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Rechenzentren bilden strategische Allianz

15.03.1999
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-Wirtschaft & HandelGovi-VerlagKOOPERATION

Rechenzentren bilden strategische Allianz

von Gisela Stieve, Quedlingburg

Mit Gründung der Firma CEDAG, "Centrum für elektronische Datenverarbeitung im Gesundheitswesen GmbH" ist die seit rund einem Jahr diskutierte Kooperation zwischen zwei standeseigenen Rechenzentren – Norddeutsches Apotheken-Rechenzentrum Bremen (NARZ) und dem Apotheken-Rechen-Zentrum Darmstadt (ARZ) – am 9. März 1999 in Quedlinburg im Harz offiziell institutionalisiert worden. Der Aufsichtsratsvorsitzende der CEDAG, Dr. Jörn Graue, bezeichnete den Schritt als strategische Allianz.

Gesellschafter der CEDAG ist die ausgegliederte Betriebs-GmbH des NARZ, die Gesellschaft für Informations- und Datenverarbeitung in Bremen. Die Landesapothekerverbände in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein sowie Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Saarland stehen ihrerseits in enger Kooperation mit beiden Rechenzentren NARZ und ARZ Darmstadt und damit mit der neu gegründeten Gesellschaft CEDAG GmbH. Die Kooperation ist in erster Linie geschlossen worden, um Synergie-Effekte zu nutzen. Die Eigenständigkeit der beiden Rechenzentren bleibt gewahrt, so Graue. Andere Rechenzentren sollen nach Graues Worten in keiner Weise ausgegrenzt werden. "Die Präambel des Gesellschaftsvertrags enthält deshalb auch die ausdrückliche Klausel, wonach die Gesellschaft weiteren Rechtsträgern mit vergleichbarer Zielsetzung zur Beteiligung offensteht." NARZ und ARZ wollen daher die Diskussion mit andren Rechenzentren suchen, und sowohl die Standesöffentlichkeit wie auch andere Rezeptabrechner davon überzeugen, daß eine solche Kooperation sinnvoll ist.

"Wir verstehen uns als Innovations- und Dienstleistungscenter für Apotheker und zugleich als Denkfabrik für zukünftige Entwicklungen, die ohne die Apothekerschaft und deren Organisation nicht umzusetzen sind", erklärte Graue vor dem Hintergrund der zu erwartenden Entwicklungen im Gesundheitswesen. Vor allem für die Einführung des elektronischen Rezepts müßten die EDV-Dienstleistungen ständig konstruktiv weiterentwickelt werden. Mit kumulierter Kompetenz ließen sich Synergien nutzen und Entwicklungskosten reduzieren.

Eine Ausweitung und Verbesserung der Dienstleistungen beziehe sich hauptsächlich auf die gesetzgeberischen Anforderungen, die aufgrund vertraglicher Vereinbarungen zwischen den Apothekerverbänden und den Krankenkassen zu erbringen sind. Schließlich sollen aber auch die Apothekerverbände in die Lage versetzt werden, im Dialog mit der Ärzteschaft mit verläßlichen Daten auf deren Verschreibungsverhalten und die daraus resultierenden wirtschaftlichen Konsequenzen beratend Einfluß nehmen zu können. Es habe sich immer wieder gezeigt, daß ein Defizit an harten Daten bestehe.

Für Hermann S. Keller, Vorsitzender des Landesapothekerverbands Rheinland-Pfalz und des Deutsche Apothekerverbands, hat der Zusammenschluß zweier standeseigener Rechenzentren historische Kraft. Peter Milius, Geschäftsführer des ARZ, will zunächst die bestehende Form der Abrechnung optimieren. Ziel sei eine Kostensenkung für die Kunden.

Als Geschäftsführer der neuen Gesellschaft fungieren die Geschäftsführer der jeweiligen Rechenzentren, Peter Milius (ARZ) und Hanno Helmker (NARZ). Aufsichtsratsvorsitzender ist Dr. Jörn Graue. Weitere Mitglieder des dreiköpfigen Gremiums sind Werner Wimmer, Vorstandsmitglied der Deutschen Apotheker- und Ärztebank sowie Jürgen Schneider, Geschäftsführer des Hessischen Apothekerverbands.Top

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