die Kosten für Zahnersatz und Zahnfleischbehandlungen steigen konstant (von 1994 bis 1997 um circa plus 13 Prozent). Zahnbürsten, die länger als drei Monate benutzt wurden oder deren Borsten verborgen sind, gehören nicht mehr in den Zahnputzbecher. Sie können die Bildung von Plaques, die die Ursache für Karies und parodontale Erkrankungen ist, nicht mehr wirkungsvoll verhindern. Dies belegt eine wissenschaftliche US-amerikanische Studie mit 74 Probanden und gesundem Zahnfleisch. Die Untersuchung belegt, daß neue Zahnbürsten signifikant mehr Plaques wegwischen als die Drei-Monats-Zahnbürste. Die Studie ergab eine 30,7 Prozent bessere Plaques-Entfernung für den gesamten Mundbereich.
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