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1997 für Bayer ein Jahr der Rekorde

23.03.1998  00:00 Uhr

-Wirtschaft & Handel

Govi-Verlag

1997 für Bayer ein Jahr der Rekorde

Um 13 Prozent auf 55 Milliarden DM ist der Umsatz des Bayer-Konzerns 1997 gestiegen. Damit wurde die Planung des Vorstands deutlich übertroffen, wie der Vorstandsvorsitzende der Bayer AG, Dr. Manfred Schneider, am 17. März 1998 in der Bilanzpressekonferenz betonte. Als noch erfreulicher bezeichnete Schneider das operative Ergebnis, das um 20 Prozent auf 5,4 Prozent des Umsatzes gesteigert werden konnte. Die operative Umsatzrendite - ein bei der Rekonstruierung des Konzerns wichtiger Unternehmenswert - erreichte 10 Prozent.

Niemals zuvor, so der Vorstandsvorsitzende, sei der Konzern in einem Jahr so stark expandiert. Glück habe dabei auch ein Rolle gespielt. Denn allein aufgrund der günstigen Währungsverhältnisse und des starken Auslandsgeschäfts ist der Umsatz um 3,9 Milliarden DM oder 8 Prozent angewachsen und dies obwohl der Vorstand 1997 viel für die Verbesserung der Unternehmensstrukturen aufgewendet habe.

Bei der Bayer AG landeten 1.458 Millionen DM Gewinn nach Steuern, von denen 1.388 Millionen DM, das sind 13 Prozent mehr als im Vorjahr, an die Aktionäre ausgeschüttet werden sollen. Je 5-DM-Aktie gibt es eine um 20 Pfennig auf 1,90 DM erhöhte Dividende. Damit werden 47 Prozent des Gewinns ausgeschüttet.

Auslandsgeschäft deutlich gesteigert


In entscheidendem Maße komme die Wachstumsdynamik 1997 von den ausländischen Märkten, so Schneider. Dies erkläre ausreichend, weshalb die Aktionäre der AG nicht stärker an dem Gewinn beteiligt werden. Allein in den USA betrug der Umsatzzuwachs 2,6 Milliarden DM oder 23 Prozent.

Zufrieden ist Bayer mit den operativen Ergebnissen der europäischen Gesellschaften. Er beklagte zugleich die gegenläufige Entwicklung in der Bayer AG. Zwar sei der Umsatz trotz der Ausgliederung der deutschen Vertriebsgesellschaften Bayer Vital und Bayer Industrieprodukte um 3 Prozent auf 18,7 Milliarden DM gestiegen, das operative Ergebnis sei jedoch um 15 Prozent auf 1,2 Milliarden DM zurückgegangen. Ausschlaggebend hierfür sei in erster Linie der starke Preisdruck gewesen. Dies verlange eine konsequente Fortsetzung der Strukturbereinigung und der Effizienzsteigerung in Deutschland. Dennoch, aufgrund der höheren Beteiligungserträge stieg der Gewinn vor Ertragssteuern in der AG um 281 Millionen DM auf 2,4 Milliarden DM.

Kerngeschäft: Life Sciences


Die höchsten Zuwachsraten erzielte der Bayer-Konzern im Bereich Life-Science. Sowohl Gesundheit mit 13.635 Millionen DM als auch Landwirtschaft mit 5.697 Millionen DM haben 15 Prozent mehr umgesetzt als 1996. Davon entfielen auf Pharma 8.395 Millionen DM (plus 17 Prozent), Consumer Care 3.068 Millionen DM (plus 13 Prozent), Diagnostika 1.864 Millionen DM (plus 14 Prozent), Pflanzenschutz 3.926 Millionen DM (plus 11 Prozent) und Tiergesundheit 1.642 (plus 26 Prozent).

Besonders erfolgreich waren im Geschäftsbereich Pharma die Antiinfektiva, die ihren Umsatz um 20 Prozent auf 2,5 Milliarden steigern konnten. Um 47 Prozent wuchsen Plasmaprodukte. Viel versprechen sich die Bayer Leute im Geschäftsjahr 1998 von der Markteinführung des Cholesterinsenkers Lipobay beziehungsweise Baycol, dem sie ein Umsatzpotential von mehr als 1,5 Milliarden DM zutrauen. Im Herbst rechnen sie auch mit der Zulassung des Alzheimer-Präparats Metrifonat in den USA und in Europa. Renner im Consumer-Care Geschäftsbereich ist und bleibt wohl das hundertjährige Aspirin, mit dem 1 Milliarde DM 1997 umgesetzt wurde.

Für 1998 rechnet der Vorstand mit einer Wachstumsrate von 4 Prozent. Planungsziel sei ein Umsatz von 57 Milliarden DM und eine Gewinnverbesserung vor Ertragsteuern um 200 Millionen DM. Voraussetzung hierfür seien allerdings, so Schneider einschränkend, die derzeitigen Rahmenbedingungen, wie der starke Dollarkurs, die Rohstoffpreise und das gesamtwirtschaftliche Wachstum. Jedenfalls sollen die ersten zwei Monate der Unternehmensplanung entsprechen.

PZ-Artikel von Erdmuthe Arnold, Leverkusen
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