Pharmazeutische Zeitung online

Ministerium prüft Verbot von Quecksilberthermometern

08.03.1999  00:00 Uhr

-MedizinGovi-Verlag

Ministerium prüft Verbot von Quecksilberthermometern

von Daniel Rücker, Eschborn

Seit dem 1. März dürfen in Frankreich keine quecksilberhaltigen Fieberthermometer mehr verkauft werden. Genauso wie andere Staaten prüfen auch die deutschen Behörden, ob die alten Meßgeräte grundsätzlich aus dem Verkehr gezogen werden sollen.

Das Bundesgesundheitsministerium rät dazu, keine Quecksilberthermometer mehr zu verwenden und stattdessen auf CE-geprüfte elektrische Geräte umzusteigen. "Unter dem Aspekt des optimalen Verbraucherschutzes sollten die Menschen schon jetzt auf die alten Thermometer verzichten." Zu der Frage, ob es zu einem Verbot kommen wird, wollte sich das Ministerium jedoch noch nicht äußern. Bislang sei die Prüfung des Sachverhaltes noch nicht abgeschlossen.

Wer sein Quecksilberthermometer abgeben wolle, soll sich an die kommunalen Entsorgungsstellen für Sondermüll wenden, empfiehlt das Ministerium. Nicht vorgesehen sei dagegen die Rücknahme über Apotheken. In Frankreich war die Bevölkerung dagegen aufgefordert worden, alte Thermometer in der Apotheke abzugeben.

Es spreche zwar nichts dagegen, wenn ein Kunde beim Kauf eines neuen Thermometers das alte in der Apotheke lasse und der Apotheker dieses dann bei der Entsorgungsstelle abgebe. Das Ministerium werde jedoch die Apotheke nicht als Abgabestelle für Quecksilberthermometer empfehlen. Eine Rücknahmeverpflichtung werde es erst recht nicht geben, so ein Sprecher des Ministeriums.

Professor Dr. Volker Dinnendahl, Vorsitzender der Arzneimittelkommission Deutscher Apotheker, hält quecksilberhaltige Thermometer ebenfalls nicht mehr für zeitgemäß. "Ich empfehle, auch aus Umweltschutzgründen, moderne Geräte ohne Quecksilber zu kaufen", sagte er. Aus seiner Sicht sollten Apotheker von Kunden zurückgegebene Thermometer annehmen und fachgerecht entsorgen.

Top

© 1999 GOVI-Verlag
E-Mail: redaktion@govi.de

Mehr von Avoxa